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Familie

Kinder, Kinder und zu wenig Plätze in den Schulen – Ein Blick in die Zukunft

Freitag, 4. Januar 2019 | Text: Stefan Rahmann | Bild: Stefan Rahmann

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Jetzt wird es interessant für alle Eltern. Und noch interessanter für alle, die mal Eltern werden wollen. Die Verwaltung hat die „Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung für allgemein bildende Schulen in Köln 2018“ vorgelegt. Darin gibt sie auch einen Einblick, welche Schulen in der Südstadt und drumherum in den nächsten Jahren neu gebaut und welche erweitert werden sollen. Da die Prognosen der Schulverwaltung in den vergangenen Jahren den tatsächlichen Schülerzahlen gewaltig hinterher hinkten, will man nun versuchen, präziser in die Zukunft zu schauen. 2008 rechnete die Verwaltung bis 2025 mit einem Anstieg der Kölner Bevölkerung um lediglich 0,7 Prozent und sogar mit einem Rückgang der Zahl der Kinder und Jugendlichen.

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Das änderte sich 2012. Nun ging man von einem Anstieg der Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 2030 je nach Altersgruppe von 10 bis 20 Prozent aus. Die Zahlen von 2014: Für Kinder im Grundschulalter zwischen sechs und zehn Jahren wird ein Anstieg von 36.100 im Jahr 2014 auf 40.600 im Jahr 2040 vorausgesagt. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Alter der Sekundarstufe II zwischen zehn und 16 Jahren wird laut Prognose von 52.000 in 2014 auf 61.400 in 2040 steigen. Diese Prophezeiungen sind vor dem Hintergrund zu betrachten, dass die Geburtenzahlen in Köln seitdem weiterhin unerwartet in die Höhe schießen.

Geburtenzahlen steigen immer weiter

In 2016 und in 2017 wurden in Köln pro Jahr fast 12.000 Kinder geboren. Setzt sich dieser Trend in den nächsten Jahren fort, werden in 2040 nicht wie erwartet 40.600 Kinder im Grundschulalter sein, sondern rund 48.000. Dann fehlen 7400 Plätze. Dann hat Köln schon wieder rund 24 Grundschulen zu wenig bei einer Kinderzahl pro Schule von 300 – dreizügig mit 25 Schülern pro Klasse. Oder eben knapp 300 Klassen. Unser Tipp: Paare, die in den nächsten Jahren Kinder kriegen möchten, sollten bei allem, was sie in diese Richtung unternehmen, die städtische Schülerzahlprognose aber noch mehr den aktuellen Stand der öffentlichen Schulbautätigkeiten im Hinterkopf haben. Dann klappt das auch mit dem ortsnahen Schulbesuch. Vielleicht.

Schulentwicklung

Auf NeuLand wird die Grunschule gebaut, die Container im Hintergrund stehen auf dem zukünftigen Gelände des geplanten Gymnasiums.

Was bedeutet das alles nun im Einzelnen für die Südstadt und drumherum? An zahlreichen Schulen wird es Veränderungen geben. Widmen wir uns zunächst den Neubauten. In der Parkstadt Süd sind zwei neue Grundschulen vorgesehen. Die eine soll in der Nähe der Großmarkthalle stehen, die andere auf dem Gelände, auf dem heute der NeuLand-Gemeinschaftsgarten angesiedelt ist. Für beide Schulen wurden die Planungen noch nicht aufgenommen, da sie wohl nicht vor 2025 fertig sein müssen. Dann werden frühestens die ersten Bewohner der Parkstadt einziehen. Ein kleines Stück weiter ist man bei den neuen weiterführenden Schule für die Parkstadt Süd. Die soll gegenüber von NeuLand auf dem Gelände gebaut werden, auf dem heute die Container der Erstaufnahme-Einrichtung des Landes für Geflüchtete stehen. Das Grundstück gehört dem Liegenschaftsbetrieb des Landes, die Verhandlungen über den Kauf durch die Stadt gestalten sich zäh. Der Rat hat entschieden, dort eine Gesamtschule zu errichten. Die soll möglicherweise in Betrieb gehen, bevor die Parkstadt besiedelt wird.

