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Südstadt

Toi et Moi et „francofolie“

Freitag, 13. Januar 2017 | Text: Alida Pisu | Bild: Toi et Moi/Tamara Solis

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Am kommenden Samstag fällt in der Lutherkirche im Rahmen der Worldmusic-Serie des „Jalla-Yalla“-Teams der Startschuss für ein neues Festival: „francofolie“. Alles dreht sich um französischsprachige Popmusik, vom klassischen Chanson bis zur francophonen Folk-, Pop- und Global Music-Szene. Neben der Gruppe „Chanson Trottoir“ wird auch das Duo „Toi et Moi“ auftreten. „Meine Südstadt“ traf sich – natürlich – im Bistro Epicerie Boucherie mit den beiden Band-Mitgliedern Julia Klomfaß und Raphael Hansen zu einem Gespräch über Musik, Melancholie und die tänzerische Leichtigkeit des Seins.

 

Meine Südstadt: Wie kommt Ihr zur Musik?

Raphael Hansen: Ich bin Gitarrenlehrer. Ich mache Musik, seit ich klein bin. Meine Mutter hat direkt gesagt: „Du machst irgendein Instrument“. Das gab es also schon immer. Ich habe lange Trompete gespielt und bin dann immer mehr zur Gitarre gekommen. Das ist auch mein Beruf. Musik prägt unser Leben, unser gesamtes Berufsleben, aber auch sehr viel von unserer Freizeit. Es ist sowohl eine Leidenschaft als auch der Beruf.

 

Julia Klomfaß: Mein Vater ist Musiklehrer, deshalb habe ich schon mit 2, 3 Jahren angefangen, das vom Papa mitzukriegen. Ich habe zwischendurch versucht, etwas anderes zu studieren, weil ich dachte: „Mit Musik Geld zu verdienen, wird schwierig, mach lieber was Gescheites.“ Aber ich bin dann trotzdem beim Musikstudium gelandet, das ich auch abgeschlossen habe.

 

Und, wie ist es nun mit dem Geldverdienen? Könnt Ihr von der Musik leben?

Julia Klomfaß: Es ist eine Mischung. Wir leben zum Teil von unserer Musik, also von Toi et Moi. Ich mache noch Theater- und Filmmusik und Raphael ist noch im Unterrichtsbereich. Alles hat mit Musik zu tun.

 

Raphael Hansen: Von Toi et Moi allein können wir nicht leben. Dazu müssten wir das anders angehen. Aber wir haben das auch ganz bewusst so entschieden. Wir wollten es nicht darauf anlegen, davon zu leben. Denn dadurch kriegt es einen sehr viel höheren Zwang. So verliert es die Leichtigkeit und wir wollen es ja in erster Linie machen, weil wir es sehr gerne machen. Und die Konzerte, die wir aussuchen, sind die Konzerte, auf die wir Lust haben, wo wir denken, dass es ein schönes Ding ist. So wie jetzt am Samstag. Wir müssen nicht jeden Job annehmen. Dazu ist uns Toi et Moi viel zu schade.

 

Stichwort Samstag. Ein neues Festival: „francofolie“. Ist das für Euch etwas Besonderes?

Raphael Hansen: Der Kontakt kam über Jan Krauthäuser von Humba e. V. Er hatte die Idee. „Lass uns doch ein französisches Festival machen. Mit französischem Essen, französischer Musik und danach noch Party.“ Und da war für uns sofort klar, dass wir das machen wollen.

 

Wie würdet ihr Eure Musikrichtung bezeichnen?

Raphael Hansen: Wir singen natürlich auf Französisch, alle unsere Lieder, es sind auch nur eigene Lieder. Die fallen in die Rubrik Chanson, aber wir singen keine klassischen Chansons. Wenn man uns vergleichen würde mit Chansonniers, dann ist das musikalisch ein Unterschied. Da wir sehr folkige Musik machen, im Sinne von Gitarren, und verschiedene Instrumente dazu bringen, kommt der Einfluss nicht direkt von den Chansonniers, sondern eher von den amerikanischen Songwritern.

 

Über welche Themen singt Ihr?

Julia Klomfaß: Viele Texte handeln vom Mensch-Sein an sich, Menschlichkeit untereinander, Liebe, Freundschaft. Dann aber auch immer wieder Themen, die das Weltgeschehen nicht politisch betrachten, aber was man halt so beobachtet auf der Welt. Was wir nicht machen, vielleicht im Unterschied zum Chanson, ist ein politisches Statement. Oder eine ganz klare Geschichte zu erzählen. Wir haben zwar Geschichten und es sind Bilder, die wir erzählen…

 

Raphael Hansen: … aber ohne Appell. Man betrachtet Dinge, hat eine Meinung dazu, aber man fordert nicht den Anderen auf, unserer Meinung zu folgen.

 

Wer macht was bei Euch?

Raphael Hansen: Bei einem Großteil der Songs kommt die Grundidee von mir. Meistens habe ich eine Idee an der Gitarre. Dann treffen wir uns, es gibt ungefähr eine Form und eine Struktur. Und dann kommt Julias Farbe dazu, die verändert den Song automatisch. Erstens ihre Stimme und zweitens das Instrument, das sie spielt. Weil das sehr wechselhaft ist. Sie spielt sehr unterschiedliche Instrumente: singende Säge, Mandoline, Akkordeon. Klavier, Gitarre, Klarinette. Im Endeffekt kriegt es dadurch erst das „Toi et Moi – Ding“, durch die Farben, die dazu kommen.

