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Umwelt Verkehr

Schönhauser: Umbau beginnt – Platanen überleben den Sommer – Eine Einordnung

Mittwoch, 7. März 2018 | Text: Stefan Rahmann | Bild: Stefan Rahmann

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Wer Bäume mag, wird diese Nachricht mögen. Die Platanen entlang der Schönhauser Straße werden bis zum Herbst stehen bleiben. Abgerissen wird in diesen Tagen die Villa Lenders an der Ecke Bonner Straße/Schönhauser Straße. Sie muss einer sehr großen Lösung weichen: Dem stadtautobahnähnlichen Ausbau der Großkreuzung Schönhauser/Bonner/Brühler/Marktstraße. Wir sprachen an dieser Stelle schon häufiger über dieses Vorhaben. Zur Erinnerung: 21 Fahrspuren wird man nach dem Umbau auf der Kreuzung zählen. Die Villa Lenders macht Platz für einen zusätzlichen Rechtsabbieger von der Bonner Straße auf die Schönhauser Straße.

Straße über den Rewe-Parkplatz

Augenfälligste Veränderung nach dem Umbau werden die fehlenden Platanen sein. Die Schönhauser Straße wird nach Norden verschoben und über den Rewe-Parkplatz geführt und an die Marktstraße anschließen. Da stehen die Bäume im Weg, die momentan Bestandsschutz genießen bis zum Ende der Vegatationsperiode im Herbst.

Planungsbeschluss zehn Jahre alt

Die Planungen für die 3. Baustufe der Nord-Süd-Stadtbahn mit dem Umbau der in Rede stehenden Großkreuzung haben im vergangenen Jahrtausend begonnen. Am 29. Januar 2008 hat der Rat den Beschluss gefasst, die Variante umzusetzen, die jetzt angegangen wird. Auch schon zehn Jahre her. Damals wurde das erste Smartphone verkauft. E-Bikes waren – wenn verfügbar – Fortbewegungsmittel für Öko-Freaks mit Hummeln im Arsch. Von Feinstäuben und Stickoxiden wusste man, nahm sie aber in Politik und Verwaltung nicht wirklich ernst. Deshalb gab es vor zehn Jahren ja auch noch keinen Grund für die Pkw-Hersteller, mit den Grenzwerten zu bescheißen. Damals war es im Übrigen auch völlig undenkbar, dass wir dereinst auf einer separaten Fahrspur mit dem Rad über die Nord-Süd-Fahrt fahren würden. Oder dass eine CDU-geführte Bundesregierung über kostenlosen öffentlichenen Nahverkehr nachdenken würde. Da hat sich in den Köpfen aller Beteiligten eine Menge verändert in den vergangenen zehn Jahren.

Grenzwertüberschreitungen auch bei uns

Und jetzt das: Das Oberverwaltungsgericht in Leipzig fällt ein Urteil, in dem es darauf hinweist, dass sich doch bitte schön alle Verantwortlichen in diesem Land an Recht und Gesetz halten sollen. An Grenzwerte in diesem Fall, was die Belastung der Luft mit Schadstoffen angeht. In Köln spricht man in diesem Zusammenhang immer über den Clevischen Ring in Mülheim, auf dem die Schadstoffbelastung ständig die Grenzwerte überschreitet. Dabei ist das vor dem Einkaufszentrum in Weiden an der Aachener Straße auch nicht anders. Atmen ist das neue Rauchen. Und bei uns? Der Grenzwert für Stickstoffdioxide liegt offiziell bei 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft im Jahresmittel. Die Rodenkirchener Grünen haben gemessen. Am Oberländer Ufer betrug der Mittelwert ihrer Messungen 62,5 Mikrogramm pro Kubikmeter, an der Bonner Straße/Bayenthalgürtel 49,8 Mikrogramm. Die Luft weg bleibt einem weg bei dem Ergebnis, das eine Greenpeace-Studie am 16. Februar 2016 an unserer Lieblingskreuzung Bonner/Brühler/Schönhauser zutage förderte: Über 100 Mikrogramm Stickstoffdioxide pro Kubikmeter Restluft. Und das war vor dem Umbau der Veedelskreuzung zum Schönhauser Kreuz, das aller Erfahrung nach noch viel mehr Verkehr zieht. Das heißt doch, dass der Verkehr zu viel ist, der dort heute schon fließt. Was soll denn dann passieren, wenn die Großkreuzung noch mehr Verkehr zieht? Und welche Verkehre werden in zehn Jahren fließen, wenn die ersten Parkstadt-Süd-Häuser stehen? Mehr, oder eher weniger? Wie sieht das Mobilitätskonzept für die 5000 neuen Nachbarn aus? Was ist mit Home Office? Kann in der Parkstadt Süd die Forderung nach Leben plus Arbeiten im gleichen Veedel erfüllt werden? Was ist mit dem Radverkehr auf der Großkreuzung? Grüne Welle bei Tempo 20? Verknüpfungen mit Radschnellwegen?

Antworten aus der Vergangenheit

Fragen über Fragen, die wir in den nächsten Jahren beantworten müssen. Im Moment geben Politik und Verwaltung Antworten, die zehn Jahre alt sind und über die in Sachen Schönhauser Kreuz seit zehn Jahren keiner mehr auch nur eine Sekunde nachgedacht hat. Smart City Köln? So nicht! Das Schönhauser Kreuz gehört auf den Prüfstand. Sofort. Das ist für den Verkehr der Zukunft viel zu groß. Und die Bäume bleiben während der Prüfung stehen. Das zumindest wäre smart.

Text: Stefan Rahmann

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