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Auch an den Grundschulen im Veedel wird sich einiges ändern. Abgeschlossen ist die Erweiterung der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Loreleystraße auf zwei Züge nach dem Auszug der Michaeli-Schule an den Rand des Volksgartens. Die für die Erweiterung der GGS Pfälzer Straße vorgesehene Fläche steht nicht mehr zur Verfügung. Die Verwaltung will aber neu planen, um die Schule auf drei Züge zu erweitern. Dafür soll eine Fläche im Bereich Pfälzer Straße/Trierer Straße genutzt werden. Die Förderschule Sprache wird am gemeinsamen Standort bleiben.

„Die dritte Containerwelle“ erreicht die Mainzer Straße

Die „dritte Containerwelle“ – so die Verwaltung – erreicht wahrscheinlich von 2019 bis 2021 die Katholische Grundschule (KGS) Mainzer Straße. Die Verwaltung will prüfen, ob zusätzliche Container auf dem Schulgelände eine Erweiterung von dreieinhalb auf vier Züge möglich machen. Voll im Gange ist die Einrichtung einer neuen Gesamtschule an den Teilstandorten Frankstraße und Severinswall, die früher Realschulen Platz boten. Abriss und Neubau des Schulgebäudes Severinswall sind beschlossen und sollen bis 2022 beendet sein.

Severinswall

Fenster der Realschule am Severinswall: Hier wurde lange nicht mehr renorviert.

Unklar ist die Zukunft des Katholischen Hauptschule Großer Griechenmarkt. Je nach Entwicklung der Schülerzahlen bleibt sie bestehen oder wird, wenn die Zahl unter die Mindestgröße sinkt, Teilstandort einer „Gesamtschule Innenstadt“. Erweitert werden soll die Europaschule – Gesamtschule Zollstock. Der Rat hat 2016 die Sechs-Zügigkeit beschlossen, die bereits umgesetzt ist. Die Verwaltung möchte zukünftig auf acht Züge in der Sekundarstufe I und sieben Züge in der Sekundarstufe II erhöhen. Das müsste unter Einbeziehung des Parkplatzes vor der Schule geschehen und erweist sich als schwierig, weil man dann woanders Stellplätze nachweisen und damit auf Nachbargrundstücke zurückgreifen müsste.

Friedrich-Wilhelm-Gymnasium

Eventuell ziehen Klassen und Kurse des FWG in einen Neubau schräg gegenüber.

Die Verwaltung prüft. Genauso wie die Erweiterung der Kaiserin-Augusta-Schule (KAS). Hier möchte man auf eine Fläche im Bereich Löwengasse/Severinstraße zurückgreifen, um neu zu bauen. Schüler des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums sollen möglicherweise auch in dem KAS-Neubau-Räume nutzen. Nach den gegenseitigen Attacken bei den Abi-Streichen der vergangenen Jahre sicher keine leichte Übung.

Text: Stefan Rahmann

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Kommentare

  • Reinhold Goss sagt:

    Man könnte einiges dazu schreiben und vom Grundsatz ist es schon richtig dargestellt: Zu viele Schüler*innen bei zu wenig Schulen. Konkret müssen in den nächsten 8 bis 10 Jahren 50(!) Schulneubauten realisert werden und weitere 120 Schulprojekte (Sanierungen, Erweiterungen etc.) müssen abgewickelt werden. Inhaltlich stimmt es allerdings nicht, dass die Parkstadt Süd ein Gymnasien bekommt, hier hat der Rat eine Gesamtschule verabschiedet. Auch kooperieren die beiden Südstadt-Gymnasien KAS und FWG seit Jahren sehr erfolgreich. Die Oberstufen beider Schulenen haben gemeinsame Kurse, wie auch die Mensa des FWG aktuell von Schüler*innen der KAS mitgenutzt wird.

    Kooperativen Modelle, die nicht nur rein auf Schulen bezogen sein müssen, bieten übrigens nicht zu unterschätzende Potentiale um diesem mehr als gravierenden #Schubaunotstand entgegenzutreten.

