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Politik

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“

Montag, 18. März 2019 | Text: Jeannette Fentroß | Bild: Jeannette Fentroß

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Immer freitags, in Köln seit dem 14. Dezember, streiken Schüler*innen weltweit für konsequente Klimaschutzpolitik. Ausgehend von den „Schulstreiks für das Klima“ der schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg (16), die sogar schon für den Friedensnobelpreis nominiert wurde, ist Fridays for Future inzwischen zur globalen Bewegung gewachsen. Am 15. März versammelten sich Schüler*innen auf dem Bahnhofsvorplatz und nahmen an den internationalen Protesten gegen Klimawandel, den späten Kohleausstieg 2038, die Erderwärmung und für eine bewusstere Umweltpolitik teil. Laut Organisatoren und der Polizei Köln waren 10.000 Menschen bei der Demonstration in Köln dabei.

fridays4future - There is no planet b

There is no Planet B

An der Haltestelle Chlodwigplatz trafen sich erste Schülergruppen, um gemeinsam zum Dom zu fahren. Hauptgesprächsthema war der Umgang mit den Fehlzeiten in der Schule. „Meine Eltern schreiben mir eine Entschuldigung für die Schule“, erzählt ein Mädchen aus der Südstadt. Seine Freundin stimmt ein, „Schreib doch: ich habe Angstzustände, wegen des Klimas – das hat mein Chemielehrer schon als Entschuldigung akzeptiert.“ Schon vor 9 Uhr trafen sich die Schüler*innen und alle anderen Teilnehmer*innen zur Klima-Demo vor dem Kölner Hauptbahnhof. Die Stimmung ist trotz Regens überwältigend. Jeder weiß genau, warum er oder sie heute hierher gekommen ist. Auf den Schildern und Transparenten klagen die jungen Menschen an und machen ihrem Ärger über die Ignoranz in der Politik Luft: „Wir sind jung & ihr seid dumm!“ Auf einem anderen Schild fragt ein junger Schüler „Opa, was ist ein Schneemann?“, und beklagt damit mit der kindlich naiven Frage die globale Erderwärmung. „Wir sind schon fertig mit der Schule und studieren, aber für den Klima-Streik sind wir zurück nach Köln gekommen!“, erzählt die Gruppe mit dem „There is no Planet B“-Transparent.

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Südstadt-Schüler*innen: „Die Umwelt muss geschützt werden!“

Der 15-jährige R. aus der Südstadt ist auf der Demo, „um der Umwelt zu helfen. Was nützt mir die Schulbildung, wenn ich von der Zukunft nichts mehr habe! Mir geht es nicht ums Schule schwänzen, ich setze mich für ein bessere Zukunft ein!“ Sein jüngerer Bruder ist auch mitgekommen, „weil Klimaschutz wichtig ist. Wenn sich niemand drum kümmert, ist die Welt bald nur noch ein brauner Klumpen…“

fridays4future am Kölner Dom - Panorama

Gegen 10 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Lautstark skandierten die Kids und Teens: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Etwa eine Stunde dauert der Marsch zum Neumarkt, hier versammeln sich die Teilnehmer*innen und legen für die globalen Umweltziele eine Schweigeminute ein. Die Lautsprecherdurchsage sind aufgrund der hohen Zahl an Demonstrant*innen nicht überall auf dem Platz zu hören.

„Es ist wichtig, für die Umwelt zu sorgen“; findet F. vom Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in der Severinstraße, „wenn wir nichts ändern, ist die Welt bald nicht mehr schön.“ „Die Umwelt muss geschützt werden!“, sagt noch sein Schulfreund aus der 9. Klasse. Und auch Schüler*innen der Kaiserin-Augusta-Schule am Georgplatz gingen für den Klimaschutz auf die Straße. „Eigentlich haben wir uns erst nicht getraut, den Unterricht zu schwänzen. Aber als wir dann bei der Demo waren, hat es sich doch gut angefühlt. Wir sind geblieben, um uns für etwas Gutes einzusetzen“, beschreibt J. das Gemeinschaftsgefühl der FFF-Bewegung. L. aus der Parallelklasse findet, „dass zu wenig für das Klima getan wird. Die Zukunft ist mir wichtig, darum setze ich mich für den völligen Umstieg auf erneuerbare Energien ein. Es ist gut, wenn so viele Menschen immer wieder auf die Straße gehen. Die FFF-Demos sind immer gut organisiert!“

