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Gallier – mitten in der Südstadt

Mittwoch, 23. Februar 2011 | Text: Antje Kosubek | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Wir befinden uns im Jahre 8 nach Lukas (P.). Ganz Köln ist von Kölsch-Dynastien wie Dom, Früh, Gaffel oder Päffgen besetzt. Ganz Köln? Nein!
Eine von unbeugsamen Südstädtern bevölkerte Eckkneipe hört nicht auf, Widerstand zu leisten!

Denn endlich haben wir in unserer Südstadt unseren eigenen Zaubertrank. Gastronom Günther Zabel nutzte die Gunst der Stunde – den auslaufenden Vertrag mit der Brau und Brunnen AG, die die „Ubierschänke“ mit Sion verband – und zapft jetzt sein eigenes, selbst gebrautes Bier. Getestet wurde das Bier bereits im letzten Sommer während der Open-Air-Kinonächte im Kölner Radstadion und fand dort ziemlichen Zuspruch.
Am Dienstagabend gab es frisch gezapftes „Böll-Bier“ in der „Ubierschänke“, und wie erwartet war der Andrang ziemlich groß. Die sonst so überschaubare Eckkneipe platzte aus allen Nähten, und die Gäste probierten das neue Bier und hatten viel Lob für das Obergärige übrig.

 

Doch wer steckt hinter dieser Wahnsinnsidee? Fünf Kölner mitten im Leben: Thomas Böll, Stefan Peil, Günter Zabel, Dieter Ritter und Heiner Taubert sind die Gesellschafter der Ende 2010 gegründeten „Böll-GmbH“. Zuerst habe ich den „Druiden“ Dieter Ritter befragt:
Wie kam es zu dieser Idee?
Ich habe bereits vor 10 Jahren mit dem Brauen von Bier angefangen und mir das Wissen darüber selbst beigebracht. Angefangen habe ich mit „Bierkits“. Diese Baukastensysteme wurden vor ungefähr 50 Jahren in Großbritannien erfunden. Man wollte den Brauprozess so vereinfachen, dass jeder sich sein eigenes Bier zu Hause brauen kann.
Außerdem hatte ich einen Freund, der Braumeister ist. Der war sozusagen mein Mentor und stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite. Gebraut habe ich zu Hause in meiner Doppelgarage, dort steht die große Anlage mit den vielen Behältern, der ganzen Elektronik und dem Kühlhaus. Der eigentliche Auslöser aber war aber 2004, als die historischen Braustätte „Peters & Bambeck“ in Monheim, meiner Heimatstadt, geschlossen wurde. Keiner in der Stadt hatte mehr Interesse daran, diese Brauerei weiterzuführen, was ich ziemlich schade fand. Dann ich dachte mir, meine eigene Brauerei aufzumachen. Kurze Zeit später traf ich auf einer privaten Party Günter Zabel, den ich mein selbstgebrautes Bier probieren ließ. Er war begeistert, und wir brauchten kaum mehr als ein fünfminütiges Gespräch, um uns zu einigen. Unser Projekt, ein eigenes Bier zu brauen, war aus der Taufe gehoben.

Wie braut ihr? Doch nicht etwa immer noch in der Garage?
Nein, wir brauen jetzt nach dem Lohnbrauverfahren. Also eine große Brauerei, in unserem Fall „Sünner“, braut in unserem Auftrag und nach unserem Rezept unser „Böll-Bier“. Wir nutzen dort die Anlagen bis zur Abfüllung.

Wie viel „Böll-Bier“ habt ihr jetzt gebraut?
Wir haben 45 000 Liter Kölsch gebraut und konnten das Bier heute frisch in Fässer abfüllen. Alle noch vorhandenen Restbestände des „Sion-Kölschs“ werden jetzt sukzessive leer getrunken.

Mal ganz ehrlich: wie viele Versuche brauchte es, um geschmacklich beim „Böll-Bier“ dort anzukommen, wo ihr jetzt seid?
Also wir haben mindestens drei Jahre „auf Probe“ gebraut. Unser Bier, bzw. der Geschmack unterlag immer wieder Schwankungen, mal war es zu trüb, weil die Filtration nicht optimal lief oder es war zu hell. Das ging dann zu Lasten des Aromas, denn je mehr das Bier filtriert wird, umso mehr verliert es den Geschmack. Wir haben unsere „Brau-Versuche“ ja auch immer im Freundeskreis getestet. Da gibt es eine lustige Geschichte: einige Väter sind mit Kindern über das Wochenende weggefahren und wir haben abends bei Doppelkopf und Skat das Bier getestet. Am nächsten Tag hatten wir alle, natürlich bis auf die Kinder, ziemliche Blähungen. Über die viele heiße Luft lachen wir heute noch.

Von Günter Zabel, einen der fünf Gesellschafter der „Böll GmbH“ möchte ich wissen, welche Bedeutung der Name „Böll-Bier“ hat.
Den Namen Böll kennt in Köln ja jeder, denn Heinrich Böll ist Ehrenbürger der Stadt Köln. Aber der eigentliche Pate oder unsere „Muse“ ist Clemens Böll. Er war der Szenewirt in der Südstadt (und Gründer des Chlodwigecks, das ursprünglich am Chlodwigplatz im heutigen Backwerk/Commerzbank-Gebäude ansässig war, Anm. d. Red.) und für uns immer etwas Besonderes.
Schön ist auch, dass der Name „Böll“ für jeden eine andere Bedeutung hat. Aber auch die politische Richtung wird klar: ein „Rechter“ hat in meinem Laden nichts verloren. Wichtig war uns außerdem, dass es keine Assoziation zum Kölsch oder eine Verniedlichungsform gibt, wie zum Beispiel „Böllsch“. Thomas Böll, Vetter von Clemens Böll und Neffe von Heinrich Böll, fügt noch hinzu, dass man natürlich die Familie vorher dazu befragt hat. 

Und wie geht es weiter, habt ihr noch weitere Pläne?
Wir haben in Köln eine eigene Brauerei geplant, also wo wir selbst große Mengen brauen können. In einer Sache, da sind wir uns jedoch alle einig: Wenn es morgen mit dem „Böll-Bier“ vorbei sein sollte oder es das nicht mehr geben sollte, wissen wir trotzdem, es hat sich gelohnt!

Text: Antje Kosubek

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