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Lükes Liebes Leben

No Time for Losers

Montag, 12. April 2021 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Um einen Friseurtermin hab´ ich mich noch immer nicht gekümmert, aber ich bin jetzt geimpft. Wegen des ganzen Gerangels um mögliche Nebenwirkungen von Astrazeneca wurden Menschen zwischen 60 und 70 einigermaßen kurzfristig aufgerufen, sich um einen Impftermin zu bemühen. Da ich inzwischen auch zu dieser greisen Altersgruppe gehöre, habe ich mich vorletzten Samstag ab 8 Uhr vors Notebook gesetzt und mich bemüht. Die erste Stunde permanent, später dann im Halbstunden-Takt. Entweder signalisierte der Server der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein einen Kollaps wegen Überlastung oder ein freundlich lächelnder Herr im weiß-blau gestreiften Hemd bat mich um etwas Geduld. Die parallel unternommen Versuche per Telefon waren ähnlich erfolgreich: „Versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal.“ Am späten Nachmittag, kurz nach Ende der Bundesliga-Konferenz im Radio, hab´ ich dann online doch noch ein Date ergattert. Für letzten Freitag, 18 Uhr 05.

Halbe Stunde bis zur Spritze

Mit dem Gedanken, dass ein paar Minuten früher da zu sein, sicher auch nicht schaden könnte, fand ich mich dann mehr als rechtzeitig vor dem Impfzentrum in den Messehallen ein. Und da ich mit erheblichen Wartezeiten rechnete, hatte ich auch ein Buch dabei. Die Schlange vor dem Eingang war überraschend kurz und schon nach wenigen Minuten und der ersten Kontrolle von Perso und ausgedrucktem Terminbeleg war ich drin. Und von unzähligen, unbedingt freundlichen, Helfern geleitet, fand ich mich nach weiteren Daten-Checks auch schon in einer Kabine wieder, wo man mir die Spritze verpasste.

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Nur 30 Minuten nach Betreten des Areals war ich durch. Was ich in Anbetracht des ganzen Chaos´ rund um Corona denn doch bemerkenswert fand. Blieb mir nur noch, die empfohlenen 15 Minuten in der Ruhezone auszuharren, um einen allergischen Spontan-Schock auszuschließen. Die Zeit reichte für eine kurze Kurzgeschichte von Richard Ford, während auf Monitoren irgendwelche Erklärfilmchen liefen, die Senioren vor bösen Machenschaften vom Enkeltrick bis zur Kaffeefahrt warnten. Nun ja, bis die Ü40-Generation dran ist, wird man da wohl ein anderes Unterhaltungsprogramm anbieten.

Geht´s noch?

Mein nachmittäglicher Espresso vorm Ludari auf der Severinstraße fällt ja nach wie vor flach, aber immerhin darf Inhaber Chiro seinen Laden noch geöffnet haben, um abgepackte Pasta, Wein, Kaffee und andere Leckereien zu verkaufen. Bei meinem letzten Besuch erklärte er mir allerdings, sich für sein Geschäft nach vielen Jahren demnächst wohl eine andere Bleibe suchen zu müssen, da sein Vermieter ihm eine fette Mieterhöhung verpasst hätte. Echt jetzt? Ja. Es gibt also wirklich Immobilienbesitzer, die in diesen Zeiten nichts Besseres zu tun haben, als Gastro-Betreibern, die ums Überleben kämpfen, die Mieten zu erhöhen. Armseliger geht’s doch kaum noch.

Queen und Dieter Bohlen

In all der Trübnis gibt es aber hin und wieder doch Momente, die einen unwillkürlich schmunzeln lassen. Letztens kam mir der Mann mit schütterem Haupthaar und schwarzem Vollbart entgegen, der seit Jahren die Severinstraße mit den Tönen diverser Musikinstrumente beglückt, von denen er keines auch nur annähernd beherrscht. Manchmal grölt er aber aber auch einfach nur rum oder führt fiktive Telefonate an Notrufsäulen oder Parkscheinautomaten. Alkohol ist oft auch im Spiel. Jedenfalls hatte er an diesem Tag offenbar beschlossen, die Stunde der Sieger auszurufen und intonierte, Maske unterm Kinn, lautstark den Gassenhauer „We are the Champions“. Und als er dann auf meiner Höhe inbrünstig „No time for Losers“ ausbrachte, zauberte er mir dann doch ein Lächeln ins Gesicht. Made my Day, wie man neudeutsch sagt.

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Was Dieter Bohlen noch nie geschafft hat. Den hat man ja bei RTL jetzt rausgeworfen. Was mir im Prinzip gänzlich schnuppe ist, da ich weder auch nur eine einzige Folge von DSDS noch all der anderen Gaga-Casting-Formate mit dem Mann verfolgt habe. Jedenfalls war Bohlen von dem Rausschmiss not amused, kündigte aber an, von ihm sei demnächst noch Großes zu erwarten. Man solle sich überraschen lassen. Würde der geniale Songschreiber („Brother Louie“) womöglich Modern Talking reanimieren oder eine Platte mit Max Giesinger aufnehmen? Seit Mitte letzter Woche ist die angekündigte Überraschung keine mehr. Da lag der neue Lidl-Prospekt bei mir im Hausflur, und von der Titelseite griente mich Herr Bohlen mit verspiegelter Sonnenbrille an. Bei dem Discounter bewirbt er jetzt eine Kollektion ausgesucht hässlicher Freizeitmode, die auf den Namen Camp David hört. Was auch immer der gleichnamige Sommersitz der US-Präsidenten damit zu tun haben mag. Weiter hinten im Prospekt präsentiert sich Bohlen höchstselbst in farbenfrohen kurzen Höschen und Leibchen. Da es davon auch eine Damenkollektion gibt, ist auf den nächsten Seiten eine langhaarige Brünette zu sehen, die nur als „Carina“ vorgestellt wird. Da die beiden auf einem weiteren Foto sehr vertraut miteinander turteln, wird es sich dabei wohl um Bohlens aktuelle Lebensgefährtin Carina Walz handeln. Aber die Frauen an der Seite des Mannes hatten ja noch nie Nachnamen, sondern hießen einfach Naddel, Verona oder Estefania. Warum sollte man nur für Lidl an dieser Tradition was ändern?
 
 
 
 

Text: Reinhard Lüke

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