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Kolumne

Pipi machen muss man ja….

Mittwoch, 28. September 2011 | Text: be süd

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Sie kommen früh morgens, wenn die Bewohner der Südstadt noch schlafen. Man sieht sie nicht, aber man weiß, dass sie da waren. Nein, ich spreche nicht von den Jugendlichen, die uns mit Sauf- und Gröl Partys den Schlaf rauben und die Plätze und Parks mit Scherben und Fast Food-Müll hinterlassen. Ich spreche von einer anderen Art der Verwüstung.

Sie kommen früh morgens, wenn die Bewohner der Südstadt noch schlafen. Man sieht sie nicht, aber man weiß, dass sie da waren. Nein, ich spreche nicht von den Jugendlichen, die uns mit Sauf- und Gröl Partys den Schlaf rauben und die Plätze und Parks mit Scherben und Fast Food-Müll hinterlassen. Ich spreche von einer anderen Art der Verwüstung.

Sie kommen im Namen der Stadt Köln, bewaffnet mit Sägen und Scheren und treiben ihr Unwesen, zuletzt im Römerpark. Lieblos schneiden sie ab, was ihnen im Weg steht. Die Männer (ich habe noch nie eine Frau dabei gesehen) des Grünflächenamts. Sie haben es schon wieder geschafft, unseren gemütlichen Römerpark ungemütlich zu machen, ja, man könnte sagen, schonungslos zu verunstalten. Was würde der Kölner Parkgründer Fritz Enke dazu sagen?

Das traurige Ergebnis: Baumleichen, verstreut im Park, Gebüsche, wie im Rausch kurz und klein geschnitten, alles wild durch einander geschmissen, einst gesunde Baumstämme abgehackt, fertig, aus!

Der Park ähnelt am Tag danach einem Schlachtfeld. Ich stehe vor dem Römerpark und staune! Ich muss meine Augen reiben, sehe ich richtig? Wieso sind die Bäume und Gebüsche am Eingang weg? Gestern waren sie noch da! Waren sie krank oder eine Gefahr für die parkenden Autos? In einer Nacht- und Nebel-Aktion haben sie uns einen leeren, kahlen Park zurückgelassen. Wieso?

Ich hätte wissen sollen, dass der Römerpark als nächstes dran ist. Jetzt erinnere ich mich schwach, es fing vor ein paar Wochen an. Hinten am Bolzplatz waren von einem auf den anderen Tag die Büsche weg. Die Kaninchen (sind die nicht geschützt?) mussten hoppelnd ein neues Zuhause suchen…

Nach dem Baum Massaker fühle ich mich nicht mehr so geschützt im Park. Jetzt sehe ich die Straße und Autos und dann höre ich, wie ein Kind seine Mutter fragt, „ Ich muss mal! Wo soll ich jetzt Pipi machen?“  Eine durchaus wichtige Frage! Die Mutter schaut sich um, naja, such dir einen neuen Baum!

Das könnte es sein! Möglicherweise ist ja die ganze Aktion der Stadt Köln eine neue Masche gegen die Wildpinkler. Wieso pinkelt mann in Deutschland am liebsten im Freien? Ist es eine kulturelle Eigenart? Macht man es auch in Asien, Amerika und Indien? Wieso machen sich die deutschen Männer nichts daraus, ihr bestes Stück in aller Öffentlichkeit raus zu holen und in aller Ruhe, na Sie wissen schon. Es hat auch nichts mit der gesellschaftlichen Schicht zu tun, egal ob Handwerker oder Akademiker, Kellner oder Ingenieur – mann tut es einfach!

Wieso eigentlich? Ein Überbleibsel einer vergangenen Zeit ? Markieren wir unser Territorium damit? Ist es so in des Mannes Gene programmiert? „Bis ins 19. Jahrhundert war es auch in westlichen Gesellschaften üblich, im Freien zu urinieren. Doch das Zusammenleben vieler Menschen, auf engem, städtischen Raum und der damit einhergehende, erhöhte Hygienebedarf, sowie der Wunsch nach Vermeidung von Geruchsbelästigung, führten zu einer gesellschaftlichen Sanktionierung des öffentlichen Urinierens. Dies gilt bis heute und wird in einigen Ländern auch rechtlich sanktioniert“ (Wikipedia).

In Deutschland lernt man das Wildpinkeln von der Pieke auf. Es wird regelrecht kultiviert. Setzten Sie sich in den Park und Sie werden staunen. An einem schönen, sonnigen Tag werden die Jungs zu den Bäumen geschickt und die Mädels ins Gebüsch! Was in Deutschland als selbstverständlich scheint, ist in den USA absolut verpönt und gilt als Zeichen einer schlechten Kinderstube. In Österreich gilt es als Anstandsverletzung und wird bestraft. Was ist mit Brüssel, schließlich haben sie als Wahrzeichen das „Manneken Pis“!

Zum Thema Pinkeln erfahre ich ganz skurrile Gesetze und Gewohnheiten. Andere Länder, andere Sitten. In Singapur zum Beispiel, ist es verboten, in einem Fahrstuhl zu pinkeln. In Illinois (USA) ist es verboten, dem Nachbarn in den Mund zu pinkeln. In England soll es einer schwangeren Frau erlaubt sein, überall zu urinieren. Doch, wenn ein Taxifahrer in England auf die Toilette muss, wird es komplizierter. Ein Taxifahrer darf sein Fahrzeug nicht verlassen, wenn es auf einer öffentlichen Straße steht. Das heißt, er darf hinten am Fahrzeug pinkeln, muss dabei aber mit einer Hand Kontakt zum Fahrzeug halten.“ (www. Benimmregeln –reise.de)

Übrigens, bei Ihrer nächsten Mallorca-Reise bitte beachten: Am Strand von Muro darf seit Juli 2011 „rücksichtsloses Verhalten“ wie Urinieren am Strand oder im Wasser mit saftigen Geldstrafen von bis zu 3000 Euro bestraft werden. (www.news.at)

Und bei uns? Wir tun es, aber erlaubt ist es nicht: Wildpinkeln ist eine Ordnungswidrigkeit! Nach §118 Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG). Die Höhe ist unterschiedlich, je nach Stadt/Kommune. In Berlin wird man mit €20 Euro bestraft. Wie sieht es in Köln aus? Da werden Wildpinkler mit €100 Euro zur Kasse gebeten (uns egal, wir machen es trotzdem!). Lassen Sie sich bloß nicht erwischen!

Text: be süd

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