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Südstadt

Fortuna Mädchen- und Frauenfußball: mehr Südstadt geht nicht

Mittwoch, 22. Juni 2022 | Text: Bettina Brucker | Bild: Bettina Brucker/Fortuna Köln

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

An einem Freitagabend bin ich zum Training bei Fortuna verabredet. Als ich ins Südstadion blinzle, liegt es verlassen da. Doch auf den Trainingsplätzen daneben ist richtig was los. Auf dem Kunstrasen trainiert die männliche Jugend, auf dem Rasenplatz die Juniorinnen U15 und U17.

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Das Techniktraining ist gerade zu Ende. In den letzten 20 Minuten wird gespielt. Trainer Malte Frömbgen und Co-Trainerin Valentina Adames gehen in die Tore. „Und Lily geht lang“, coacht der Trainer aus dem Tor heraus. Der Angriff läuft. „Aliciaaaaa …“, mit einem langgezogenen a am Ende versucht eine Mitspielerin auf sich aufmerksam zu machen. Wachsam, konzentriert und mit Spielfreude rennen die Mädchen über den Platz. „Philine, geh!“ Sie tritt an, der Trainer wirft den Ball in ihre Richtung. Sie nimmt ihn gekonnt an, tritt einen langen Pass. Der verfehlt nur knapp die stürmende Mitspielerin. Der anschließende Konter führt zum Erfolg. „3:3“, murmelt die überwältigte Abwehrspielerin. „Ne, 4:3“, ruft die Torschützin übermütig.

Es kommt nichts nach

Und dann ist Schluss. „Auf geht’s. Alle packen an, die Tore müssen weggeräumt werden.“ Doch bevor die Anweisung des Trainers ausgeführt wird, gibt es für jede einen kräftigen Schluck aus der Wasserflasche. Anderthalb Stunden Training sind anstrengend und machen Durst.

U15 im Training mit Trainern Malte Frömbgen und Valentina Adames

Malte Frömbgen trainiert die Mädchen schon seit fünf Jahren, also seit der U11. Aktuell sind es 19 Spielerinnen. „Die U13 musste vor Kurzem aufgelöst werden“, sagt er mit Bedauern. Sie waren zu wenige. Und in der kommenden Saison wechseln vier seiner Spielerinnen altersbedingt in die U17. Hart für Malte, denn „von unten kommt nichts nach.“ Sobald es die Platzkapazitäten zulassen, sollen allerdings wieder eine U13 und U11 Mannschaft aufgebaut werden.

Mit Ruhe und Gelassenheit

„Kommt Mädels“, tönt es pünktlich 19:30 Uhr nebenan. Da hat das Training der 1. Frauen-Mannschaft auf dem Kunstrasen begonnen. Trainer Marc Gertzen erklärt mit wenigen Worten das Aufwärmspiel, mit dem er das Training beginnen will. Wie bei den Juniorinnen schallen Lachen und fröhliches Rufen über den Platz. Auch hier ist die Spielfreude groß. Als der Trainer zu mir kommt, gratuliere ich zunächst zum Aufstieg in die Regionalliga und will dann wissen, ob das Training immer so entspannt ist. „In der Saison ist schon mehr Zug dahinter“, lacht er. „Aber nach dem frühen Erfolg der Meisterschaft versuchen wir jetzt locker zu bleiben. Am Fronleichnam-Feiertag steht noch das Pokalspiel gegen die Spoho an. Allerdings sind zwei unserer Stammspielerinnen verletzt. Da versuche ich Ruhe und Gelassenheit ins Team zu bringen.“ (Anmerkung der Redaktion: Das Spiel endete 3:2 für Fortuna! Dem Team ist somit dieses Jahr das Doppel – Meisterschaft und Pokal – gelungen ist.)

