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Kultur

Wir haben den ersten Preis abgeräumt

Montag, 27. November 2017 | Text: Alida Pisu | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Zwei Künstlerinnen aus der Südstadt, Birgit Pacht und Gaby Falk, inszenierten ein Theaterstück in Georgien. Wie sie dorthin kamen und was sie dort, in Batumi am Schwarzen Meer erlebten, darüber sprachen sie mit „Meine Südstadt“.

Meine Südstadt: Wie kam es dazu, dass Sie nach Georgien gefahren sind?
Birgit Pacht: Ich habe vor zwei Jahren ein Stück in der Comedia inszeniert und da hat Tamara Burduli mitgespielt, die georgischer Herkunft ist und seit fünfzehn Jahren in Deutschland lebt. Sie ist eigentlich eher Tänzerin als Schauspielerin und hat immer gesagt: „Es wäre so toll, wenn du mal ein Stück mit mir in Georgien inszenieren würdest. In meiner Heimat gibt es jedes Jahr ein Sommerfestival. Innerhalb des Festivals muss etwas erarbeitet werden und das kommt dann im Rahmen des Festivals auf die Bühne. Geh doch mit mir dahin.“

Hatte sie schon eine konkrete Idee???

Birgit Pacht: Nein, sie hatte nur das Bedürfnis, innerhalb dieses Festivals mitzumischen. Sie hatte auch einen Grund dafür, weil sie eine Zwillingsschwester hat, die eine berühmte georgische Schauspielerin ist und in jedem Jahr in diesem Festival mitspielt. Ich glaube, sie wollte ihr beweisen: ich kann auch was. Und dieses Jahr hat sie mich weich geklopft, durch ihren intensiven Wunsch und ihre Beharrlichkeit. Dann habe ich gedacht: „Mit wem würde ich mir wünschen, sowohl in ein fernes Land zu reisen, als auch künstlerisch zusammenzuarbeiten?“ Und da fiel mir Gaby ein.

Gaby Falk: Ich saß im Filos und kriegte einen Anruf von Birgit: „Hast du nicht Lust, im August mit nach Georgien zu fahren?“ Da habe ich: „Ja.“ gesagt. Zufällig hatte ich auch gerade einen Film über Georgien gesehen. Wir haben uns dann noch einen Film in der „Filmpalette“ angeguckt, von einer georgischen Filmemacherin und danach waren wir ganz heiß auf dieses Land.

Wie ging es weiter?
Birgit Pacht: Wir haben so eine Art Brainstorming gemacht.

Gaby Falk: In der Mainzer Straße in einem Wohnzimmer.

Birgit Pacht: Da haben wir uns mit der Schauspielerin zusammengesetzt und überlegt: was wollen wir auf die Bühne bringen? Wir haben uns erzählen lassen: „Warum bist du überhaupt hierhergekommen?“

Gaby Falk: Die zwei Schwestern sind im Krieg aufgewachsen, in Tiflis. Sie haben schlimme Kriegszeiten erlebt. Dann ist in Tamara der Wunsch entstanden: „Ich will raus.“ Das ist auch der erste Satz des Stücks. Es ist der Wunsch nach Freiheit. Es geht aber nicht nur um die Geschichte in Georgien, ganz wichtig ist auch das Leben hier in Deutschland, die Sehnsucht nach der Heimat und die Zerrissenheit zwischen Heimweh und Hiersein. Das ist ja auch der zweite Teil dieser Vita.

Birgit Pacht: Dann kamen wir nach Georgien, hatten dort ein Haus mit Probenräumen für uns, wurden gut bekocht…

Gaby Falk: Dieses Haus: da hat keine Tür geschlossen, kein Fenster. Wir wurden nachts zerstochen, in Batumi am Schwarzen Meer ist subtropisches Klima. Noch ein Wort zu den anderen Kollegen. Wir waren nicht nur die einzigen Südstädter, sondern die einzigen Europäer! Die anderen kamen aus Ländern wie Kasachstan und Moldawien.

Birgit Pacht: Wir hatten nur wenig Zeit, um das Stück zu entwickeln. Ich hatte schon Sound-Collagen mitgebracht, die Michi Kleiber gemacht hatte. Und dann mussten wir in rasender Geschwindigkeit arbeiten.

 

„Ein Riesenkasten aus Holz, ein Sommertheater am Strand von Batumi.“ Staatstheater in Batumi, Georgien.

Und wie hat das geklappt? Fremde Sprache, anderes Land, andere Sitten?
Gaby Falk: Nichts hat geklappt! Wörter wie „gleich, bald, nachher“, die da immer wieder gebraucht werden, darauf kann man sich nicht verlassen. Dann ist der Premieren-Termin um einen Tag verschoben worden, am selben Tag ist die Premiere um eine Stunde verschoben worden.

Das ist da nicht unüblich und die Leute können damit umgehen?
Gaby Falk: Völlig gelassen. Wir haben in einem Theater gespielt, das kann man sich nicht vorstellen. Ein Riesenkasten aus Holz, ein Sommertheater am Strand von Batumi. Mit Öffnungen, damit der Wind überall durchkommt. Letztendlich waren es aber die Tauben und Fledermäuse, die immer durchkamen. Während der Aufführung flogen Fledermäuse um den Kopf von Tamara.
Birgit Pacht: Es sah aus, als wären sie trainiert, damit sie das machen!

Wie viele Aufführungen gab es?
Birgit Pacht: Jede Gruppe hatte eine Aufführung. Unser Stück „Wenn der Wind sich dreht, lernen Steine tanzen“ hatte da 55 Minuten. Wenn wir jetzt in Deutschland spielen, wird es eine Stunde. Für ein Ein-Personen-Stück reicht das.

Das Stück wird im Urania-Theater aufgeführt?
Birgit Pacht: Nachdem wir die Erfahrung gemacht haben, dass dieses als Experiment in Georgien auf die Bühne gebrachte Stück so gute Resonanz hatte, habe ich mir sehr gewünscht, das auch in Köln zu zeigen. Wobei die Texte dafür ins Deutsche übersetzt wurden. Dann kam die Information, dass Richard Bargel mit einer Kollegin das ehemalige Arkadas – Theater übernimmt. Über Gaby kam der Kontakt zustande und dann dürfen wir da gleich schon spielen. Wir haben dort einige Termine, wünschen uns aber noch eine Spielstätte in der Südstadt. Die Orangerie wäre mein Wunsch.

Was erwartet die Zuschauer?
Gaby Falk: Viel von der georgischen Kultur und einfach der Zwiespalt, aus einer anderen Kultur zu kommen und wie man das hier verarbeitet.

Birgit Pacht: Auf der formalen Ebene ist es ein kleines Theaterstück mit ganz vielen tänzerischen Elementen. Tamara spielt sozusagen einen Weg von da in die Jetzt-Zeit.

Gaby Falk: Wir haben bei dem Festival übrigens den 1. Preis abgeräumt! Er geht in die Südstadt!

Gratulation und vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Georgien in Köln: „Wenn der Wind sich dreht, lernen Steine tanzen“ am 30.11.2017, 1. und 2.12. 2017 im URANIA-Theater Köln, Platenstraße

Text: Alida Pisu

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