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Sport

Trost durch Philosophie

Montag, 4. Februar 2013 | Text: Roger Lenhard | Bild: DesignWork, Köln

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Es gibt unterschiedliche Arten zu lesen. Da gibt es die Pedanten, die alles Angefangene akribisch zu Ende lesen und sich das Wissenswerte einprägen. Und es gibt die Systematiker, die sich zu bestimmten Wissensgebieten gezielt Lektüre zusammen stellen. Ich bin weder Pedant noch Systematiker. Ich lese dieses und jenes, nach Lust und Laune, nicht selten aus purer Langeweile. Das, was mir gerade so in die Hände fällt. So schwirren bei mir meistens irgendwelche Gedanken und Einfälle durch den Schädel, die nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen sind. Sind sie es doch einmal, so ist keineswegs sicher, ob es die klügeren Gedanken sind. Bei dem Denkkuddelmuddel fällt es schwer, das Selbsterdachte vom Aufgeschnappten zu unterscheiden, geschweige denn sich an die Quellen zu erinnern.

 

Am Samstagabend nach der deprimierenden Pleite des FC Schalke 04 gegen den Tabellenletzten Greuther Fürth gingen mir dann Dinge durch den Kopf, deren Herkunft mir ausnahmsweise sofort klar war. Es war ein Text über den französischen Philosophen Montaigne, den ich Tage zuvor gelesen hatte. Großen bleibenden Einfluss auf den französischen Denker hatten antike Philosophen, die sich mit alltäglichen Fragen der Lebensführung auseinandersetzten und Übungen vorschlugen, um sich besser gegen die Ärgernisse des Lebens schützen zu können. Der Stoiker Epiktet verfasste folgende Verhaltensregel: „Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschst, sondern sei zufrieden, dass es so geschieht, wie es geschieht, und du wirst in Ruhe leben.“

Entscheidend für das Seelenheil der Menschen ist die Überlegung, dass es ein relevantes Inneres – das Eigene –  und ein irrelevantes Äußeres – das Fremde – gibt. Während das Eigene beeinflussbar ist und unserer ganzen Aufmerksamkeit bedarf, ist das Äußere unserer Gestaltung entzogen und sollte unser Gemüt nicht belasten. Dies zu beherzigen ist schwer. Es bedarf daher der täglichen Übung. Eine der Techniken bestand in der Vorstellung, über der Erde zu schweben und herabzublicken, um festzustellen wie unwichtig und klein alles ist (Reinhard Mey wusste ein Lied davon zu singen). Eine andere Technik gründet auf der Idee, die Zeit kreise um sich selbst und alles wiederhole sich. Man selbst würde immer wieder leben, genauso wie sich alle Ereignisse um einen herum immer wiederholten. Die zunächst erschreckende Vorstellung führt dazu, dass die nicht beeinflussbaren Ereignisse an Wichtigkeit verlieren und die Aufmerksamkeit für die Möglichkeiten der eigenen Lebensgestaltung erhöht wird. So richtig hat es bei mir noch nicht funktioniert. Mir fehlt ja auch die Übung, aber abgelenkt war ich dennoch.

Aus der Schalker Krise, die auch immer Wendepunkt sein kann, ist mit der Niederlage gegen Fürth eine Katastrophe geworden. Nachdem der Trainer vorab schon mit dem Siegel „Völlig ungeeignet“ versehen wurde, ist nun der vor drei Monaten noch gefeierte Manager Horst Heldt ins Fadenkreuz der Kritik geraten. Insbesondere, dass er den Jungnationalspieler Lewis Holtby für eine lächerliche Summe von 1,75 Mio. vorzeitig nach England ziehen ließ, wird ihm vorgeworfen. In dieser Situation zum nächsten Spiel nach München fahren zu müssen, ist besonders bitter. Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.

Dass Spitzenspiele vom Blatt auch tatsächliche Spitzenspiele sein können, zeigte sich am Sonntag, als Dortmund in Leverkusen 3:2 gewann. In einer hochklassigen Partie gingen die Dortmunder schnell 2:0 in Führung. Alles schien für die Dortmunder zu sprechen, doch Leverkusen schaffte mit rasantem Spiel in der zweiten Halbzeit durch zwei schnelle Treffer den verdienten Ausgleich. Ein blöder Rückspielpatzer führte zum glücklichen 3:2 für den BvB, denn die Dortmunder wirkten zu diesem Zeitpunkt angezählt. Insgesamt geht der Sieg durchaus in Ordnung, obgleich die Westfalen für ihre Verhältnisse viel zu viele Torschüsse und Chancen zuließen. Solange man aber gewinnt – und darauf kommt es an – ist risikoreiches Spiel „Hupe“ und erhöht sogar den Unterhaltungswert für die Zuschauer. Dortmund ist jetzt die Nummer zwei im Lande und die Nummer eins in NRW. Der Himmel über dem Revier ist in diesen Tagen wolkenverhangen, doch irgendwann kommt die Sonne heraus, und der Pott wird wieder blau mit vereinzelten weißen Wölkchen.
 

Glück auf!

 

Die Ergebnisse des 20. Spieltages

Bremen : Hannover 2-0
Düsseldorf : Stuttgart 3-1
Hoffenheim : Freiburg 2-1
Wolfsburg : Augsburg 1-1
Mainz : Bayern 0-3
Schalke : Fürth  1-2
Hamburg : Frankfurt 0-2
Nürnberg : Mönchengladbach 2-1
Leverkusen : Dortmund 2-3

 

Text: Roger Lenhard

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