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Chlodwigplatz: Endlich beginnt der Umbau

Freitag, 12. Februar 2016 | Text: Stefan Rahmann | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Es müsste ja mit dem Teufel zugehen, wenn jetzt noch was schiefläuft. Die Pläne sind längst beschlossen, die Ausschreibung ist beendet, die Baufirma beauftragt. Am 29. Februar beginnen die Arbeiten zur Neugestaltung des Chlodwigplatzes. Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik, war in den Gemeindesaal von St. Severin gekommen, um einer mehr oder weniger handverlesenen Gruppe von schon seit langem in der Sache engagierten Anwohnern sowie Vertretern von Parteien und Initiativen kurz vor Baubeginn den zeitlichen Ablauf der Arbeiten vorzustellen. Nach der Begrüßung durch Andreas Hupke, Bürgermeister des Stadtbezirks Innenstadt, war Harzendorf an der Reihe: „Ja, jetzt geht es tatsächlich los. Der Umbau wird voraussichtlich bis Ende September dauern und 1,3 Millionen Euro kosten. Als erstes werden wir die Bushaltestellen der Linien 106 und 132 auf dem Chlodwigplatz zurückbauen. In Richtung Innenstadt halten die Busse dann nur noch vor dem Rewe auf der Bonner Straße. In Richtung Süden werden wir eine neue Haltestelle auf der Straße Im Ferkulum vor den Häusern Nummer 4 bis 8 einrichten. Die nächste Haltestelle Richtung Süden ist der Bonner Wall. Bis zur Vollinbetriebnahme der Nord-Süd-Bahn fahren die Busse weiter über den Chlodwigplatz.“ Es wird mindestens noch bis 2023 dauern, bis die Linie 17 zum Breslauer Platz durchfahren wird.

Für Autos endgültig gesperrt

Grundsätzlich: Der Chlodwigplatz wird nach Abschluss der Bauarbeiten Fußgängerzone sein, die man auch mit dem Rad befahren darf. An vielen Stellen wird man sein Rad abstellen können. Autos dürfen nicht mehr auf den Platz fahren. Es wird großzügige Flächen für Außengastronomie an den beiden Platzseiten geben. Auf der Platzmitte könnte ein Wochenmarkt stattfinden. Dafür gibt es bereits ein Konzept, über das jedoch noch nicht entschieden wurde. Während der Umbauarbeiten auf dem Platz werden schon Voraussetzungen für den Markt wie Leerrohre für Leitungen und Anschlüsse für Strom und Wasser geschaffen. Um fünf der Platanen auf dem Chlodwigplatz werden Rundbänke gebaut. „Die Aufenthaltsqualität wird deutlich verbessert“, erklärte Harzendorf.

Rundbänke um fünf Platanen

Der Umbau erfolgt in mehreren Phasen. Als erstes wird die neue Haltestelle im Ferkulum gebaut. Gleichzeitig werden auf der Westseite (T-Punkt) neue Leitungen verlegt, bevor die Gehwegplatten mit einer Größe von 30 mal 30 Zentimetern aufgebracht werden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Autoverkehr auf dem Chlodwigplatz bereits unterbunden. Während der gesamten Bauzeit bleiben alle Häuser jederzeit erreichbar, Wege für Fußgänger und Radfahrer sind eingerichtet, Anlieferverkehr ist möglich. Nachdem die Platzmitte ausgehoben ist, wird dort so genannter Drainage-Asphalt aufgebracht, der wasserdurchlässig ist und auf dem die Busse fahren können. Später verlegt man in der Platzmitte 10 mal 10 Zentimeter große Natursteine. Die findet man in bogenförmiger Verlegung vor vielen historischen Gebäuden in der Stadt. Die Steine werden gebunden verlegt, also in eine Art Mörtel gebettet. Damit ist gewährleistet, dass die Kehrwagen der AWB mit ihren rotierenden Besen nicht den Sand aus den Fugen kehren. Und der Platzbelag wird auch den Rosenmontagszugwagen standhalten. Wenn die Arbeiten auf Westseite abgeschlossen sind, geschieht das gleiche auf der Ostseite (Merzenich). Für Zeitverzögerung bei den Bauarbeiten ist die Rheinenergie verantwortlich. Die wird im Bereich Chlodwigplatz eine neue Fernwärmeleitung verlegen. „Das kann nur im späten Frühjahr und Sommer passieren, wenn klar ist, dass niemand mehr seine Wohnung heizt“, erklärte Harzendorf. Und wenn alles gut und wie geplant geht, sitzt die Südstadt Ende September auf Rundbänken unter Platanen oder genießt ihr Kölsch in der Außengastronomie mit einem völlig neuen Chlodwigplatz-Gefühl

