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Kultur

Von „Kein schöner Land“ bis AC/DC

Dienstag, 9. Juli 2019 | Text: Reinhard Lüke | Bild: rudelsingen.de

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Rudelsingen mit Gika Bäumer heute in der Wagenhalle. Früher war gemeinsames Singen in erster Linie was für ältere Zeitgenossen. Und die sangen meist im Kirchenchor, der aber auch nur vor Weihnachten und Ostern probte. Heute gehört man schon fast zu einer Randgruppe, wenn man nicht in irgendeiner Sangesgemeinschaft aktiv ist. Darüber hinaus erfreut sich auch das ungeprobte Singen im Kollektiv zunehmender Beliebtheit. Katrin Höpker füllt damit seit fast zehn Jahren Kneipen und andere Lokalitäten, die Initiative „Loss mer singe“, einst zum Karnevalsvorglühen gegründet, ist längst auch ganzjährig unterwegs und im September will Kölsch-Barde Björn Heuser 20 000 Leute in die Arena locken. Zum Mitsingen. Heute Abend wird jedoch erstmal in der Wagenhalle in der Südstadt im Rudel gesungen. „Rudelsingen“ ist ein Unternehmen mit Sitz in Münster, das seit 2011 die gesamte Republik flächendeckend mit Mitsingkonzerten unterhält, wobei insgesamt zehn Teams an Vorsängern und Musikern im Einsatz sind. Den Abend in der Wagenhalle bestreitet das „Team Bäumer“, bestehend aus Sängerin Gika Bäumer und Keyboarder Lutz Angermann. Die Südstädterin, hauptberuflich Musikpädagogin, war mehrere Jahre Frontfrau des Quartetts Sing Bar Sing, das mit etwas anderen Versionen deutscher Schlager von sich hören machte.

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Im Gespräch mit Reinhard Lüke erklärt Gika Bäumer, wie sie zum Rudelsingen kam, wie das Ganze funktioniert und warum gemeinsames Singen glücklich macht.

Woher kommt die neue Sangeslust?
 
Ich glaube, es ist das Erleben von Gemeinschaft, das die Menschen in die Mitsing-Konzerte treibt. Auch wenn man allein dort hingeht, hat man spätestens nach ein paar Liedern Kontakt zu seinen Nebenleuten. Gemeinsam zu singen ist was unheimlich Geselliges. Inzwischen ist ja auch wissenschaftlich erwiesen, dass beim Singen das Kuschelhormon Oxitocyn ausgeschüttet wird. Und anders als in manchen Chören kann man bei uns ohne jeden Druck singen. Da muss keiner Angst haben, sich zu blamieren, wenn er nicht alle Töne trifft.

Wie bist du dazu gekommen?

Es gab ein erstes Rudelsingen in Kalk, wonach mich eine Bekannte angesprochen hat und meinte, das wäre doch genau mein Ding. Was ich überhaupt nicht so gesehen habe. Doch dann habe ich mir das ein paar Mal angesehen und hab´ mich überzeugen lassen. Ich hatte dann mein erstes Konzert im Sommer 2017 im Altenberger Hof. Inzwischen macht mir das unglaublich viel Spaß.
 
Wie sieht das Publikum aus?
 
Zu unseren Veranstaltungen zieht es vor allem Frauen um die 40 und aufwärts. Aber es kommen auch 20jährige in Cliquen und unsere älteste Teilnehmerin war 85. Wobei wir in der Südstadt auch immer einen bemerkenswert hohen Männeranteil haben. Sonst singen Männer ja allenfalls im Stadion beim Fußball.

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Wie läuft das Ganze ab?
 
Es geht immer pünktlich um 19 Uhr 30 los und dann zweieinhalb Stunden lang. Die Texte der Songs werden für das Publikum per Beamer an die Wand projiziert. Das Ganze ist in der Regel in drei Sets mit jeweils acht Stücken aufgeteilt. Die Leute brauchen zwischendurch auch mal ne Pause und ein Kaltgetränk. Mein Keyboarder Lutz Angermann und ich auch. Lutz ist ein unglaublich versierter Musiker, der bei Roncalli gespielt hat und ein toller Jazz-Pianist ist. Nur manchmal hat er bei unseren Auftritten auch Pause. AC/DC oder „Satisfaction“ geht für meinen Geschmack nicht mit einem Keyboard allein. Da greifen wird dann ausnahmsweise auf Playback zurück.
 
Welche Musik kommt beim Rudelsingen zum Einsatz?
 
Das Programm gestalten wir für jeden Abend neu. Zumindest wenn wir in einer Location auftreten, in der wird zuvor schon gewesen sind, wie jetzt in der Wagenhalle, gibt’s da keinen Song, der schon beim letzen Mal dabei war. Heute Abend haben wir den Schwerpunkt Sommer mit Liedern, die in die Jahreszeit passen. Und von denen gibt´s ja eine ganze Menge. Ansonsten ist die einzige feste Größe bei unseren Konzerten, dass von zwei Bands immer Songs dabei sind: Beatles und Abba. In Köln gibt’s natürlich regelmäßig kölsches Liedgut.

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Gibt es eine bestimmte Reihenfolge an Liedern, eine Dramaturgie?

Bei Sing Bar Sing hab´ ich mir immer einen Kopf gemacht, welche Lieder zueinander passen und in welcher Reihenfolge wir sie spielen sollten, möglichst harmonisch aufeinander aufbauend. Bei Rudelsingen spielen wir mit harten Brüchen und starken Gegensätzen. Da kommt unmittelbar nach einem Volkslied wie „Bunt sind schon die Wälder“ AC/DC  und dann geht es zum Beispiel mit Johnny Cash weiter. Diese ziemlich krude und wilde Mischung macht es aus und sie funktioniert.
 

Nach welchen Kriterien wählst du die Musik aus?

Die Lieder müssen natürlich einen gewissen Bekanntheitsgrad haben und relativ einfach singbar sein. Es gibt ja auch Hits, zu denen man zwar toll tanzen kann, die man aber als Laie gesanglich kaum hinbekommt. Ansonsten geht es querbeet durch die Jahrzehnte. Von Pop-, Rock- und Schlageroldies über Neue Deutsche Welle, Die Ärzte bis zu Helene Fischer und Mark Forster. Der Fundus ist riesig.
 

Rudelsingen, heute, um 19 Uhr 30 in der Comedia Wagenhalle, Vondelstraße 4, Eintritt: 11,- Euro. Wer es heute nicht schafft: Am 16. 9. wird an selber Stelle wieder im Rudel gesungen.

Text: Reinhard Lüke

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Kommentare

  • Jörg Espelta sagt:

    Hallo, ich möchte an dieser Stelle auf die von Edelweisspiraten-Zeitzeugen inspirierten und seit mehr als 11 Jahren stattfindenden sonntäglichen (18-20h) Mitsingkonzerte des Singenden Holunders in der Gaststätte Weisser Holunder hinweisen – auch wenn diese nicht in der Südstadt liegt. Eintritt frei, Musiker und Organisatoren werden durch Hutspende entlohnt.

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