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Politik Verkehr

Warten, bis die Bahn kommt…

Dienstag, 9. Oktober 2012 | Text: Judith Levold | Bild: Barbara Siewer

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

…das gefällt Sabine Röser nicht wirklich, denn das kann durchaus bis 2023 dauern. Die studierte Architektin aus der Südstadt möchte stattdessen den U-Bahnhof Bonner Wall lieber sinnvoll nutzen, schließlich ist das unterirdische Verkehrsbauwerk ja fertig, sogar der gläserne Aufzug zur Straße hin steht schon. „Ich stelle mir hier einen Raum der Möglichkeiten vor, eine Zwischennutzung als Bürgerakademie.“ sagt sie. Diese Station eigne sich besonders gut für eine temporäre Anders-Nutzung bis zur Inbetriebnahme der Nord-Süd-Stadtbahn, erklärt sie weiter, denn „es ist die letzte Station, bevor die Bahn oberirdisch weiterfährt. Das heißt, sie liegt direkt unter der Straßenoberfläche und anders als bei den anderen Bahnhöfen, ist hier die Fahrschiene zwischen den Bahnsteigen.“ Das habe zur Folge, dass man mit relativ einfachen Mitteln, bekannt aus Bühnen- und Veranstaltungstechnik, eine ebene Hallenfläche herstellen könne. Und damit hätte man einen 70m langen, 25m breiten und 10m hohen Raum mit gewölbten Decken – ausreichend Platz für beispielsweise große Bürgerversammlungen. Etwa so, wie es sie im Frühjahr im Gymnasium Rodenkirchen anlässlich der städtischen Info-Veranstaltung zum Thema ESIE gab.

 

Konzept für eine Zwischennutzung der U-Bahn Haltestelle Bonnerwall, stellte Sabine Röser vor.

 

ESIE heißt Entwicklungskonzept Südliche Innenstadt-Erweiterung und meint die Entwicklung des Areals zwischen Rheinufer und Südstadion sowie zwischen Schönhauser-/Markstraße und Eisenbahntrasse. Die Stadt Köln ist gerade dabei, diese 100ha große Fläche als Sanierungsgebiet festzusetzen. Planungen zur Nutzung für Wohnbebauung, Gewerbe, Schulen und zur Vollendung des inneren Grüngürtels über das Areal hinweg bis zum Rhein, gibt es bereits. „Ja, für die ESIE-Bürgerbeteiligung wäre das hier ein idealer Platz, denn er liegt genau IN dem ESIE-Areal.“ Findet Sabine Röser. „Denn wenn es hier eine komplette Gebietsneuordnung gibt, dann müssen die Bürger beteiligt werden. Hier kann man vor Ort diskutieren: was brauchen wir für ein solch neues Quartier, was kann man hier beispielgebend ausprobieren?“ Sabine Röser kennt sich aus mit Architektur und Planungen, gerade widmet sie sich in einem zweiten Studium der „Architektur“ von Prozessen, also wie man zum Beispiel Prozesse wie Bürgerbeteiligung strukturieren kann. „Dieser Ort wird noch lange Zeit nicht wie vorgesehen genutzt werden.“ meint sie, und „Warum aus ihm nicht einen Ort des Wandels machen?“. Mit Kongressen, mit Veranstaltungen, mit Denk- und Planungs-Werkstätten, in denen etwa über die Mobilität im neu entstehenden Viertel nachgedacht wird. Der Zeitraum, über den die von der Stadt geplante Gebietsneuordnung verlaufen wird, erstreckt sich über mehr als ein Jahrzehnt, da müsse dynamisch gearbeitet werden zu Themen wie Wohnen, Ernährung in der Stadt, Bundesgartenschau, klimaneutrales Bauen und Mobilität – das alles könne man an diesem Ort symbolträchtig tun. Auch Partner für die „Bespielung“ eines derart großen Raumes hat Sabine Röser schon im Auge, in ihrer Projektskizze führt sie die Lit.Cologne, die Architekturbiennale plan, Musik in den Häusern der Stadt und andere an. Mit ihrem Konzept, die Stadtbahnstation Bonner Wall zu einem Ort des Austausches, für eine nachhaltige und transparente Stadtentwicklungspolitik zu machen, hat sich Sabine Röser beim DKK, dem dialog kölner klimawandel beworben.

Der dialog kölner klimawandel ist eine Initiative des Katalyse Instituts für angewandte Umweltforschung in der Volksgartenstraße, des Hauses der Architektur Köln und des Instituts für angewandte Kreativität Köln. Ziel dieser Initiative ist, das Sprechen und Handeln bezüglich Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung im Verhältnis von Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft zu fördern. Etwa mit diesem Ideenwettbewerb 2012, zu dem jeder Bürger ein Konzept einreichen konnte. Sabine Rösers Projektskizze „Bis die Bahn kommt“ hängt in der Ausstellung im Deutzer Stadthaus als Plakat zwischen Vorschlägen zu Eco-Zertifikaten für Kölner Taxis, Baugruppen statt Großinvestoren auf dem Clouthgelände oder Latentwärmenutzung – ihre Idee birgt Zündstoff, genau wie die Debatte um eine Teilinbetriebnahme der Nord-Süd-Stadtbahn.

 

Brandstiftung am 8.10.2012 an der U-Bahnstation Kartäuserhof./ Bild: Jörg Aue

 

Eins sei klar, sagt Sabine Röser aus Erfahrung: „Leer stehende Bauwerke, die nicht genutzt werden, sind immer Opfer von Vandalismus und Verfall.“ Quod erat demonstrandum, möchte man meinen, sieht man die gestern aufgenommenen Bilder der Brandstiftung an der nagelneuen Rolltreppe der fertigen U-Bahnstation Kartäuserhof.

 

Projektskizzen des Ideenwettbewerbs 2012 vom dkk sind zu sehen
im Stadthaus Deutz, Magistrale vom 8.-18.10.2012, Eintritt frei
www.koelner-klimawandel.de
 

Text: Judith Levold

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