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Gesellschaft

Perspektive Waidmarkt: Im Schatten der Mauer

Montag, 20. März 2023 | Text: Markus Küll | Bild: Markus Küll

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

In unserer losen kleinen Reihe „Perspektive Waidmarkt“, die wir anlässlich des Gedenkens an den Stadtrchiv-Einsturz am 3. März hier veröffentlichen, haben wir diesmal mit Menschen gesprochen, die einen Bezug zur Einsturzstelle des ehemaligen Stadtarchivs am Waidmarkt haben. Und bis heute von den Folgen des Einsturzes direkt betroffen sind.
Zum Beispiel Jannat el Kanoussi, die Besitzerin des Cafés „Einfach lecker“.

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Im Schatten der umzäunten Baustelle: Ein kleines Cafe

„Süßes kleines „Cafe“, leider ein wenig hinter der Dauerbaustelle des versunkenen Stadtarchives versteckt. Die Speisen sind super (…) und alles frisch zubereitet“, so die Rezension von „Christian“ auf Google Maps im Sommer 2022 über das kleine Cafe „Einfach Lecker“ am Durchgang zum Georgsplatz.

Trotz der überwiegend begeisterten Kritiken in den sozialen Netzwerken ist Jannat, die temperamentvolle Besitzerin des Cafés, wie sie im Gespräch mit Meine Südstadt erzählt, „wütend und traurig“. Das hat mit der Baustelle des ehemaligen Stadtarchivs zu tun, in dessen Schatten sich das Café befindet. „Als ich vor über zwei Jahren hier eröffnet habe, hieß es: ‚In sechs Wochen ist die Mauer weg‘ Dann wurde sie zunächst etwas zurückgebaut, und dann hieß es, Ende 2021 solle es soweit sein. Jetzt, im März 2023, steht sie noch und keiner weiß, wie lange noch! Auch die KVB hält uns nur hin.“

Ganz am Anfang sei die Mauer sogar bis auf 1,5 Meter an den Eingang des Cafés herangerückt und erst nach Protesten ein Stück versetzt worden, so Jannat. „Die Situation ist für alle schwierig – nicht nur für uns. Ältere Menschen, die bei uns auf einen Kaffee und ein Schwätzchen vorbeikommen, müssen einen Umweg um die Baustelle machen.“

Wie das Café ist auch „Papa Rudis“ betroffen, eine urige Südstadt-Kneipe gleich um die Ecke. Laufkundschaft, ein schnelles Kölsch beim Spaziergang durch die Südstadt, Schunkeln beim Rosenmontagszug? Auch hier Fehlanzeige, es sei denn, der Ort wird bewusst angesteuert.

Baustellenlärm, KVB und Ordnungsamt

Nach der Eröffnung des „Einfach Lecker“ gingen die Bauarbeiten weiter. Für den gigantischen Kran, der bis heute die Baustelle überragt, wurde der Boden verdichtet. Lärm und Staub waren die Begleiterscheinung – keine guten Voraussetzungen für Cappuccino und Jannats hausgemachten Kuchen. Da stellt sich die Frage: Gab es Hilfe oder gar Entschädigung? Jannats Aussage ist eindeutig: „Nein, bisher nicht!“

Wer Jannat im Gespräch erlebt, merkt: So schnell gibt sie nicht auf. Mit hübschen Blumenkästen an der Fassade und bunter Außenbestuhlung im Sommer hat sie versucht, auf ihr Café, ihren Lebenstraum, aufmerksam zu machen. „Und dann kam das Ordnungsamt und meinte, das sei zu bunt, das müsse ich wegmachen. Für die Außengastronomie sollte ich dann horrende Summen zahlen. Wie soll das gehen, wenn es gleichzeitig immer schwieriger wird, überhaupt Umsatz zu machen?“

Überhaupt hat Jannat das Gefühl, dass ihre Herausforderungen, im Schatten der hohen Mauer rund um die Baustelle einen gastronomischen Betrieb zu führen, nicht ernst genommen werden. „Ich habe das Gefühl, dass ich bei der KVB nur hin- und hergeschickt werde. Niemand kann mir verbindlich sagen, wie lange dieser Zustand noch andauern soll.“ Für die großen stadtplanerischen Visionen der Initiativen wie „Archivkomplex“ hat sie eher wenig Sympathie: „Wie sehr die Menschen, die mit der Baustelle leben müssen, jeden Tag leiden, darüber spricht niemand!“

Blickdicht eingemauert: Die Baustelle am Waidmarkt (Foto: Markus Küll)

Perspektive Waidmarkt? Jannat hält durch – noch

Wie lange hält Jannat noch durch? „Ich weiß es nicht“, sagt die ansonsten so energievolle Frau. „Wir kämpfen hier um unsere Existenz. Wie soll es weitergehen? Man kann uns nicht finden und es fühlt sich an als hätte man uns zugemauert. Ich habe manchmal das Gefühl, ich bin in einem Gefängnis und zahle noch dafür.“

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Eine weitere „Perspektive Waidmarkt“. Keine, die sich für Zukunftsvisionen eignet. Aber eine, die etwas darüber erzählt, wie sich KVB, Stadt und letztendlich auch die Südstadt um diejenigen, die von der „öffentlichen Wunde“ betroffen sind, kümmert.

Text: Markus Küll

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Kommentare

  • christian wierer sagt:

    Auch ich habe wenig Verständnis für die Dimension und Dauer dieser Begrenzung. Zwar bin ich nur als Passant betroffen, aber auch hier ist es mit dem Fahrrad und Kinderanhänger eine enorme und nicht ersichtlich Verständliche Hürde.

    Drücke den Geschäften alle Daumen

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