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Südstadt

Lutherkirche zeigt ein Herz für Tiere

Montag, 28. Oktober 2019 | Text: Susanne Wächter | Bild: Susanne Wächter

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

„Ja sind die jetzt völlig bekloppt geworden?“, fragt Prädikantin Alida Pisu beim ersten Tiersegnungsgottesdienst in der Lutherkirche in die Runde. Etliche Tierhalter sind gekommen, um ihre Vierbeiner segnen zu lassen. Sogar zwei Hühner aus dem Tierheim Zollstock sind dabei.

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Agathe und Adele picken ganz entspannt in ihrem Käfig ein paar Körner auf, die Dagmar Müller ihnen hineingeworfen hat. Die beiden Hühner leben mit 15 anderen im Tierheim Zollstock. Sie sind stellvertretende Gottesdienstgäste aller Nutztiere im ersten Tiersegnungsgottesdienst in der Lutherkirche.

Hühner bei der Tiersegnung – kein Problem mit schnupperndem Hund

Obwohl sie nach Angaben Müllers ganz zahm und sogar kuschelig sind, bleiben die beiden in ihrem Käfig, auch weil so viele Hunde anwesend sind. „Man weiß ja nie, ob sie dann doch ausbrechen wollen“, sagt Müller, die ehrenamtlich für das Tierheim arbeitet. Dabei macht den beiden es offenbar gar nichts aus, als Mischling Bob neugierig am Gitter schnüffelt. Bob lebte auch bis vor fünf Jahren im Konrad-Adenanauer-Tierheim.

Tiere als Mitgeschöpfe achten

Einige Besucher sind gekommen. Nicht alle haben ein Tier dabei, die meisten jedoch ihre eigenen Vierbeiner. Die damit fast die Hälfte aller Anwesenden in der Kirche ausmachen. Als die Prädikantin Alida Pisu mit dem Gottesdienst beginnt, erklärt sie, warum es nun einen Tiersegnungsgottesdienst in der Lutherkirche gibt. „Wir müssen alle Tiere als Mitgeschöpfe achten und Verantwortung für sie übernehmen.“ Das gilt offenbar auch für Zecken. „Die hat in meinem Bauch gesteckt, ich soll sie morgen mit zum Arzt bringen, da dachte ich mir, ich könnte sie heute hier segnen lassen“, sagt eine Besucherin lächelnd und hält ein kleines Plastikröhrchen hoch, worin das unliebsame Tier steckt. Auch Humor gehört zum Tiersegnungsgottesdienst.

Auch der „Schädling“ Zecke soll Segen erfahren

Unterschiedliche Beweggründe, sein Tier segnen zu lassen

Diejenigen, die gekommen sind, haben unterschiedliche Beweggründe. Uli Ludwig mit Hund Mattes und Ingrid vom Bruch mit Hund Buddy besuchen nicht zum ersten Mal einen solchen Tiersegnungsgottesdienst. „Buddy war schwer krank“, erklärt Ludwig. „Da sind wir schon in der Agneskirche gewesen. Jetzt geht es ihm besser und heute sind wir hier, um uns zu bedanken“, fügt sie hinzu. Die beiden Hunde gehören an diesem Vormittag zu den größten tierischen Exemplaren, sind aber auch die entspanntesten. Als würden sie nichts anderes machen, liegen sie ihren Frauchen zu Füßen und verfolgen den Gottesdienst, der an diesem Tag anders abläuft als normalerweise, mit wachen Augen. Dass der kleine Pepper neben ihnen bellt, stört sie nicht im Geringsten. „Der hat sich heute extra schick gemacht“, kommentiert sein Besitzer und zeigt das Hundekleidchen, in dem der kleine Malteser steckt. „Schau an“, sagt Pisu, „in der Südstadt leben halt modebewusste Hunde.“

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Neben Alida Pisu gestaltete auch Anne Kolditz, Vorsitzende des Tierschutzvereins vom Konrad-Adenauer-Tierheim, den Gottesdienst. Und so erfuhren die Besucher auch einiges über das Tierheim, das zurzeit nicht nur die beiden Hühner Adele und Agathe beherbergt, sondern weitere 15 Hühner, ein Hängebauchschwein, zwei Ziegen, etliche Echsen und natürlich Hunde und Katzen. Dass in der Regel zwischen Nutz- und Haustieren unterschieden werde, kann sie als praktizierende Vegetarierin nicht verstehen. „Die einen umsorgen wir liebevoll, bei den anderen nehmen wir quälerische Haltungsformen in Kauf und essen sie sogar.“ Dabei könne jeder etwas tun, indem er seinen Konsum tierischer Podukte hinterfragt und reduziert. Auch für diese Tiere war der Gottesdienst gedacht.

Tiersegnung – auch für all´die Nutztiere, die nicht in der Kirche, sondern in der Massenzucht gequält werden

Beten für die Obdachlosen mit ihren Hunden

Unter den Gästen an diesem Vormittag war auch Linda Rennings, bekannt als die „Kölsche Linda“ vom Verein Heimatlos in Köln. Mit ihrem Hund Clayd trat sie ans Mikro und verlas ihre Fürbitte für alle Wohnungslosen, vor allem diejenigen, die einen Hund haben, dass sie den bevorstehenden Winter überstehen werden. Eine andere Frau bat darum, dass ihre kranke Katze Harry wieder auf die Beine komme und dass Gott alle kranken aber auch schon verstorbenen Tiere segnen solle.

Hunde in der Überzahl – Tiersegnung in der Lutherkirche

Trotz der zahlreichen Hunde, die zum Gottesdienst mitgebracht wurden, war es verhältnismäßig still im Kirchenraum, was Alida Pisu dazu verleitete anzukündigen, dass ein solcher Gottesdienst nun regelmäßig stattfinden wird.

Text: Susanne Wächter

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