 

Julia Klomfaß: Die meisten Lieder schreibt und komponiert Raphael, weil es für mich manchmal schwierig ist, da ich die Sprache nicht so flüssig beherrsche wie das Deutsche. Deshalb hat Raphael auch den Hauptanteil an den Songs.

 

Raphael Hansen: Aber offiziell haben wir alle Lieder zusammen geschrieben. D.h., es ist im Prinzip nur der Prozess vorher. Dadurch, wie wir da kommunizieren, ist es immer unser Sound. Es ist immer „Toi et Moi“ und nicht das von Julia oder das von Rapahel.

 

Lass uns doch ein französisches Festival machen.

 

Euer musikalisches Motto lautet „Tänzerisch leicht und melancholisch schwer“. Das sind zwei Extreme und das ist auch eine ziemliche Gratwanderung.Wie schafft Ihr die?

Julia Klomfaß: Es ist ja nicht der Anspruch, das in einem Lied, sondern im kompletten Programm zu vereinen. Manchmal passiert es auch in einem Lied, dass es am Anfang sehr schwer beginnt und dann gibt es eine Wendung, dass es sehr positiv wird. Melancholie bedeutet ja nicht, man ist einfach nur traurig und düster, sondern unsere Songs haben, auch wenn sie mal langsamer oder ruhiger sind, auch immer noch eine positive Ausstrahlung, in dem, wie wir singen oder es instrumentieren.

 

Das habe ich auch so empfunden. In den Liedern, die ich von Euch gehört habe, war etwas Melancholisches, trotzdem auch eine schwebende Leichtigkeit. Das muss man erst mal hinkriegen!

Julia Klomfaß: (lacht) Vereint in unseren Charakteren, die wir nach außen kehren!

 

Raphael Hansen: Es hat fast immer eine leichte Melancholie, aber nicht so eine depressive Traurigkeit, das ist fast nie. Und die Spannbreite ist im Konzert dann auch so, dass man sagt, man kann zwischendurch mal tanzen und sich bewegen, aber gleichzeitig auch einfach mal seufzen und das sacken lassen. Diese beiden Möglichkeiten. So wie das Leben halt ist. Man hat die Höhen und die Tiefen und die versuchen wir auch abzubilden.

 

Warum singt ihr ausgerechnet französisch? Warum nicht englisch oder deutsch?

Julia Klomfoß: Es ist wahnsinnig schön, französisch zu singen. Es ist wahnsinnig weich, sich darin zu bewegen. Im Gegensatz zur deutschen Sprache, die immer auch etwas Hartes hat, die man ganz anders formulieren muss, damit es schön klingt oder poetisch, aber nicht zu poetisch. Im Französischen, jetzt im unserem Fall, sind unsere Stimmen sehr gut dafür in der Sprache. Englisch war für uns nie eine Frage und im Deutschen wäre es auch möglich, aber es würde anders klingen.

 

Raphael Hansen: Es wäre alles anders, auch die Instrumentierung. Die Sprache beeinflusst das sehr stark. Das Tolle am Französischen ist die Sprache selber, weil man da sehr schön mit arbeiten kann.

 

Habt Ihr eine Intention bei Eurer Arbeit?

Raphael Hansen: Ich würde es mal so formulieren: ich habe gar keine Wahl, was Musik angeht. Das ist so in mir drin, ich muss es so dringend machen, sonst geht es mir nicht gut, dass ich es nicht hinterfragt habe, welche Intention ich dabei habe. Es ist einfach ein ganz fundamentales Bedürfnis, Musik zu machen. Ich kann auch jederzeit, egal, ob ich jetzt 6 Stunden unterrichtet habe, mich hinsetzen und Gitarre spielen. Und es würde mich nicht langweilen. Und das Liederschreiben habe ich auch schon mit 12, 13 Jahren angefangen, ich kann nicht anders. Selber versuchen, etwas zu erschaffen, das ist das, was mich am meisten reizt.

 

Julia Klomfaß: Ich glaube, dass man in der Musik einen großen Teil von dem, was man erlebt, verarbeitet. Und das dann in Worte, Melodie und Töne fasst und im schönsten Fall Leute damit berührt. Und denen im nächsten Schritt einen schönen Abend macht und dafür sorgt, dass die Leute das annehmen können. Auch mit Musiken, die vielleicht textlich gar nicht zum Nachdenken anregen, wobei man aber abschalten kann.

 

Eine neue CD, es ist die dritte, ist gerade erst erschienen?

Ja, wir machen nichts mit Plattenvertrag und Manager. Das machen wir lieber alles selber, damit wir für uns entscheiden können, was wir machen wollen und was nicht.

 

Ihr bringt die CDs im Selbstverlag heraus und verkauft sie auch selbst? Julia Klomfaß: Ja, das funktioniert auch ganz gut. Der CD-Verkauf nach dem Konzert ist ganz schön, wir haben sie ja nicht im Vertrieb.

 

Raphael Hansen: Man kann sie aber auch auf unserer Webseite bestellen. Wir werden am Samstag beim Festival eine Mischung aus allen drei Alben spielen. Dann darf man ja gespannt sein auf „Tänzerisch leicht und melancholisch schwer“.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Mehr im Netz

www.toietmoi.de

 

Samstag, 14. Januar 2017, 20 Uhr

Global Groove Party” Live dabei: Toi et Moi, Chanson Trottoir & Gäste, DJs: Jan Ü. & David B.

Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 2 -4, 50677 Köln

 

Text: Alida Pisu

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