Viertel nach 12 Uhr zieht die Demo weiter in Richtung Heumarkt. Um 13 Uhr beginnt die Abschlusskundgebung mit einigen Redebeiträgen. Kurz vor 14 Uhr löst sich der Klimastreik in Köln auf. Trotz der unerwarteten Größenordnung verlief die Demo nach Polizeiangaben sehr friedlich.

fridays4future - Bitte helft mir

Der Erde geht es schlecht – sie hat „Mensch“

Weitermachen, bis sich etwas ändert

M., der früher in der Zwirnerstraße wohnte, betont, „wir brauchen mehr Aufmerksamkeit für den Umweltschutz in der Politik, das ist wichtig. Mit den Demos unterstreichen wir die starke Position des Themas. Heute waren wir total viele Leute und es hat sogar Spaß gemacht, sich fürs Klima einzusetzen. Es war ein einmaliges Erlebnis und ich bin froh, dabei gewesen zu sein!“

„Heute waren viele da und die Stimmung war positiv. Viele Menschen haben die Demo gesehen, standen an den Straßen und haben aus den Fenstern zugeschaut. So langsam merken hoffentlich auch die Politiker, dass sie uns nicht ignorieren können und wir immer weiter machen, bis etwas geschieht“, fasst der Schüler R. zusammen. „Es war schön, dass so viele mitgelaufen sind. Viele Kinder und Jugendliche setzen sich für den Klimaschutz ein, das hat mich beeindruckt!“, erklärt der 11-jährige S. aus der Südstadt.

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Parents4Future zum ersten Mal dabei

Zum ersten Mal unterstützte auch Parents4Future, ein Zusammenschluss von Eltern, Großeltern und engagierten Menschen, den Aufruf zum Klimastreik. Beeindruckt von der hohen Resonanz und der produktiven Zusammenarbeit, die die Jugendlichen in kurzer Zeit entwickelt haben, setzen auch Mitglieder dieser Aktionsgruppe ein deutliches Zeichen: Für eine lebenswerten Zukunft für alle Generationen fordern sie die sofortige und konsequente Umsetzung des Pariser Klimaabkommens durch Politik und Gesellschaft.

fridays4future - parents4future

Eltern und auch viele Lehrer sind inzwischen bei FFF dabei

Mit Parents4Future stellen sich die Eltern hinter ihre Kinder und fordern die Schulen auf, auf disziplinarische Maßnahmen zu verzichten, wenn Schüler für diese Proteste dem Unterricht ein paar Stunden fernbleiben.

Text: Jeannette Fentroß

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Kommentare

  • Marc sagt:

    Die bange Frage ist doch, wird Freitag zur Rettung des Planeten reichen? Warum nicht gleich ab Montag bis zum Wochenende? Natürlich bei eingeschaltetem Smartphone, Tablet und was auch immer. Am WE können die Kids es dann richtig krachen lassen und intensiv FB bespassen oder Ballerspiele machen oder sich von ihren Eltern zu bzw von der nächsten Party fahren / abholen lassen (‚Saufen gegen den Klimakoller!‘)

    Patrick Moore, Mitbegründer von Greenpeace:

    „Die gesamte Klimakrise ist nicht nur Fake News, es ist Fake-Wissenschaft. Es gibt keine Klimakrise, es gibt Wetter und Klima auf der ganzen Welt, und tatsächlich ist Kohlendioxid die Hauptgrundlage für alles Leben auf der Erde!“

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