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Lükes Liebes Leben

Gekühlte Pandas in Oggersheim – Lükes liebes Leben

Dienstag, 27. Juni 2017 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Haben doch die Sozen am Wochenende in Dortmund einen blitzsauberen Parteitag hingelegt. Der Martin hat ergreifend gesprochen, gegen Ungerechtigkeiten aller Art gewettert und empfindliche Steuerschrauben für die Reichen unter uns angedroht. Und auch Gazprom- Schröder hat den Genossen noch mal ordentlich Mut zugesprochen. Am Ende wurde das Wahlprogramm ohne Gegenstimme verabschiedet. Wie schön.

Wird aber alles nix helfen. Die Nummer Bundestagswahl 2017 ist durch. Angela wird’s nochmal machen. Weil sie die besseren Argumente hat. Und die heißen Meng Meg und Jiao Quing. Auf diese Namen hören die beiden Pandas, die da jüngst als diplomatische Zuwendung aus China in Berlin angliefert wurden. Und am 5. Juli wird Frau Merkel zusammen mit dem amtierenden Chinesen-Boss Xi Jinping die beiden lethargischen Bambusfresser offiziell im Berliner Zoo begrüßen. Und von diesem Event wird es Fotos ohne Ende geben, die um die Welt gehen. Angie mit Pandas – dagegen ist nichts auszurichten. Bei Bärchen rasten die Deutschen bekanntlich komplett aus. Egal, ob sie nun Knut oder Problembär Bruno heißen. Wer gut zu solchen Zotteln zu sein verspricht, hat das Wahlvolk auf seiner Seite.

Vielleicht könnte der Martin ja in letzter Minute noch irgendeinen regimekritischen, türkischen Tanzbären retten. Aber jedwede Geschäfte mit der Türkei sind ja derzeit, rein PR-mäßig, nicht so der Burner. Da bleibt eigentlich nur noch die Hoffnung auf ein spontanes August-Hochwasser, bei dem Merkel gerade auf Auslandsreise weilt und Schulz schnell genug in die Gummistiefel kommt, um ein paar Sandsäcke in die Kameras zu halten. Hat bei Schröder doch auch schonmal funktioniert.

Cooler Ex-Kanzler
Wirklich Sorge bereitet mir allerdings der Umgang mit den Gebeinen unseres Altkanzlers. Nach allerlei unschönen Szenen mit den Söhnen und wohlgenährten Enkeln vor Kohls Bungalow in Oggersheim wurde da irgendwann auch ein Sarg aus dem Haus getragen. Normal. Doch Birnes Reste waren da nach übereistimmenden Medienberichten gar nicht drin. Es habe sich nur um eine Übung gehandelt, hieß es. Muss man sowas üben?  Der Leichnam des Herr Dr. Kohl soll jedenfalls weiterhin im Gebäude aufgebahrt sein. Das sei in christlichen Familien schließlich auch Tradition. Und bis zur offiziösen Beisetzung am Dom zu Speyer am 1. Juli soll er auch dort verweilen. Öh… Ja, wie jetzt? Nun gut, das mit dem Aufbahren im Familienkreis (in unbeheizten Zimmern) kenne ich noch aus meiner Kindheit auf dem Land. Aber damals wurden die Verstorbenen spätestens zwei, drei Tage nach ihrem Ableben in kühle Gruften entsorgt und der Oggersheimer hat schließlich schon am 16. Juni das Zeitliche gesegnet. Weil in so einer Leiche bei Zimmertemperatur nunmal biochemische Verfallsrozesse ablaufen, die nach ein paar Tagen nicht nur massenhaft Fliegen anziehen sondern auch kaum zu überriechen sind. Und wenn ich so an die Temperaturen der letzten Woche denke…

