Raum für Workshops & Ausstellungen in der kölner Südstadt anmieten

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Gesellschaft Politik

„Die Gedanken sind frei…

Montag, 7. April 2014 | Text: Judith Levold | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

wer kann sie erraten?“ – das werden die Aktivisten von StopWatchingUs auf ihrer Großdemonstration gegen Massenüberwachung am kommenden Samstag, den 12. April, gemeinsam schmettern. Denn er besingt so schön, was Überwachungskritiker in Gefahr sehen: die Freiheit der Gedanken, der Meinung und der Rede.

Warum? Nicht erst seit dem NSA-Skandal und der innerdeutschen Debatte um die Vorratsdatenspeicherung können wir eine zunehmende Vernetzung und Verlinkung persönlicher Daten der weltweiten Internet-Community beobachten. Die Kritik daran wächst, und sie soll weiter wachsen, eine breite Basis in der Gesellschaft bekommen, findet Christian Engelking. „Das ist eine Graswurzel-Bewegung“, sagt er, und das ist ihm wichtig.

 

„Wir sind kein linkes Ding, bei uns machen alle mit, die kritisch sehen, was im Netz mit unseren Daten passiert. Es kann nicht sein, dass jeder Nutzer gezwungen wird, zum IT-Fachmann zu werden, um seine Daten zu schützen. Dass er sich überhaupt darum kümmern muss, sie zu schützen, da müssen stattdessen die Regierungen aktiver werden!“ fügt er hinzu. Grund genug für den 41-jährigen Südstädter und IT-Spezialisten bei einem großen Prüfunternehmen, sich ehrenamtlich bei Stop Watching Us zu engagieren.

 

Die bundesweit agierende Bewegung ist ein loses Bündnis verschiedener Institutionen und Einzelpersonen. Am kommenden 12. und 13. April, veranstaltet StopWatchingUs Köln ein Aktionswochenende mit Großdemonstration ab Heumarkt am Samstag und Barcamp am Sonntag im Jugendzentrum Bauspielplatz. Dreißig Organisationen unterstützen die Aktion, darunter die Jusos, die Jungen Liberalen, Piraten, Grüne und Linkspartei und die Organisation DigitalCourage sowie die Kritischen Polizisten.

 

„Wir gehen bislang von Demonstranten im vierstelligen Bereich aus“ so Christian Engelking. Am Sonntag dann soll es ganz praktisch zugehen: neben Podiumsdiskussionen mit Computer- und Internetexperten sowie Vernetzungstreffen bietet StopWatchingUs sehr nutzer-nahe Workshops an zum Thema „wie sichere ich meine Daten im Netz?“ – im Rahmen einer so genannten Krypto-Party. Das Krypto bei der Party kommt von „Kryptografie“=Verschlüsselungstechnik. Und die kann jeder erlernen, ganz ohne Spezialist zu sein.

„Das ist einfach enorm wichtig, und nur wenn es möglichst viele machen, können wir weg von der gläsernen Gesellschaft, die ein Angriff auf unsere Freiheit ist“ meint Engelking. Und dann sind da ja noch die Geheimdienste, die systematisch -in für Normalos schier unvorstellbarem Ausmaß- Daten ausspähen. Dagegen sollten „wir uns wehren!“, findet Engelking. „Wir fordern daher die Offenlegung von Geheimdienstabkommen, denn da haben sich nicht kontrollierte Strukturen etabliert, die weit in die Gesellschaft reichen!“ fügt er hinzu.

 

Die technischen Möglichkeiten entwickeln sich so rasant, das kann kein Nicht-Fachmann nachvollziehen. Allein am zentralen Internetknoten in Frankfurt am Main können 20 Prozent der Daten, die über deutsche Netze laufen, vom Geheimdienst erfasst werden. Die US-amerikanischen Dienste etwa sind in der Lage, den weltweiten Emailverkehr einer Woche zu speichern – und natürlich auszuwerten. Das passiert unter dem Stichwort Big Data.

 

„Und das will ich nicht und wollen viele Menschen nicht“, sagt Christian Engelking noch, nicht ohne zu betonen: „Ich bin nicht gegen Terrorabwehr mit modernsten technischen Methoden. Aber die anlasslose Überwachung ganzer Gesellschaften – das geht gar nicht.“ Denn es sollte doch auch in Zukunft kein Problem sein, seinem Kumpel am Telefon zu erzählen „Du, ich hatte heute wirklich einen bombigen Auftritt, fliege gleich nach Frankfurt zurück.!“ Oder so.
 

Text: Judith Levold

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