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Umwelt Verkehr

Das Robinienrad aus der Stadtwaldholz-Schreinerei

Dienstag, 12. Januar 2016 | Text: Stefan Rahmann | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: eine Minute

Nein, die Geschichte des Radfahrens muss nicht neu geschrieben werden. Aber sie wird um ein interessantes Kapitel erweitert. Deren Autor ist Wilfried Nissing von der Stadtwaldholz-Schreinerei. Nissing hat ein Fahrrad aus Holz gebaut. Liegt nahe bei einem Schreiner, ist aber trotzdem etwas Besonderes. Und aus Robinienholz. „Das hat die besten Eigenschaften für diesen Zweck. Es ist elastisch, gleichzeitig hochstabil und wetterbeständig. Außerdem hat es die höchste Bruchlast. Wenn die Belastungsgrenze überschritten ist, bricht das Holz auch nicht, sondern splittert“, sagt der Schreiner. Der Rahmen ist aus einem Stück massiver Robinie gefertigt. Der krumme Wuchs des Baumes macht es möglich. Das Stück hat Nissing für den Fahrradbau bestellt.

Das Rad wiegt 43 Kilo und verfügt über alles, was ein Fahrrad nach deutschen Vorschriften haben muss und ausmacht: Licht, zwei unabhängige Bremsen, Tretantrieb, zwei oder drei Spuren und – Achtung wichtig – eine Klingel. Noch ist der Prototyp im Testbetrieb. „Aber nur nachts. Ich möchte ja niemandem Angst machen“, sagt Nissing mit einem Lachen. Etwa 400 Arbeitsstunden hat er in das dreirädrige Fahrzeug investiert. Anfangs hat er sich orientiert an der Alu-Vierkant-Konstruktion, die der dänische Designer Till Wolfer kostenlos ins Netz gestellt hat. „Das war aber mit Holz zu filigran und deshalb wackelig“, erinnert er sich an die ersten Schritte. Das, was jetzt auf dem Hof der Schreinerei steht, ist deutlich stabiler. Fünf Kästen Wasser und ein üblicher Wochenendeinkauf sind das Mindeste, was man auf die Ladefläche aus verleimtem Holz hinter dem Sattel packen kann. Wahrscheinlich noch viel mehr, was das Gewicht angeht.

Der entscheidende Durchbruch war, als es Nissing dank der Robinie gelang, den Antriebsstrang verwindungssteif zu bauen. Damit geht beim Tritt in die Pedale nur wenig Kraft verloren. Den Antrieb unterstützt ein E-Motor, wie man ihn von handelsüblichen Pedelecs kennt. Er hat 250 Watt Antrittsleistung. Bei 25 Stundenkilometern schaltet er gesetzestreu ab. Schneller wird man dann nur noch, wenn man ordentlich in die Pedale tritt.  „Bei den Lasten, die man bewegt, ist der E-Antrieb sinnvoll. Ein normales Fahrrad wiegt 15 Kilo. Das Holzrad dreimal so viel. Das heißt, ich ziehe eigentlich zwei normale Räder hinter mir her.“ Trotzdem ist das Holzrad extrem wendig und hat einen engen Wendekreis.

 

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Die verwendeten Teile sind größtenteils im normalen Fahrrad-Zubehör-Handel erhältlich. Lediglich Teile der Hinterradachse wurden in einer Kölner Dreherei auf Maß gefertigt.  Im Moment testet Nissing weiter: „Es geht um die Frage, wie haltbar das Fahrrad ist. Wie dauerhaft stabil sind die Verbindungen? Wo kann man Dinge verbessern? Bisher bin ich ja erst 100 Kilometer gefahren.“ Aber auf mittlere Sicht verfolgt der Schreiner die Idee, das Rad als Bausatz zu verkaufen. „Meine Vision ist, dass jeder, der über eine Hobby-Handwerker-Ausrüstung verfügt, das Rad irgendwann nachbauen kann.“ Wann kann man das Rad kaufen? Für Nissing keine Frage:  „Wenn einer Geld mitbringt, mutig genug ist und das Scheitern einkalkuliert, baue ich sofort ein zweites.“
 

Text: Stefan Rahmann

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