Der Hals von Dali
Haben die in dem Bungalow womöglich `ne überdimensionierte Kühltruhe freigeräumt? Aber würde das noch zum pietätvollen Àufbahren passen? Oder sollten sie ihn womöglich wie Lenin präpariert haben? Macht doch auch keinen Sinn. Ein Mausoleum ist m.W. nicht geplant. Er soll ja noch unter die Erde. Aber vermutlich kann man würdevolle Kühlgeräte für den Hausgebrauch inzwischen auch mieten. Jetzt stehen auch die Details der Zeremonie einigerermaßen fest. Und dabei wird der tote Kohl noch ziemlich viel rumkommen. Erst geht’s von Oggersheim per Heli zur EU nach Straßburg und wieder zurück. Dann mit dem Auto eine Stadtrundfahrt durch Ludwigshafen und schließlich mit dem Schiff nach Speyer. Voraussichtliche Dauer der Reisetätigkeit: zehn Stunden. Hoffen wir mal, dass alle Trauernden die Strapazen auch überleben und der Ex-Kanzler dann endlich seine letzte Ruhe findet. Obwohl. Salvador Dali wird ja jetzt auf richterliche Anordnung wieder ausgebuddelt und bekommt eine Vaterschaftsklage an den Hals. (Kann man nach 28 Jahren im Erdreich das noch so sagen?) Aber in dieser Hinsicht kommt bei Herrn Dr. Kohl doch sicher nichts mehr nach. Obwohl. Da hat doch im letzten Jahr eine Dame namens Beatrice Herbold via BUNTE wissen lassen („Er war wie eine Erweckung für mich.“), sie habe über Jahre eine heiße Affäre mit dem Schwarzen Riesen gehabt. Möchte man sich dieses „heiߓ im Detail vorstellen? Eher nicht.

Seniorenumzüge im Rheinauhafen
Nun könnte ich mich noch über den Video-Beweis beim Confed Cup amüsieren oder mutmaßen, dass den jüngst vor Malle gesichteten Hai unser Freund Erdogan hat aussetzen lassen, um endlich wieder Turis in die Türkei zu locken, aber ich lass´ das jetzt mal mit der großen weiten Welt. In der Südstadt wird schließlich auch einiges geboten. So wurde ich beispielsweise neulich auf dem Gehweg beinahe von einem Radler umgenietet. Was im Prinzip keine Nachricht ist. Aber ich habe mich an dieser Stelle ja schon mehrfach über die Lenker von überdimensionierten Geländewagen amüsiert, die vor jedem kleinen Verkehrsberuhigungs-Hubbel eine Vollbremsung hinlegen. Den Typus gibt’s auch mit ökologisch korrektem Fortbewegungsmittel. Nennt sich Mountainbiker und kommt mir praktisch jeden Morgen in der Dreikönigenstraße auf der Höhe vom Trude auf dem Trottoir entgegen, bzw. brettert von hinten an mir vorbei. Warum? Weil auf der Straße Kopfsteinpflaster liegt und so ein Hindernis für tollkühne Querfeldein-Radler offenbar eine Zumutung ist. Und dann war da noch im Rheinauhafen ein Laster der Firma Breitbach unterwegs. Auf dem kastenförmigen Aufbau stand zu lesen: Privatumzüge-Geschäftsumzüge-Seniorenumzüge. Nun ja, die ersten beiden Dienstleistungen hat so ziemlich jeder Möbelpacker im Angebot oder neudeutsch: portfolio. Ich hab´ zumindest noch nie gehört, dass da einer gesagt hätte: „Nö, mehrere Schreibtische, bzw. Polstergarnituren nehmen wir aber nich mit!“. Aber was in aller Welt sind „Seniorenumzüge“? Innerstädtische Rollator-Paraden in der karnevalsfreien Zeit? So eine Spedition ist doch keine Event-Agentur. Ein Blick auf die Homepage des Unternehmens macht auch nicht wirklich klüger. So hege ich denn mal den Verdacht, dass es sich bei  Seniorenumzügen schlicht um Beerdigungen handelt. Weil die Firma aber keine Lizenz für Bestattungen hat, machen die Mitarbeiter das unter diesem Euphemismus sozusagen undercover. So ein Leichentransport im Möbelwagen mag nicht jedermanns Sache sein, ist aber vermutlich ein überaus einträgliches (Neben-)Geschäft. Womit ich jetzt wieder bei Herrn Dr. Kohl wäre. Aber da war ich ja schon.

 

Text: Reinhard Lüke

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