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Südstadt

Die Schlacht in der Elsaßstraße

Sonntag, 24. Februar 2013 | Text: Antje Kosubek | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Vor 80 Jahren, am 3. März 1933, marschierten SA-Truppen, also uniformierte Schlägertruppen der Nazis, erstmals durch die Kölner Elsaßstraße. Sie feierten die gerade erfolgte Machtübernahme der Nazis durch einen Umzug von der Innenstadt nach Bayenthal. Die Straße in der Südstadt galt damals als Hochburg von Kommunisten. Die Bewohner, viele Arbeiter oder Erwerbslose, waren Mitglieder oder Anhänger der KPD und wollten sich diese Provokation nicht gefallen lassen. Sie versuchten den Einmarsch der Nazis mit Wurfgeschossen zu verhindern. So flogen Nudelhölzer, Nachttöpfe, Mülleimer und Blumentöpfe aus den Fenstern und Dächern. Damit hatten, die völlig unbewaffneten, SA-Leute nicht gerechnet. Sie forderten Verstärkung an, woraufhin die Polizei mit einem Panzerwagen anrückte und das ganze Viertel abriegelte.

 

Über siebzig Personen wurden festgenommen und die Anwohner für 72 Stunden unter Hausarrest gestellt. Wohnungen wurden durchsucht und verwüstet. Viele Bewohner bezahlten ihren Widerstand mit Haft und Folter. An einem der Backsteingebäude in der Elsaßstraße erinnert eine Gedenktafel an den mutigen Widerstand der Anwohner. Außerdem wurden dieser Gegenwehr ein Graffito am Hochbunker ein Stück weiter in der Elsaßstraße 42-46 gewidmet.

 

Wer in der Südstadt wohnt, kennt den Hochbunker aus dem Jahr 1942. Auf den ersten Blick unscheinbar, da er sich mit seiner Höhe und Fassadenfront dem Straßenbild angepasst hat. Sein einziges Unterscheidungsmerkmal, die fensterlose Front und das bunte Wandbild mit dem zerbrochenen Hakenkreuz. Man sieht eine Frau, die aus einem Fenster Blumentöpfe und Küchenutensilien gegen einen Mann auf der Straße feuert. Der uniformierte Mann, der den rechten Arm zum Hitlergruß hebt, soll bildlich für die Nazis stehen. Der 2009 verstorbene Grafitti-Künstler Klaus Paier hatte das Bild 1983 gemalt. Jahre später wurde es auf Anordnung eines Bezirksbeamten übermalt, da für das Bild keine Genehmigung seitens der Stadt erteilt wurde. Nach großem Protest von Künstlern und Anwohnern wurde ein Straßenfest veranstaltet, bei dem das Bild,  in Anwesenheit von Paier, durch mehrere Kölner Künstlerinnen wiederhergestellt wurde.

 

„No pasaran!“ dachten viele Bewohner der Elsaßstraße. Wandmalerei im Hochbunker auf der Elsaßstraße.

 

80 Jahre nach dieser letzten offenen Widerstandsaktion in Köln ruft nun die DKP Köln, der Pfarrer Mathias Bonhoeffer, Die Falken Köln, der Verein des „EL-DE-Hauses“ und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes zu einer Gedenkveranstaltung auf. Sie wollen der Menschen gedenken, die sich damals nicht mit den Verhältnissen abfanden. Ihr aufrechter Gang sollte allen ein Vorbild sein. Sie wollen ein Signal setzen, sich gegen rechte und rassistische Aufmärsche und Provokationen zu wehren. In mehreren deutschen Städten wurde im November letzten Jahres gegen Rechtsextremismus, für eine lückenlose Aufklärung der Verbrechen des „Nationalsozialistischer Untergrund“ und im Andenken an die NSU-Opfer demonstriert. Im Frühjahr 2013 beginnt in München der Prozess gegen Beate Zschäpe und vier weitere Neonazis wegen der Verbrechen der Nazi-Zelle NSU. Die ganze Südstadt sollte am Samstag dabei sein, um ein Zeichen zu setzen.

2. März 2013:
14 Uhr Demonstration, Severinskirchplatz
14:30 Uhr Kundgebung in der Elsaßstraße
 

Text: Antje Kosubek

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