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Kultur

Werther ist Veganer, natürlich!

Freitag, 10. Januar 2020 | Text: Nina Giaramita | Bild: Comedia Theater

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Werther ist ein empfindsamer Hipster, der sich vegan ernährt, kein Smartphone hat und körperliche Anstrengungen meidet. Dieser Werther könnte ein kauziger Millennial sein. Einer, unter dem sich jeder Jugendliche halbwegs etwas vorstellen kann. Autor Daniel Ratthei hat den Klassiker von 1774 (!) aufpoliert und ins Jetzt überführt. „Werther in Love“ – so heißt das Stück, das jetzt als Uraufführung an der Comedia Premiere feiert.

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Die Inszenierung von Manuel Moser, seit letztem Jahr Leiter des Kinder- und Jugendtheaters der Comedia, richtet sich an Zuschauer ab 15 – also an diejenigen, die mit Werther schon einmal in Berührung gekommen sein könnten. Sie lernen in der rund siebzigminütigen Inszenierung einen Typen kennen, der trotz halbwegs moderner Fassade innerlich altmodisch ist, und von „Empfindungen“ und „Seele“ spricht. Gespielt wird Werther von Maximilian von Ulardt; schmal und mit schwärmerischem Gesichtsausdruck tobt er über die Bühne, gekleidet in einen roten Samtanzug und gold-glänzende Schuhe. Ihm zur Seite gestellt ist sein bester Freund Wilhelm, der Counterpart. Wilhelm (gespielt von Gareth Charles) ist bis zur Grobschlächtigkeit versaut und kann mit „Herz hier, Herz da“ nicht so viel anfangen.

Schön vulgär

Wilhelm, der in Goethes Roman als Figur im Grunde gar nicht auftritt, ist in „Werther in Love“ die greifbarste Figur. Gareth Charles gibt Wilhelm als schön vulgären Typen, dessen Spiel man mit einer aus Mischung aus Abscheu und Vergnügen folgen kann. Später wird er auch noch in die Figur von Werthers Rivalen Albert schlüpfen. Auch mit dieser Performance bleibt er eindrücklich in Erinnerung. Dann wäre da natürlich noch Lotte (gespielt von Laura Thomas), in die sich Werther unsterblich verliebt.

Werther in Love. Inzensiert von COMEDIA Theater Köln gGmbH 2020. Regie: Manuel Moser. Copyright: Christopher Horne.

Eine rasende Liebe soll das sein, die sich zwischen den beiden entspinnt – und die natürlich im digitalen Zeitalter angekommen ist. Wenn sich Lotte zum Date mit Werther verabredet, checkt sie vorher erst einmal per Google die „Top-Five-Aktionen für euer Stelldichein“. Die Liebe zwischen den beiden bleibt aber eine plakative Bühnenliebe; das Gefühl zueinander nimmt man den beiden nicht ganz ab. Womöglich liegt es daran, dass in dem Stück der Text, das Gespräch, sehr viel Raum einnimmt und kaum Zeit bleibt für bildhafte Momente.

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Bild- und lebhaft wird es vor allem immer dann, wenn die Schauspieler sich zu der treibenden Musik von Öğünç Kardelen im Raum bewegen und grafisch verschachtelte Projektionen an die Wände des raffinierten Bühnenquaders, in dem sich das Trio die ganze Zeit über bewegt, geworfen werden. Die drei klettern scheinbar mühelos an den Wänden entlang; wie Spielfiguren aus einem dystopischen Videospiel. Das gibt „Werther in Love“ ein wohltuendes Tempo.
Die Lektion, die man dabei letztlich lernt? Die, die 2020 genauso gilt wie 1774: Dass Liebe manchmal echt ganz schön weh tun kann – und gegen diesen Schmerz im Grunde so gar nichts hilft.

Werther in Love, Premiere und UA, Samstag 11.01.2020, 18h, weitere Aufführungen noch bis April.

Text: Nina Giaramita

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