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Politik

Quo vadis U-Bahn-Bau? Die KVB informieren zur Lage in der Südstadt

Freitag, 15. Juli 2011 | Text: Antje Kosubek | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Der Ortsverein der SPD in der Kölner Südstadt und die „Lobby für die Südstadt“ hatten am vergangenen Mittwoch zu einer Informationsveranstaltung in den Vringstreff eingeladen. Vorausgegangen war ein Treffen im Juni mit Klaus Harzendorf, dem Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik der Stadt Köln und Anwohnern sowie Interessensgemeinschaften der Kölner Südstadt. Viele Fragen rund um die Neugestaltung des Chlodwigplatzes und den weiteren Verlauf des U-Bahn-Baus waren an diesem Juniabend unbeantwortet geblieben. „Meine Südstadt“ berichtete bereits.

 

Nun sollte die KVB ihre Chance bekommen, diese Informationslücken zu füllen und  Anwohnern, Vermietern und weiteren interessierten Südstädtern Rede und Antwort stehen – was die KVB, vertreten durch Pressesprecherin Gudrun Meyer, dem Bautechniker und Abschnittsbereichsleiters Lothar Gerstenberger sowie Projektleiter Horst Heinrichs dann auch versuchten.

 

Im Norden geht es voran

Die brennende Frage des Abends war die nach dem Terminplan der KVB: Wann werden die Südstädter endlich vom Anblick der permanenten Baustellen erlöst? In welchem Maße werden Anwohner, Geschäftsleute und Vermieter weiterhin von der Baustellensituation rund um den Chlodwigplatz, Bonner Wall und Severinstrasse beeinträchtigt?

Projektleiter Heinrichs versuchte den Zündstoff mit einer Power Point Präsentation zu entschleunigen und hielt den rund 20 anwesenden Gäste einen ausführlichen Vortrag zum derzeitigen Stand der Nord-Südbahn und der Ausbau der Haltestellen. Fazit: 58 Fahrtreppen (Rolltreppen), 13 Aufzüge und unendliche Kabellängen werden für die für fast vier Kilometer lange Strecke verbaut, und vor allem im Kölner Norden geht der Innenausbau weiter voran. Die KVB plant die Inbetriebnahme der neuen U-Bahn-Haltestelle Breslauer Platz im Dezember diesen Jahres.

 

Chlodwigplatz wird zur Baustelle, Parkplätze am Severinswall fallen weg

Im Bereich der Severinstrasse, Chlodwigplatz und Bonner Wall wurde der Rohbau fertiggestellt. In den kommenden Wochen soll mit der Ausbauphase begonnen werden. Ende Juli wird der Chlodwigplatz deshalb zur Baustelle. Die „erste Ausbauphase“ startet im August 2011 und die zweite im ersten Quartal 2012. Die bauliche Fertigstellung der Haltestelle Chlodwigplatz ist dann von Seiten der KVB für Ende 2013 geplant, natürlich immer alles ohne Gewähr, denn man hat ja aus der Vergangenheit gelernt.

Weiter südlich wird es künftig wieder schwieriger, einen Stellplatz fürs Auto zu finden: Der Parkplatz am Severinswall soll spätestens ab August 2011 wieder als Baustellenbereich genutzt werden und macht die Südstädter um fast 30 wohnortnahe Parkplätze ärmer. Ebenso wird es zwei Baustellenbereiche auf dem Chlodwigplatz geben.

 

Der Zeitplan rutscht nach hinten

Der Besitzer eines Wohn- und Geschäftshauses am Chlodwigplatz konfrontierte den KVB-Projekleiter mit früheren Terminplänen der Kölner Verkehrs Betriebe. Man muss sich vor Augen führen, dass der Ratsbeschluss der Stadt Köln zur Übertragung der Bauherrenschaft der ersten Baustufe im Jahr 2001 erfolgte und im November 2003 die KVB mit dem Baubeginn beauftragt wurde. Noch 2002 war die Inbetriebnahme der Nord-Süd-Bahn für das Jahr 2010 vorgesehen. Im Jahr 2006 veröffentlichte die KVB eine Baudokumentation mit dem voraussichtlichen Datum der Inberiebnahme für 2011. Das die Anwohner kaum noch Vertrauen in die Terminangaben der KVB haben, ist nach diesen Erfahrungen nachvollziehbar.

Dafür zeigt auch Projektleiter Horst Heinrichs Verständnis und versucht sich in Erklärungen. Die schwierigen Bausituation rund um den Waidmarkt, entsprechende Kostensteigerungen und den vorübergehenden Baustopp der Stadt nach dem Einsturz des Archivs nannte er als Gründe für die Zeitverzögerung. Die nachfolgende Kostenexplosion habe dazu geführt, dass laufende Ausschreibungen und Vergaben gestoppt wurden. Auch die KVB beklagt hohe Kosten für Haltstellen, die nicht benutzt werden können.

 

Bauarbeiten auch nachts

Doch wie geht es weiter? Die Anwohner wünschen sich Klarheit und transparente Kommunikation: Wie lange wird es noch zu weiteren Belästigungen (Lärm, Dreck, Nachtarbeiten, Parkprobleme für Lieferanten usw.) kommen? Mit welchen Zuständen muss man in den kommenden ein bis zwei Jahren der Ausbauphasen rechnen?

