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Sport

„Kollektives Denken“ – der 15. Spieltag. Oder: Köln ist komisch.

Montag, 5. Dezember 2011 | Text: Frank Diederichs | Bild: Design Work

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Seitdem ich 14 Jahre alt bin, also seit knapp 15 Jahren, mache ich mir immer wieder Gedanken darüber, ob meine Gedanken und mit ihnen das Denken vieler Gleichgesinnter die Wirklichkeit beeinflussen können – und der 15. Spieltag ist ein weiterer Beleg dafür, dass dem so ist.
Wer kennt das nicht ? Da sitzt man im Stadion (oder vor dem Fernseher) und denkt mit all jenen, die um einen herum sitzen (oder stehen): ‚Oh ohhhh, das geht in die Hose’. Und wenn das 40.000 Menschen fühlen und denken, dann überträgt sich das auch auf die Mannschaft – und dann geht das auch in die Hose. Kann da noch was die Mannschaft dafür?!? Ich sage NEIN, Schuld haben die Fans, die das Team mit ihren kollektiven, negativen Gedanken lähmen.

Also vor dem Spiel des ruhmreichen SV Werder Bremen dachte ich mir Folgendes (und da war ich nicht alleine!): ‚Oh weh, die Bayern haben die letzten beiden Spiele in der Liga verloren. Das letzte Mal, dass sie drei Spiele in Folge verloren haben, da müsste doch noch Hitler gelebt haben. Das gewinnt Werder nie’ – hab ich mir so gedacht. Und weiter: ‚Auswärts gewinnen wir nur gegen die Kellerkinder. Und gegen alle Mannschaften, die vor uns stehen, verlieren wir in dieser Saison eh.’ – dachte ich mir. ‚Und der doofe Robben ist auch wieder fit und ist bestimmt super motiviert und macht seine Tore gleich wieder gegen uns’ – waren so meine Gedanken.

Und ZACK. So kam es. Ich und mit mir alle anderen Werder-Fans, wir hätten anders denken müssen, aber Gedanken kommen einfach und selbst wenn man sie verdrängt, sie waren da und haben ihre Spuren hinterlassen. Die einzige Chance wäre gewesen, dass sämtliche Bayern-Fans noch destruktivere Gedanken gehabt hätten, aber das schließt sich leider aus. Und so kam es, wie es kommen musste…

Und bei den anderen Spielen ? Gladbach- und Dortmund-Fans waren von sich und ihren Mannschaften gleichermaßen berauscht und vom Sieg überzeugt, dass nur ein Unentschieden herauskommen konnte. Wolfsburger und Mainzer, Freiburger und Hannoveraner, Lauterer und Berliner – sie alle dachten im Gleichschritt an das Schlimmste und waren kollektiv überrascht, dass sie immerhin noch einen Punkt holten, was einfach damit zu erklären ist, dass die Gegenseite genauso pessimistisch dachte.

Nur in Köln klappt das überhaupt nicht. Bei einem erstklassigen Spiel auf 5.-Liga-Niveau ging eine rappelvolle Kneipe völlig zu Recht davon aus, dass es die nächste Niederlage setzt. Keine Hoffnung. Kein einziger positiver Gedanke. Kein Glaube, keine Liebe, keine Hoffnung – und dann kam Poldi und machte das Tor zum Unentschieden, obwohl keiner mehr damit rechnete. Köln und der FC sind komisch.

Also möchte ich hier und jetzt alle Nicht-Kölner dazu auffordern Folgendes zu denken:
– ‚Gegen die Bayern geht immer was. Die haben’s doch überhaupt nicht drauf.’
– ‚Die FDP schafft bei der nächsten Bundestagswahl niemals die 5%-Hürde’.
– ‚Der HSV hat gerade mal etwas Glück. Die gehen noch ab’.
– ‚BILD hat sich überlebt. Die Menschen sehnen sich nach Liebe, Glück und Wahrheit, da hat das Schmierblatt keinen Platz mehr.’
– ‚Irgendwann wird die U-Bahn doch noch fahren’ (das dürfen auch die Kölner denken).
– ‚Es gibt doch noch Gerechtigkeit.’
– ‚Meister wird bestimmt noch Werder Bremen’.

In diesem Sinne: Eine gute, bessere, schöne Woche !
 

Text: Frank Diederichs

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