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Kultur

Bei mir bistu shein

Freitag, 2. November 2018 | Text: Nora Koldehoff | Bild: Oliver Köhler

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Sie begegnen sich auf der Bühne: die Interviewerin und Bella Scheen, eine Diva in weit vorgerücktem Alter, die auf ihr Leben zurückblickt, singt, erzählt und aus dem Nähkästchen plaudert, bisweilen auch abdriftend, nicht immer ganz im Heute verhaftet, da aber dann doch wieder wieder voll da ist, singend und das Publikum einbeziehend. Befragt wird sie von Nicola Müllers, die überaus gefordert ist: Sie muss nicht nur geschickt ihre Fragen wählen, die Atmosphäre des Abends prägen, ihn moderieren und als Mezzosopranistin auch noch musikalisch gestalten, sondern auch gleich die gestellten Fragen beantworten und die Lieder der in die Jahre gekommenen Diva singen und ihre Gestik sichtbar machen.

Puppenspiel vor dem Spiegel

Nicola Müllers und Bella Scheen
Denn Bella Scheen ist eine Puppe, liebevoll und detailverliebt in aufwändiger Handarbeit von Katharina Eckstein gefertigt, mit der die Sängerin befreundet ist. Der Kopf der Puppe ist etwa lebensgroß, die Hand bekommt sie von Nicola Müllers, die sich auf der Bühne auch niclamue nennt, geliehen, die in ihren Ärmel schlüpft.

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Der „Abgesang mit Alter und Neuer Musik“ ist für die Sängerin und Gesangslehrerin eine mehrfache Premiere, denn mit einer Puppe steht sie zum ersten Mal auf der Bühne. „Ich musste mich zuerst mit der Technik des Puppenspielens vertraut machen“, erzählt sie. Die ersten Probestunden fanden vor dem Spiegel statt, und als das Duo vertraut miteinander war, entstand schrittweise die Performance unter der Leitung des Brüsseler Regisseurs und Tänzers Jean Luc Yerès.

Musikalischer Bogen als Voice Solo

Die Opernelemente des Abends sind ausschließlich für Gesang arrangiert worden. Auf instrumentale Begleitung wird ganz verzichtet, dafür entstehen mithilfe der Loop-Maschine auch mehrstimmige Musikstücke. Um Schönheit und Alter, Vergänglichkeit und das Leben als Künstlerin drehen sich die Gespräche, deren Szenen durch Musikstücke von Charlotte Seither – sie nennt sie „Verwehungen“ – getrennt werden. Die Inhalte der Dialoge finden Widerhall in den Musikstücken, deren stilistischer Bogen sich vom Barock bis in die Gegenwart spannt, mit Kompositionen von Jean Chardavoine, Johann Sebastian Bach, Gustav Mahler, Giacanto Scelsi und John Lennon. Der Dirigent und Komponist Walter L. Mik schrieb der Diva eigens einen Sologesang, und den Abschluss des Abends bildet das von Sholom Secunda gedichtete „Bei Mir Bistu Shein“.

Realisierung durch Crowdfunding

Nicola Müllers und Bella Scheen
Mit der Aufführung vom „Abgesang“ macht sich Nicola Müllers auch selbst ein Geburtstagsgeschenk, denn am Premierenabend, dem 29.November, feiert sie mit ihrer Gesangsschule „Nachtigall und Lerche“ deren 13-jähriges Bestehen. Bei der Verwirklichung des „Bella Scheen“-Projektes aber hofft die Sängerin auch auf Unterstützung: „Für verschiedene Projekte in der Vergangenheit habe ich versucht, Förderungen zu beantragen“, berichtet Nicola Müllers, „musste sie aber letztlich ohne finanzielle Unterstützung stemmen. Daher habe ich diesmal beschlossen, es mit einer Crowdfunding-Kampagne zu versuchen, um zumindest einen Teil der Kosten für die Produktion zu decken.“

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„Bella Scheen“ ist keinesfalls ein Alter ego von Nicola Müllers. Mit der Diva, der sie Leben einhaucht, kann sie sich nur bedingt identifizieren. Zwar prägt auch ihr Leben schon seit langem die Musik, doch verschrieb sie sich ihr nicht ganz: Die Sopranistin reduzierte ihre Auftritte auf der Opernbühne, als ihr Kind in die Schule kam, wurde Mitglied des WDR Rundfunkchors, entwickelte eigene Produktionen, die mit einem Familienleben vereinbar waren. Außerdem gibt sie ihr Fachwissen weiter – in Kursen an der Schauspielschule und schließlich in ihrer eigenen Akademie für klassischen Gesang, „Nachtigall und Lerche“ in der Südstadt. Seit einiger Zeit veranstaltet sie zusätzlich auch Workshops und Meisterkurse im Piemont.

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Crowdfunding: „Bella Scheen“ kann bei https://www.startnext.com/bella-scheen-oper-fuer-stimme gefördert werden.
Die Premiere findet am 29.11.2018 um 20 Uhr im Theater der Keller statt.

Text: Nora Koldehoff

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