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Eine Südstadt für alle! Politik Verkehr

Die Uhr tickt: Der Chlodwigplatz – ein Platz für Tango, Karneval und freigiebiges Flanieren?

Samstag, 11. Juni 2011 | Text: Gastbeitrag | Bild: Google Earths

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Vergangenen Mittwoch (08.06.2011) steht Klaus Harzendorf, Amtsleiter für Straßen- und Verkehrstechnick, Südstadtinteressierten Rede und Antwort: Was wird mit dem Chlodwigplatz passieren? Rund 30 Leute sitzen im Vringstreff im Ferkulum und warten auf seine Worte. Nach einer kurzen Einleitung des Sprechers der „Lobby für die Südstadt“ und Ortsvereinsvorsitzenden der SPD, Karl-Heinz Walter, ergreift Harzendorf, ebenfalls SPD-Mann, das Wort und resümiert: 2004 habe alles angefangen mit der U-Bahn, dann mit der Oberfläche aber dann sei alles anders gekommen als geglaubt und das Konzept sei verändert worden.
 
Heute, 2011, ist der große Schock des Archiveinsturzes überwunden. Was bleibt, sind die Veränderungen auch am und um den Chlodwigplatz, dem Herzen der Südstadt. Aktuell ist der Platz in Teilen eine unansehnliche Asphaltwüste, an der sich im Moment viele stören.
 
Dass es bereits positive Veränderungen gegeben hat, wird von den 30 Hörern im Vringstreff nicht lange kommentiert. Das mag daran liegen, dass Amtsleiter Harzendorf auf Kritik immer wieder antwortet: Der Chlodwigplatz sei noch nicht fertig und es würde daran gearbeitet werden. Was soll man sich da noch beschweren? Also steht hinter dem weiteren Gespräch nicht der Unmut über die aktuelle Situation, sondern die Hoffnung auf die zukünftige Fertigstellung des Chlodwigplatzes. Harzendorf versichert, dass bei der Gestaltung jeder ein Mitspracherecht haben solle und die Stadt offen sei für jede Idee.

Chlodwigplatz 1904. Fotograf unbekannt.

 

Kaum hat er das ausgesprochen, sprudeln aus dem Publikum die Ideen: Es soll aussehen, wie damals im Mittelalter. Eine Uhr muss her. Ein Wochenmarkt. Feste und Tanzveranstaltungen. Tango soll getanzt werden. Die Autos müssen weg. Platz für Außengastronomie. Kleine Cafés.
 
„Wir haben jetzt die Möglichkeit für die nächsten 100, ja 1000 Jahre einen Platz zu schaffen, so schön, wie es ihn in Köln nirgendwo gibt“, sagt einer der Besucher. Also Herr Harzendorf: Was ist denn geplant? Wie soll der Chlodwigplatz aussehen? Und wann wird er fertig sein?
 
Dass er darauf eine Antwort hat, damit hat keiner gerechnet. Er hat sie: Es soll hochwertiges Material verwendet werden, um den Platz mit Naturstein zu pflastern und eben auszurichten. Der Kraftfahrzeugverkehr soll komplett von der Severinstraße auf die Brunostraße umgeleitet werden. Von da soll man dann auf den Karolingerring gelangen. Man soll nicht nur links abbiegen können, sondern auch rechts. Und Fahrradwegmarkierungen werde es auch geben. Das sei beschlossen und würde Mitte 2013 angegangen werden. Mit der Fertigstellung der Nord- Süd- Stadtbahn werden über den Chlodwigplatz keine Busse mehr fahren. Klaus Harzendorf möchte einen offen gestalteten Platz für Aktivitäten. Für Karnevalszüge und Veranstaltungen.
 
„Das hört sich doch gut an“, sieht man in den Gesichtern. „Und wann soll das genau passieren?“. Da ist er, der Haken, das übersehene Kleingedruckte: 2014 mit der Fertigstellung der Nord- Süd- Stadtbahn solle der Chlodwigplatz dann auch fertig sein. Aber es gebe noch keine Beschlüsse. Und es gebe noch keinen Architekten. Damit wolle die Stadt sich noch Zeit lassen, damit Ideen nicht in Vergessenheit geraten würden. Was soviel heisst, wie: Wir haben uns vielleicht schon Gedanken gemacht, aber beschlossen ist noch gar nichts!
 
Kurzes Schweigen. Der überschwängliche Optimismus? Aus den Gesichtern verschwunden. Aber geschimpft wird nicht: Wenn der Amtsleiter solche Ideen ausspricht, die auf Zustimmung stoßen, warum dann die Hoffnung aufgeben?
 

Foto: Christoph Wiemann

 

Über das „Lobby für die Südstadt“-Treffen ist resümierend zu sagen: Es scheint, als sei die Stadt, vertreten durch den Amtsleiter für Straßen und Verkehrstechnik, Klaus Harzendorf, gewillt, den Chlodwigplatz sowie den Ubierring und das Severinsviertel zu einem fußgänger- und fahrradfahrerfreundlichen Knotenpunkt der Südstadt zu gestalten. Harzendorf versichert immer wieder, dass die Meinungen der Bewohner und Unternehmer der Südstadt beachtet werden würden und auch gewünscht seien. Er hat alle Anliegen fleißig mitgeschrieben und die Hörer haben an diesem Abend das Gefühl sie haben etwas bewirken können. Das ist noch kein Bürgerbeteiligungsverfahren, aber eine Handlung mit Symbolcharakter.
 
Wie werden die Veränderungen vorangehen? Was wird anders werden, und vor allem: Wie werden die Wünsche der Bürger am Ende tatsächlich berücksichtigt? Der Chlodwigplatz wäre der perfekte Ort für ein echtes Bürgerbeteiligungsverfahren.
 
„Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird, aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“ (Lichtenberg)

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Text: Gastbeitrag

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