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Kultur

Bücher von Krieg und Frieden

Montag, 22. Dezember 2014 | Text: Nora Koldehoff | Bild: Barbara Siewer

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Ist der Erste Weltkrieg ein Thema für ein Kinderbuch? „Ja“, findet Julie Cazier, französische Verlegerin in der Südstadt. Mit dem Kinderbuch „Ein Ball für den Frieden“ legt sie nun bereits den zweiten Band vor, der den Ersten Weltkrieg, dessen Beginn sich in diesem Sommer zum hundertsten Mal jährte, Thema macht.

Eingebettet ist die wahre Geschichte in eine heute spielende Rahmenhandlung, in der der kleine Leo mit seinem Vater an einer Nachstellung des Weihnachtsabends 1914 an der Front teilnimmt. Sie gibt Einblick in die Sehnsucht auf allen Seiten der Front nach einem friedlichen Weihnachtsfest im Kreis geliebter Menschen. Die Soldaten zünden Lichter an, einer erhebt sich, einen beleuchteten Weihnachtsbaum in der Hand, und niemand schießt auf ihn. Soldaten, die eigentlich Feinde sein sollen, kommen zusammen, reden, zeigen einander Fotos ihrer Lieben, tauschen Souveniers und Essen aus, singen und essen gemeinsam – und beginnen schließlich ein Fußballspiel. Ein einziger Abend des Friedens – bei dem es jedoch auch bleibt, wie ja bekannt ist.

Die Fragen, die sich natürlich sofort aufdrängen – Wie kann es sein, dass man dennoch, ‚business as usual‘, am nächsten Tag wieder aufeinander schießen konnte, weitermachen in einem entschmenschlichenden Krieg? –  will das Buch nicht vorweg nehmen oder aufdrängen. Der von Géraldine Elschner geschriebene und von Fabien Doulot gezeichnete Band soll aber an eine Zeit erinnern, die so lange noch nicht her ist. Und er will Grundlage für Gespräche über diese Zeit sein.

 

„In Deutschland“, konstatiert Julie Cazier, „ist der Erste Weltkrieg sehr viel weniger präsent als zum Beispiel in Frankreich. Dort stehen das Thema und das resultierende Trauma und auch Ausflüge zu den Schlachtorten im Fokus der Geschichtsaufarbeitung. Ebenso gewichtig, wie hierzulande für jedes Schulkind die Geschichte und Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs ein zentrales Thema sind.

Die damals in Europa noch anders bewertete Logik des Kriegeführens ist heute aufwachsenden Generationen schwer zu vermitteln – zum Glück. Bei aller zeitlichen und inhaltlichen Distanz eine Ausdrucksform für das Gedenken zu finden, kann deshalb sehr vielfältig aussehen. Und dieses gehörte zur Generation unserer Großeltern und Urgroßeltern, so weit ist das nicht weg von uns.“

Das Vorläufer-Buch Tagebücher 14/18, das auch in diesem Jahr erschienen ist, war das Verleger-Debut von Julie Cazier in ihrem eigenen, als „One-Women-Show“ geführten Verlag ‚TintenTrinker‘. Lange schon erwog sie die Idee, hier in Deutschland einen Schwesterverlag des französischen Kinder- und Jugendbuchverlags ‚Le buveur d’encre‘ zu gründen – den nämlich leitet tatsächlich ihr Bruder. Mit dem Comicroman ‚Tagebücher 14-18‘ fand die Politologin dann tatsächlich ein geeignetes – und sehr arbeitsintensives – eigenes Projekt. Kaleidoskopartig erzählt diese Graphic Novel vier Geschichten aus zwei Ländern: zwei deutsche und zwei französische Perspektiven. Auch sie beruhen auf wahren Erlebnissen und auf erhaltenen Tagebüchern dieser Zeit. Doch anders, als man glauben könnte, wurde ihr nicht ein fertiges Manuskript oder zumindest Exposé vorgelegt. Die Idee zum Buch stammt von Cazier selbst und dem ebenfalls in der Kölner Südstadt lebenden Journalisten Martin Block.

Beide suchten zunächst gezielt verschiedene mögliche Protagonisten, zu denen es entsprechende Zeitdokumente gab. „Zuerst fanden wir Nessie“, erinnert sich Julie Cazier. “ Sie war dreizehn, als der Erste Weltkrieg begann und hoffte zuerst, dass es keinen Krieg geben würde. Später dann war sie stolz, für die Soldaten in der Kriegsgebetsstunde zu beten und stand schließlich dem Nationalsozialismus nah. Dass es über all das Tagebücher gab, erzählte sie ihrem Sohn, einem Geschichtslehrer, erst auf dem Sterbebett, so sehr schämte sie sich dafür, wie sie gedacht hatte.“ Alle Figuren machen eine Entwicklung durch und zeigen ihr Erleben dieser Zeit. Die beiden Autoren – der in Frankreich lebende Zeichner Jörg Mailliet und der deutsche Historiker Alexander Hogh – fügen die Mosaikstücke zu einem Ganzen zusammen.

In Zukunft aber will Julie Cazier sich nicht ausschließlich mit Kriegsgeschichten befassen, auch wenn sie in diesem Jahr ihr verlegerischer Schwerpunkt waren. Im kommenden Frühjahr werden mehrere Kinderbücher mit ganz unterschiedlichen Themen erscheinen.

 

Text: Nora Koldehoff

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