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Aufgeschnappt: Für Kinder im LockDown: Homewalk – eine Reise nach Wohnanien +++ Läuft, mit: veganen Sneakers +++ Es hat sich ausgewandert! +++ Südkost kann nicht mehr +++ Die Blumenfrau von der Merowinger Straße sagt „goodbye!“ +++

Lükes Liebes Leben

Kein Laminat zum Fest

Montag, 14. Dezember 2020 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Hie und da heißt es ja, Corona habe für mehr Achtsamkeit im menschlichen Miteinander gesorgt. Mag sein. Aber bisweilen treffe ich nach wie vor auf Zeitgenossen, die so tun, als seien sie allein auf der Welt. In den Supermärkten hat man die Zahl der verfügbaren Einkaufswagen verringert, um den Kundenandrang im Laden zu reduzieren. Weshalb man manchmal warten muss, bis man ein freies Vehikel ergattert. Was nicht schön, aber erträglich ist. Aber letztens begab sich eine Dame vor mir in der Schlange zu einem angeketteten Wägelchen. Dort nahm sie ihren umständlich ihren Rucksack ab und fingerte eine Geldbörse heraus, der sie dann einen Einkaufschip entnahm, den sie in den dafür vorgesehenen Schlitz des Wagens schob.

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Doch statt nun ihre Einkaufstour zu starten, blieb sie stehen, verstaute seelenruhig ihr Portemonnaie wieder im Rucksack, schloss ihn und setzte ihn schließlich wieder auf, bevor sie sich endlich in Bewegung setzte. Mir ist es nun wirklich nicht darum zu tun, wegen der tranigen Lady eine Minute meines Daseins im Wartestand verbracht zu haben. Mir geht es nur zunehmend auf den Zeiger, wenn Mitmenschen ihre Umgebung komplett ignorieren. Und ich bin mir ganz sicher, dass die Frau, die keineswegs betagt sondern ungefähr Mitte 30 war, überhaupt nicht mitbekommen hat, dass da knapp zehn Leute mehr oder minder geduldig gewartet haben, bis sie ihre Prozedur beendet hatte. Ich wette, beim Bezahlen hat sie dieselbe Nummer nochmal abgezogen.

Kein Stunk, kein Glühwein

Lachende Köln-Arena und die Stunksitzung sind nun auch offiziell abgesagt. Echt? Erst jetzt? Angeblich haben die Stunker bis zuletzt an Hygiene-Konzepten gefeilt, um die Sause irgendwie doch noch auf die Bühne bringen zu können. Sämtliche Fenster im E-Werk bleiben während der gesamten Veranstaltung geöffnet, kein Getränkeausschank wegen Maskenpflicht und geschunkelt wird mit 1,50 Meter Abstand. Oder wie darf ich mir so ein Not-Konzept vorstellen? Auch für die Alternativ-Karnevalisten ist Corona nun also der Super-Gau. Schließlich machen die ihre Sitzungen ja nicht zum Spaß, sondern sie leben davon. Manche vermutlich ganzjährig. Und was unsere Gastronomen angeht, muss da inzwischen die pure Verzweiflung umgehen. Erst kamen sie im Lockdown light auf die an sich pfiffige Idee mit dem Glühwein. Als dessen Ausschank ihnen wegen ein paar Vollpfosten unter den Durstigen auch untersagt wurde, räumten manche ihre Gasträume aus und veranstalteten darin kleine Weihnachtsbasare. Die auch ganz gut besucht gewesen sein sollen. Ab Mittwoch ist damit nun auch wieder Schluss. Wenn einem auch nur irgendwas an unseren Südstadt-Wirten liegt, heißt es, Gutscheine kaufen und das Weihnachts-Menü-to-go bestellen.

Kauft die Läden leer!

Im Prinzip könnte ich ja gut damit leben, in Anbetracht der Lage in diesem Jahr auf die Schenkerei gänzlich zu verzichten. Ungelesene Bücher sind noch reichlich vorhanden und an Socken, Hemden und Rasierwasser herrscht auch kein Mangel. Und die leuchtenden Kinderaugen unterm Tannenbaum, auf die man sich gewohnheitsmäßig zu Weihnachten freut, sind längst aus dem Haus und mit der Gattin könnte ich mir gewiss auch so ein paar nette Tage machen. Wein ist auch noch im Keller.

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Ich hätte mir auch nicht träumen lassen, dass Konsumverzicht mal eine asoziale Komponente haben könnte. Aber da nun all unsere Südstadt-Händler wieder ihre Läden dicht machen müssen, gilt es, ihnen heute und morgen ihre Läden leerzukaufen, damit sie irgendwie über die Runden kommen. Wer sich mit dem Gedanken trägt, noch eine Bohrmaschine oder ein paar Quadratmeter Laminat zum Fest zu verschenken, muss sich auch sputen. Denn anders als beim Lockdown im Frühjahr müssen diesmal auch die Baumärkte schließen.

Keine Männer mehr am Bügelbrett

IKEA sowieso. Die Schweden machen jetzt keine gedruckten Kataloge mehr. Was in Ordnung ist. Dabei waren diese Broschüren in der Vergangenheit ja vielfach echte Trendsetter. Hier gab´s die ersten Männer am Bügelbrett zu bestaunen oder fläzten sich vor Billys Patchwork-Familien und Menschen mit Migrationshintergrund in Sitzgruppen von Söderhamn bis Klippan. Ich gestehe, ich hab´ da immer gern durchgeblättert, auch wenn die Möbel selbst eher selten einen Kaufimpuls ausgelöst haben. War so ähnlich wie zu Kindertagen auf dem Land, als zwei Mal im Jahr die fetten Kataloge von Quelle und Neckermann ins Haus kamen. Bestellt wurde da so gut wie nie was, aber es war schön, so ein gedrucktes Kaufhaus in den Händen zu halten. Neckermann ist inzwischen pleite, wohingegen Quelle zwar auch keinen papiernen Katalog mehr hat, aber das Sortiment noch im Netz feilbietet und damit womöglich wie der gesamte Online-Handel zu den Corona-Gewinnlern gehört. Und das gehört zu den betrüblichsten Phänomenen dieser elenden Corona-Nummer.

Text: Reinhard Lüke

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