„Dicke Schlitten“ in der Nacht

Anlass für Diskussionen war, dass der Platz eben bis mindestens 2023 nicht komplett für den Autoverkehr gesperrt wird, weil ja bis zur Inbebriebnahme der Nord-Süd-Bahn die Busse den Platz queren und somit auch Autos durchfahren können. „Dann stehen die dicken Schlitten abends weiter vor Osman Bey“, stellte ein Anwohner fest. Er forderte versenkbare Poller, die rauf- und runterfahren, wenn ein Bus den Platz befahren soll: „Das kann doch nicht so schwierig sein in der heutigen Zeit. Da baut man einen Chip in den Bus ein und lässt die Poller bei Bedarf automatisch runter.“ Gunther Höhn von den KVB widersprach energisch: „Das funktioniert nicht. Im Zehnminutentakt bei zwei Linien fährt da alle zweieinhalb Minuten ein Bus. Da fahren die Poller ständig rauf und runter. Die sind sehr störanfällig. Stellen Sie sich mal vor, der Poller bleibt oben und der Bus blockiert den Chlodwigplatz. Dann herrscht sofort ein Riesenchaos.“ Harzendorf verwies beim Vorgehen gegen „dicke Schlitten“ auf die rechtlichen Möglichkeiten: „Das können wir nur mit Beschilderung und verstärkten Kontrollen regeln. Aber bis Ende September ist der Platz ja eh nicht befahrbar.“ Und ab 2023 oder später wird er vom Kreisverkehr an abgepollert. Dann ist sowie Schluss mit Auto.

„Naschmarkt in der Kölner Südstadt“

Reiner Ströbelt vom Marktamt der Stadt erläuterte den Stand der Dinge in Sachen Wochenmarkt. Der könnte im Frühjahr des nächsten Jahres starten. Allerdings nicht als „normaler“ Markt von 7 Uhr bis 13 Uhr. Ströbelt stellt sich einen „Markt der Kulturen“ als „Naschmarkt in der Kölner Südstadt“ vor. Freitags von 15 Uhr bis 21 Uhr soll es einen Mix geben zwischen Verkauf von Nahrungsmitteln und Essen und Trinken an Ständen geben. Sogar Alkohol wird verkauft. Sogar gegen die „Ballermanisierung“ des Chlodwigplatzes hat man ein Konzept: Nur der wird Alkohol bekommen, der auch was zu Essen bestellt. Die Idee für den Naschmarkt hatte Dr. Christoph Dornbusch, Geschäftsführer der Agrar Konzept GmbH, die neben einigen Bio-Märkten wie dem auf dem Severinskirchplatz auch den neuen Markt mit Essen und Ausschank auf dem Rudolfplatz organisiert. Er würde auch gern den Naschmarkt betreiben. Und einen Markt für Kurzwaren wie Stoffe, Knöpfe und so weiter. Immer donnerstags am Nachmittag. „Nein, ich werde nicht der König vom Chlodwigplatz“, entgegnete er auf Vorhaltungen des Publikums, er wolle den Platz für seine Belange vereinnahmen. An einem Weihnachtsmarkt etwa habe er kein Interesse. Die Antwort auf die Frage, wie man einen solchen mit Nasch- und Kurzwarenmarkt vereinbaren könne, blieb er schuldig. Hupke sprach das Schlusswort: „Jetzt wird sich die Politik Gedanken machen müssen über ein Platzkonzept für den Chlodwigplatz, wie wir es für andere Plätze in der Innenstadt ja schon längst haben.“

Text: Stefan Rahmann

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