 

Heinrichs sagt zu, dass keine Nachtarbeiten mehr geplant sind, alle weiteren Bauarbeiten sollen nur noch im Zwei-Schicht-Betrieb statt finden. Kurzfristige Beeinträchtigungen durch Schwerlaster oder Kräne kann und wird es geben, die auch den Baustellenbereich ausweiten werden. Diese Situationen sind aber für einen eng gesteckten Zeitraum (ein bis zwei Wochen) geplant. Die komplette Fertigstellung und Inbetriebnahme an der Severinstrasse hängt zudem vom Brückenbau und Gesamtbetrieb ab  – es ist geplant, die Brücke an der Severinstrasse (Am Perlengraben) zu sanieren.

 

Linie 17 verbindet Südstadt mit Rodenkirchen

 

Und doch gibt es Licht am Ende des Tunnels: Die KVB plant eine Teilinbetriebnahme mit einer Verstärkerlinie vor, die noch den Plannamen „Linie 17“ trägt. Sie soll von der Severinsstrasse bis nach Rodenkirchen fahren und die Linien 15 und 16 verstärken. Ihr Weg führt über den Chlodwigplatz zum Bonner Wall und dann durch den Tunnel unter der Alteburger Strasse hindurch bis zum Rheinufer. Die leider vernachlässigte und schon fast fertig gestellte Haltestelle Marktstrasse bleibt davon unberüht und wird weiterhin nicht genutzt werden können.

Der SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Karl-Heinz Walter möchte wissen, warum diese „Zusatzlinie“ dann nicht bis zur Haltestelle Sürth verlängert wird, damit beispielsweise die Gymnasial- und Gesamtschüler davon profitieren können. Die KVB begründet ihre Entscheidung  damit, dass man in Rodenkirchen alle Bebauungen bereits getroffen habe. Die Kosten von rund 2,5 Millionen Euro für eine neue Wendeanlage in Rodenkirchen seien bereits verplant.

 

Bis die „Linie 17“ Realität wird, vergeht allerdings noch einige Zeit: Der Plan dafür wird erst nach den Sommerferien in den Rat der Stadt gebracht und muss dort beschlossen werden. Selbst nach einem Beschluss ist noch viel Geduld gefordert, denn fahren kann die Bahn erst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 (!). Die KVB begründet diesen späten Zeitpunkt mit diversen Vorlaufzeiten, unter anderem auch für Signaltechniken.

 

Busse queren bis mindestens 2018 den Chlodwigplatz

 

Eines ist nach Angaben der KVB klar: Durch den Archiveinsturz wird eine Komplettinbetriebnahme der Nord-Süd-Bahn nicht vor 2018 möglich sein. Das bedeutet auch, dass die Buslinien 132 und 133 noch weiterhin über den Chlodwigplatz fahren werden. Sollte eine Komplettinbetriebnahme der Nord-Süd-Bahn 2018 erfolgen, dann werden beide Busse nur noch bis zum Chlodwigplatz fahren. Die Endhaltestelle ist vor dem REWE an der Bonner Straße geplant, und die Wendeschleife wird der Kreisverkehr am Chlodwigplatz sein.

Die neu gegründete Interessensgemeinschaft „Gestaltung des Chlodwigplatzes“ meldet sich auch zu Wort. Ihr Anliegen ist es, den Chlodwigplatz zu einem fußgängerfreundlichen Knotenpunkt der Südstadt zu gestalten. Zudem will die Initiative den Veedelsplatz wieder zum Leben erwecken und als Schauplatz kultureller und kölscher Darbietungen kultivieren. Das ist offenbar auch im Interesse der Stadt Köln. Dort liegen Planungen vor, den Autoverkehr von der Severinstraße auf die Brunostraße umzuleiten und dort die Zufahrten über den Ring zu ermöglichen.  

 

„Wir sind hier Niemandsland!“

Nach bisherigen Erkenntnisse wäre ein autofreier Chlodwigplatz jedoch grundsätzlich erst nach Gesamtinbetriebnahme 2018 möglich. Bis dahin werden die Buslinien 132 und 133 noch den Platz überqueren müssen. Die bisherigen Erfahrungen der Interessensgemeinschaften rund um den U-Bahn-Bau haben gezeigt, dass die Planungen für die Gestaltung des Chlodwigplatzes jetzt schon und vor allem gemeinsam mit der Stadt und den Beteiligzen kommuniziert und erarbeitet werden sollten.

Die IG Severinsviertel regt an, sich direkt und sofort mit der Stadt Köln zusammenzusetzen und über Planungen und Gestaltungsmöglichkeiten zu diskutieren, sowie  ähnliche Gremien wie damals bei der Gestaltung der Severinstrasse zu bilden. Ihre vielen Erfahrungen im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Severinstrasse könnten sie nun weitergeben und beratend zur Seite stehen.

Für Dagmar Kutsch vom Vorstand der IG „Gestaltung des Chlodwigplatzes“ bildet sich die Problematik des Chlodwigplatzes am jüngsten Beispiel der Straßenfeste in der Südstadt ab: „Das Strassenfest der Bonner Straße endete am Kreisverkehr, das Fest der Severinstrasse am Severinstor. Wir sind hier Niemandsland!“, und mit Nachdruck fordert sie: „Hier soll endlich wieder Leben einkehren!“ .

Infos erhält man über
IG „Gestaltung des Chlodwigplatzes“ per Mail: ig.gestaltungchlodwigplatz@gmx.de

Text: Antje Kosubek

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