Erfolg für die 1. Frauenmannschaft der Fortuna

Marc Gertzen hat die Frauenmannschaft vor drei Jahren übernommen. Damals waren sie gerade abgestiegen. Und dann kam Corona. Zweimal wurde die Saison abgebrochen. Jetzt, im dritten Jahr konnte die Runde endlich zu Ende gespielt werden und der Fortuna gelang der (Wieder-)Aufstieg. Der Erfolg wiegt doppelt, denn die Rahmenbedingungen, unter denen die Frauen trainieren, sind hart. Der Kunstrasenplatz im Südstadion, der Heimstätte des Vereins, steht den Spielerinnen nur einmal die Woche zur Verfügung. Ansonsten müssen sie ausweichen. Ein Grund dafür: die Verzögerung beim Umbau des Jean Löring Sportparks in Zollstock durch die Stadt Köln.

Südstädterinnen Luzie Kirsch und Teresa Garsztecki

Vom Klösterchen in die Fortuna

Inzwischen läuft das Techniktraining. Nach dem Anspiel in den Lauf sollen die Spielerinnen den Ball 5-6 Schritte halten und mitführen, um ihn dann wieder abzuspielen. Die langen Wege absolvieren die Frauen schnell und kraftvoll. Konzentriert laufen sie von Position zu Position um das abgesteckte Trainingsfeld. Zeit für mich, die eine oder andere Spielerin an der Eckposition abzufangen. Als erstes treffe ich auf Kira Gauger. Sie spielt seit 2018 bei Fortuna, wie sie berichtet. Zuvor war sie beim Vfl Wolfsburg. Das Studium hat sie nach Köln gebracht. Plötzlich kommen zwei Spielerinnen lachend auf mich zugelaufen: Theresa Garsztecki und Luzie Kirsch. Beide sind im Klösterchen geboren und seit Kindesbeinen bei Fortuna. Mehr Südstadt geht nicht!

Keine Gleichwertigkeit für Frauenfußball

Theresa hat 2000 bei den Bambini, der Jungenmannschaft, mit Fußball begonnen. Zwischenzeitlich hat sie fünf Jahre in Texas gespielt, wie dort üblich in einer Uni-Mannschaft. „Fußball ist in Amerika Frauensport“, erklärt sie mir. Die Männer spielen Baseball oder Football. Begeistert hat sie, dass Sportlerinnen in den USA genauso gefördert werden wie die Männer. Es gibt z. B. an den Universitäten gleich viele Stipendien. Diese volle Anerkennung und die Gleichwertigkeit vermisst sie in Deutschland.

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Auch Luzie hat über die Bambini, 2004, den Einstieg zum Fußball gefunden. Zusammen zu kicken ist in jungen Jahren gut möglich. In diesem Alter sind Mädchen den Jungs zum Teil sogar überlegen. Später ändert sich das, findet aber etwa in den Regeln keine Berücksichtigung. „Die körperlichen Voraussetzungen und die Körpermaße bei Frauen und Männern unterscheiden sich. Trotzdem sind beim Fußball das Spiel und das Spielfeld ausschließlich auf Männer ausgerichtet“, sagt Trainer Gertzen. „Im Frauenfußball gibt es zum Beispiel mehr Tore, weil das Tor von einer Torhüterin nicht so ausgefüllt werden kann. Auch wenn es sich um die gleiche Sportart handelt, sollte man Frauen- und Männerfußball also nicht direkt vergleichen.“ Was ich hier beim Training aber mit eigenen Augen sehen kann: Frauen und Mädchen sind den Männern vielleicht physisch unterlegen, spielen aber trotzdem einen technisch anspruchsvollen und attraktiven Fußball.

Selma Demir erläuft sich den langen Pass

Praktisch 3. Liga

Selbst mal gucken? Ende August geht die Saison 2022/2023 los. Die Frauen spielen meist sonntags, voraussichtlich wie bisher um 13 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind herzlich willkommen. Und für die, die vielleicht nicht so vertraut mit Fußball sind: Die Regionalliga kommt bei den Frauen gleich nach der 1. und 2. Bundesliga. Also, da geht schon richtig was ab und das Niveau ist entsprechend hoch. Mehr dazu auf der Homepage des Vereins.

Text: Bettina Brucker

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