    Und eines sollte allen klar sein, wenn wir eine ganze Schüler*innengeneration um ihre Bildungschancen bringen, hat nicht nur die Verwaltung, sondern haben auch wir, als Stadtgesellschaft, versagt. Schulbau ist im Gegensatz zu vielen Aufgaben der Stadt (z.B. Mobilität) eine pflichtige Aufgabe der Kommune!

    Solidarische Grüße
    Reinhold Goss

  • Stefan Rahmann sagt:

    Hallo Reinhold, ich habe mich ausschließlich auf die Schulentwicklungsplanung 2018 bezogen. Dort heißt es auf Seite 22 unter M 26: „Im Rahmen der Flächensicherung für Bildungsbedarfe wurde das Gelände der ehemaligen Dom-Brauerei in der städtebaulichen Entwicklungsplanung als Standort für eine weiterführende Schule berücksichtigt. Der Ankauf vom BLB NRW steht jedoch noch aus, da das Land die Flächen zumindest noch mittelfristig für die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Geflüchtete weiternutzen wird. Die Verwaltung schlägt vor, an diesem Standort ein Gymnasium zu errichten. Ein vorgezogener Start der Schule sollte geprüft werden.“ Es grüßt freundlich, Stefan Rahmann

  • Reinhold Goss sagt:

    Hallo Stefan,
    ja und nein. Ja, im Schulentwicklungsplan ist für die Parkstadt Süd eine Gesamtschule ausgewiesen. Nein, der Rat wie bereits vorher der Schulausschuss, beschloss in seiner Sitzung am 22.11. etwas sehr versteckt (denn die Gesamtschule der Parkstadt taucht im Änderungsbeschluss zu 10.26 zu Rondorf auf), dennoch heiss diskutiert, wie folgt:

    Vorlage Rondorf Gesamtschule -> jetzt Gymnasium
    Parkstadt Süd Gymnasium -> jetzt Gesamtschule
    Vorlage Gymnasium Ossendorf -> jetzt Gesamtschule

    Insbesondere der Beschluss gegen die Errichtung einer Gesamtschule und damit für ein Gymnasium in Rondorf ist skandalös, wie vom Grundsatz alle drei Abänderungen. Rondorf ist allerdings in mehrfacher Hinsicht ein trauriges Beispiel gelebter Kölner Demokratie: So sprachen sich die Schulleiter im Bezirk Rodenkirchen einheitlich für(!) die Gesamtschule aus, die Bezirksvertretung beschloss die Verwaltungsvorlage für die Gesamtschule, Elternvertreter insbesondere aus dem Kölner Süden waren für die Gesamtschule, der Bezirksbürgermeister Mike Homann hat sich mehrfach auch im Rat dazu zu Wort gemeldet. Es hat nichts genutzt.

    Ich habe dieses „Tauschgeschäft“ öffentlich in der Sitzung des Schulauschusses wie im Ksta kritisiert: https://www.ksta.de/koeln/koeln-archiv/bittere-bilanz-koelner-elternsprecher-kritisiert—schulnotstand-nicht-ueberwunden–31555864

    Hier der Beschlusstext von 10.26 konkretisiert in der Anlage 6:

    Der Rat beschließt die oben stehende Planungsaufnahme jedoch mit folgender Änderung zu Punkt 1 und mit der Ergänzung 1a):
    1.) eines Schulgebäudes für ein 5/7-zügiges Gymnasium [Rondorf] in Ganztagsform, einer Hausmeisterwohnung, einer 1-fach und einer 3-fach Turnhalle.
    1a) Entgegen der in der Anlage 5 gemachten Ausführungen zur Parkstadt Süd soll dort anstelle eines Gymnasiums eine Gesamtschule errichtet werden.
    https://ratsinformation.stadt-koeln.de/to0040.asp?__ksinr=18392

    Viele Grüße
    Reinhold

  • Reinhold Goss sagt:

    Korrektur – es muss heißen: „ja und nein. Ja, im Schulentwicklungsplan ist für die Parkstadt Süd ein Gymnasium(!) und nicht wie oben zu lesen „eine Gesamtschule“ ausgewiesen.“ VG

  • Stefan Rahmann sagt:

    Hallo Reinhold, das habe ich in der Tat übersehen. Danke für den Hinweis. Ich werde den Text entsprechend korrigieren. Es grüßt freundlich, Stefan Rahmann

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