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Bildung & Erziehung Politik

Bildungswoche Teil 4: Sanfte Reform als Vorbereitung aufs harte (Berufs-)Leben?

Sonntag, 29. August 2010 | Text: Antje Kosubek | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Es ist wieder soweit: I-Dötzchen haben ihren ersten Schultag hinter sich gebracht, Fünftklässler tauchen in die Welt zum Erwachsenwerden ein und sind auf weiterführende Schulen gewechselt: Gesamtschulen, Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen.

Moment mal, Hauptschulen? Ist das nicht die aussterbende Schulform, die im Volksmund naserümpfend als Unterschichtenschule oder Restschule tituliert wird?
Brauchen wir denn noch Hauptschulen bei sinkenden Schülerzahlen? Finden Hauptschüler in der heutigen Berufswelt überhaupt noch Anschluss, Ausbildungsplätze oder Jobangebote? Ist es beim Blick auf den Arbeitsmarkt noch zeitgemäß, Schüler in Hauptschulen zu unterrichten? Und, was ist eigentlich ein typischer Hauptschüler bzw. Restschüler, welchen „Rest“ bildet er ab? Erkennt man Hauptschüler als „auf die Straße spuckende Möchtegernmacho mit Migrationshintergrund“? Oder werden hier eher Vorurteile und Ressentiments bedient?

Die Meinungen können kontroverser nicht sein, für viele liegen die Ursachen im bildungsfernen Elternhaus, andere geben überalternden Grundschullehrern die Schuld, die nicht mehr in der Lage sind, die Schulneulinge für Lesen, Lernen und Rechnen zu begeistern und stattdessen staubtrockenen Unterricht (hat sich ja seit 20 Jahren so bewährt) anbieten und möglichen kindlichen Enthusiasmus bereits zu Schulbeginn ersticken lassen.

Die neue rot-grüne Minderheitsregierung in Düsseldorf hat sich die Schulreform in NRW jedenfalls dick auf die Fahne geschrieben. Doch was bedeutet das im Alltag für Schüler, Eltern und Lehrer? Werden nun alle Hauptschulen abgeschafft? Lernen Kinder wieder mehr gemeinsam und weniger selektiert und gegeneinander?
Die Frage ist doch, ob unsere Politik, die Probleme mit Bildungschipkarten lösen möchte, noch in der Lage ist zu erkennen, was die wirklichen Schwachstellen sind. Die Einführung im Gesundheitswesen hat bereits gezeigt, was es für Auswirkungen hat, wenn mit Chipkarten gearbeitet wird: Kassenpatienten erhalten erst in zwei Monaten einen Termin und gehen dann bitte links ins Wartezimmer mit Klappstühlen, Privatpatienten ohne Chipkarte werden gebeten, heute noch die Arztpraxis aufzusuchen und nehmen schon mal rechts auf der roten Ledercouch Platz.

Damit man sich nun schon offiziell in Kinderschuhen als benachteiligt outen darf, hat man sich den Chip ausgedacht. Oder meint Frau von der Leyen ernsthaft, dass Eltern, die bisher schon nicht den kostenlosen Besuch einer Stadtbücherei für ihre Kinder nutzen, es dann mit einer Chipkarte tun werden?
Der Familienpass in Köln wurde doch bereits vor Jahren unter Protest von sozialen Einrichtungen abgeschafft. Jugendzentren sind von Kürzungen betroffen, Ferienbetreuungen und Ganztagsschulen fehlen an vielen Ecken in Köln. Und auch gerade an sozialen Brennpunkten! Hier ist doch viel dringender Bedarf für finanzielle und soziale Unterstützungen als in Plastikkarten zu investieren.
Eine zunehmende Zahl von Eltern, die ihre Kinder auf Privatschulen schicken, hat schon längst den Glauben an das staatliche Schulsystem verloren. Erfüllen Schulen etwa nicht mehr ihren Bildungsauftrag?

Der Bildungstest des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat uns jedenfalls vor Augen geführt, dass dringend Handlungsbedarf besteht, denn das NRW-Bildungssystem hat erneut schlechte Noten erhalten und bildet mit dem drittletzten Platz ein Schlusslicht. In der Bundesliga wäre das ein Abstiegsplatz. Getestet wurden nicht nur die Leistungen der Schüler in einzelnen Fächern, sondern auch Bildungsausgaben pro Schüler und Ganztagsangebote spielten eine entscheidende Rolle bei der Bewertung.


Die Autorin ist freie Journalistin für MEINE SÜDSTADT und
Mutter von drei Kindern.

 

 

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Text: Antje Kosubek

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