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Kultur

Das Leben mit den Neuen Medien

Dienstag, 9. Juni 2015 | Text: Aslı Güleryüz | Bild: Meyer Originals

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Das sind wir „älteren“ Menschen (so bis Jahrgang 2000) überhaupt nicht gewöhnt. Aber unsere heute jugendlichen Kinder sind nichts anderes gewöhnt. Sie sind mit Handys, Computern, Computerspielen, dem Internet und so weiter groß geworden.  Sind da die unterschiedlichen Lebensentwürfe von Eltern und Kindern überhaupt noch kompatibel? Wenn ja – wie?

Das Theaterstück „#Baklava“ versucht, seinem Publikum näher zu bringen wie das Leben mit den Neuen Medien funktioniert und gewährt dem „erwachsenen“ Publikum einen Einblick in den „jungen“ Alltag mit den Neuen Medien.

Das Stück wurde von sechs Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren unter der Leitung der Theaterpädagogin des Comedia Theaters – Melanie Delvos – entwickelt. Intelligente Texte sprechen aktuelle Problemsituationen an, die Szenen sind in rasantem Tempo und folgen pfiffig aufeinander. Da ist jedes Wort gut durchdacht und jeder Anschluss ergibt einen Sinn.

 

Obwohl viele kleine Szenen aufeinander folgen, schlängelt sich ein roter Faden mit einem Handlungsstrang durch das 60-minütige Stück. Die Jugendlichen Sümbül (14), Alessa (15), Leu (16, wird wie ‚Leo’ ausgesprochen), Miriam (15) Jupica (14, kurz ‚Jupi‘ genannt) und Asl? (16) sprechen Themen an, die ihnen wichtig sind: Gibt es noch eine Familienmahlzeit in der heutigen Zeit, was für Lieblingsgerichte hat jeder, was ist einem wichtig, wer bin ich? Was mag ich bzw. mag ich nicht oder im Jargon der heutigen Jugend: was ‚hasse‘ ich und was ‚hasse‘ ich nicht? Gibt es noch ein Fernsehen oder läuft alles nur noch über You-Tube-Kanäle? Wie nutzt man Smartphones und was zum Teufel bedeuten eigentlich die Millionen Abkürzungen?

In witzigen und klug gemachten Kurzvideos stellen sich die sechs Jugendlichen vor und verraten 10 Fakten über sich. Anschließend bewerben sie ihr Kurzvideo und fordern ihr Internet-Publikum dazu auf, einen Kommentar dazu zu schreiben oder es zu ‚liken‘. Über die Masse der Kommentare zeigt sich die Popularität eines Videos. Ähnlich auf den verschiedenen Social Media-Portalen: Wie viele ‚follower‘ oder ‚Freunde‘ hat man? Wurden viele Kommentare oder Likes abgegeben?

 

Als „Die Neue“ in die Klasse der Jugendlichen kommt, geht es zunächst auch nur um ihre Internetpräsenz. „Die Neue“ ist der Name der neuen Mitschülerin und drückt ihre Beliebigkeit und Konformität aus. Auch die Kleidung der jungen Schauspieler zeigt, wie wichtig Konformität ist: Sie tragen alle Jeans, die gleichen Sportschuhe und die gleichen Sweatshirt-Kapuzenjacken. Lediglich die Farben der Schuhe und Kapuzenjacken variieren.

Die Jugendlichen gehen selbstverständlich mit ihren Smartphones um und legen sie keine Sekunde aus der Hand. Der schriftliche Austausch über SMS mit abgekürzten Worten und ‚Emoticons‘ (auch ‚Emojis‘ genannt) führt selbstverständlich regelmäßig zu Missverständnissen. Ich habe sehr viel über ‚Emojis‘, ihre Bedeutung und Übersetzung und die Bedeutung geläufiger SMS-Abkürzungen von Worten eben in dieser Szene erfahren.

 

Sümbül und Miriam tauschen sich über SMS aus und erzählen sich Witze. Sümbül äußert sich neutral und nicht begeistert über einen Witz, was Verunsicherung bei Miriam auslöst. Das Publikum ist höchst amüsiert und schüttelt sich vor Lachen, weil die anderen Schauspieler die von Sümbül und Miriam benutzen ‚Emojis‘ pantomimisch darstellen.

 

 

Miriam und Sümbül erleben eine Krise in ihrer Freundschaft aufgrund eines banalen Missverständnisses. Nun greift Miriam zum Telefon, um eine Freundin anzurufen. Diese rät ihr, in direkten Kontakt mit Sümbül zu treten. Gesagt getan: Miriam schickt Sümbül eine Sprachmitteilung! Der Konflikt ist gelöst – so sieht direkte Kommunikation der heutigen Jugend aus.

Bei einer bekannten Fast-Food-Kette an der Kasse tauschen sich die Jugendlichen über Essen aus. Das obligatorische Selfie darf natürlich nicht fehlen. Schnell stellen sie fest, dass sie eigentlich alle gar nicht Fast-Food essen wollen. Jeder und Jede hat ein Lieblingsgericht von Oma, Opa, Mama, Papa. Onkel oder Tante gekocht. Über die Lieblingsgericht gelangen die Jugendlichen zu einem Gespräch über Kultur, Tradition, Identitäten, Zugehörigkeit und den Ort, an dem man sich  „Zuhause“ fühlt. Jupi stellt fest, dass er als ‚Zigeuner‘ gar kein Zuhause hat. Er hat kein Land und somit keine Heimat. Sein Zuhause sei ‚Zigeunistan‘, sagt er, ein Gefühl, wo er sich wohl fühlt. Einladend stellt er die bedeutsame Frage: „Wo ist dein Zigeunistan?“

Mit ihrem konzentrierten Spiel, den intelligenten Dialogen und ihrer herzlichen, offenen Art gewinnen die jugendlichen Schauspieler ihr Publikum und demonstrieren, wie viel Spaß sie an der Schauspielerei haben. Manche von ihnen haben bereits bei anderen Projekten des Comedia Theaters mitgewirkt, für andere ist es das erste Mal. In der Schlussszene zeigen sie den „Erwachsenen“, dass die Jugendlichen von heute trotz ständiger Präsenz in der Öffentlichkeit wissen, wer sie selbst sind – und dass sie sich nicht fremd bestimmen lassen. Auch wenn sie – ganz genau wie wir als Jugendliche selbst – nicht ganz genau wissen, was sie später in oder mit ihrem Leben machen wollen, so ist eins ganz klar: „Hauptsache, ich bin glücklich!“

#Baklava
Jugendclub des Comedia Theaters
Im Comedia Theater
Am Dienstag, 16. Juni 2015 um 19:00 Uhr
Am Mittwoch, 17. Juni 2015 um 11:00 & 19 Uhr

 

Text: Aslı Güleryüz

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