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Gesellschaft Kultur

Der „kölsche Oscar“

Mittwoch, 7. September 2011 | Text: Antje Kosubek | Bild: Fotomontage / Meine Südstadt

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Ich muss zugeben, ich höre von diesem Preis zum ersten Mal. Dabei wird in diesem Jahr bereits zum 28. Mal der „Severins-Bürgerpreis“ verliehen. Er würdigt Personen oder Institutionen, die sich in besonderem Maße für Kunst, Kultur und Brauchtum in Köln einsetzen – und wird dieses Jahr an das Südstadtkino „Odeon“ verliehen.

„Im Blickpunkt der Preisauslobung stehen in erster Linie Menschen oder Institutionen aus dem Severinsviertel“, erklärt mir die Geschäftsführerin der „Maternus Buchhandlung“, Ursula Jünger, die in diesem Jahr den Vorsitz des gleichnamigen Vereins übernommen hat. So erhielt die Katholische Grundschule Zugweg 1984 den ersten „Severins-Bürgerpreis“. Die Liste der bisherigen Preisträger ist lang: „Die Freunde des Historischen Archivs der Stadt Köln“, Tommy Engel, Marita Köllner, „Edelweißpirat“ Jean Jülich und viele mehr.

Die Geschichte des Preises begann 1978 mit der Gründung der „Interessengemeinschaft Severinsviertel“. Ein Jahr später veranstaltete die IG zum ersten Mal „Dä längste Desch vun Kölle“. Damals hatte man die Idee, dass Fest mit der Verleihung des „Severins-Bürgerpreis“ zu bereichern und dieser wurde dann in den ersten Jahren auch auf der Bühne des Veedelsfestes offiziell verliehen.

Seit 1989 findet die Preisverleihung im Kölnischen Stadtmuseum statt. Ursula Jünger hat lange Jahre im Vorstand der IG gearbeitet und gerät ins Schwärmen: „Die außergewöhnliche und geschichtsträchtige Atmosphäre im Kölner Stadtmuseum gibt dem Preis und der Verleihung eine besondere Anerkennung“.

Ursula Jünger ist stolz auf den „Severins-Bürgerpreis“ und erklärt, warum dieses Jahr die 14-köpfige Jury das „Odeon“ auswählte: „Es überzeugte mit seiner ,Kölschen Filmmatinee‘ und setzt als echtes Stadtteilkino kulturelle Schwerpunkte. Außerdem bringt das Kino den Menschen Kultur, ohne dass sie dafür ihr Veedel verlassen müssen. Und nicht zu vergessen: Das Kino hat eine besondere Geschichte, als ehemaliges Theater von Trude Herr, mitten auf der Severinstrasse.“

Der Filmregisseur, Produzent und Autor Armin Maiwald kennt das Odeon noch aus Zeiten, als es noch „Rhenania-Theater“ hieß. Auch als „Nordstädter“ kommt er immer wieder als zahlender Gast ins „Odeon“. Sein Film, die „Geheimnisse der Severinstrasse“, wurde hier schon mehrfach in der Matinee gezeigt. In der letzten Zeit tauchte der „Sachgeschichtenerzähler“ Maiwald eher in die dunklen Geheimnisse unter der Severinstrasse ein: „Ich habe einen Film über den U-Bahn-Tunnel gedreht und bin den gesamten Tunnel mehrfach zu Fuß entlanggelaufen bzw. mit der ,Tunnel-Lorenbahn‘ gefahren“. Der „Miterfinder“ der „Sendung mit der Maus“ wird am kommenden Samstag die Laudatio der Preisverleihung halten und sagt dazu: „Ich kenne die Südstadt ziemlich gut, muss aber auch zugeben, dass nachdem unsere ewige Karnevalskneipe, die ,Ringschänke‘, nicht mehr existiert, der Kontakt etwas abgebröckelt ist“.

Der „Severins-Bürgerpreis“ ist mit einem Preisgeld von 2.222 Euro verbunden. Bis 2008 wurde dazu ein Wanderpokal vergeben, der nach der 25. Verleihung durch eine Chronik ersetzt wurde. Hauptsponsor des Preises sind die Reissdorf Brauerei, die „Freunde des Kölnischen Stadtmuseums“ und „Center TV“,  aber auch Firmen, wie die Sparkasse und die KVB beteiligen sich finanziell.

Die Argumente liegen auf der Hand, denn trotz Finanzkrise und sinkenden Zuschauerzahlen, gelingt es Betreiber des „Odeons“ Jürgen Lütz im Programmkino auch noch den roten Teppich auszurollen. Mein Kollege Andreas Moll träumt heute noch davon, wie er Schauspielerin Jessica Schwarz als Gast zur Filmpremiere von „Das Lied in mir“ begrüßte…

Das Logo des „Severins-Bürgerpreis“, das von Goldschmiedin Gabriele Markert-Rave entworfen wurde, steht ganz im Zeichen des Veedels: Es zeigt das Strassennetz des Severinsviertels und das Severinstor als Wahrzeichen im Vordergrund.

Langsam begreife ich die besondere Bedeutung des „Severins-Bürgerpreises“, als Frau Ursula Jünger mir zum Ende unseres Gesprächs verrät, dass „in Fachkreisen der Preis auch als ,kölschen Oscar“ bezeichnet wird“.

Der Severins-Bürgerpreis wird am kommenden Samstag, den 10.?September, im Kölnischen Stadtmuseum verliehen.

 

Text: Antje Kosubek

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