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Südstadt

“Dieser Weg war sein täglicher Weg”

Donnerstag, 21. November 2013 | Text: Aslı Güleryüz | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

sagt Conny Rademacher über den kleinen Weg, der von der Karl-Korn-Straße abzweigt und bis zum Rhein führt – und nun wird er einen großen Namen bekommen: Jean-Jülich-Weg. Über eine späte Ehrung eines Edelweißpiraten, der bis zur letzten Stunde ein couragierter Mitbürger war.
„Meine Südstadt“ sprach mit Conny Rademacher, der Tochter von Jean Jülich, und mit Bezirksbürgermeister Andreas Hupke anlässlich der Namenseinweihung am Freitag (22.11.2013) um 15:30 Uhr.

Meine Südstadt: Was empfinden Sie über diese Ehrung, Frau Rademacher?
Conny Rademacher: Unsere Familie freut sich total über die Benennung und Ehrung! Dieser Weg ist zur Zeit namenlos, dort fahren keine Autos. Es ist ein kleiner Weg mit vielen Bäumen und mein Vater hat hier gewohnt. Meine Familie – bis auf meinen Bruder – wohnt immer noch auf dem Stollwerck-Gelände. Mein Vater war einer der ersten, der da gewohnt hat. Wir sind froh, dass es dieser Weg ist, weil er sein täglicher Weg war. Mein Vater war Pächter der Severinstorburg und ist diesen Weg täglich gegangen. Abends ist er nach der Arbeit spazieren gegangen. Er war dann ungefähr eine dreiviertel Stunde unterwegs und ist seine “Runde” gegangen. Das war damals so üblich, dass man abends sein Stammlokal im Quartier besuchte und ein paar Kölsch trank. Ich bin auf diesem Weg groß geworden und habe hier gespielt. Meine Kinder haben hier gespielt. Wir verbinden sehr viele Erinnerungen mit diesem Weg.

Wie ist es zu der Weg-Benennung gekommen?
Andreas Hupke: Rolly Brings hatte sich eigentlich an den Rat der Stadt Köln gewannt und beantragt, Jean Jülich sollte zum Ehrenbürger ernannt werden. Es wurde an den OB herangetragen. Jean Jülich sollte als Stellvertreter des Menschen aus dem Volk geehrt werden. Doch leider war es nicht mehrheitsfähig im Rat. Das habe ich sehr bedauert. Die SPD-Fraktion Innenstadt hat dann vorgeschlagen, den Weg nach ihm zu benennen. Wir haben bei der Familie von Jean Jülich angefragt und sie war damit einverstanden. Mit dieser Benennung wird er symbolisch zum Ehrenbürger der Innenstadt.

 

Jean Jülich beim Edelweißpiraten Festival./ Foto: Jan Krauthäuser

Ist es nicht etwas spät, jetzt da er zwei Jahre tot ist?
Andreas Hupke: Wenn das nicht Jean Jülich gewesen ware, dann hätte das noch länger gedauert! In meinen neuneinhalb Jahren im Amt wurde noch nie eine Benennung so schnell durchgeführt. In England gibt es beispielsweise Städte, in denen der Geehrte 70 Jahre tot sein muss. Die Regularien in Köln besagen, dass eine Ehrung erst zwei Jahre nach dem tot der Person stattfinden darf. Und das haben wir ja fast hingekriegt. (Anm. d. Red.: Jean Jülich verstarb am 19. Oktober 2011). Diese Ehrung gebührt ihm auch.

Jean Jülich hat sich stets für eine lebenwertere Gesellschaft eingesetzt. Den meisten ist er um sein Engagement als Edelweißpirat bekannt.
Conny Rademacher: Mein Vater war ein Tausendsassa. Er war ein Edelweißpirat, ein Musiker und Komponist – und er hat viel Nachbarschaftsarbeit geleistet. Er hat immer viel in unserer Nachbarschaft organisiert, sich immer für unsere Nachbarn eingesetzt. Und er ist immer in die Schulen gegangen und hat von sich erzählt.

Andreas Hupke: Schang hat sich besonders für das Kinderheim in Sülz eingesetzt. Für die Waad-Pänz dort. Also, die Kinder, die auf eine Adoption warteten. Für das Kinderheim hat er Geld gesammelt. Da gab es die legendäre Karnvalssitzung in Mülheim. Er hat gigantische Summen für das Kinderheim gesammelt.

Wie sieht die Zeremonie am Freitag aus?
Andreas Hupke: Wir versammeln uns am Rondell in dem Weg um 15:30 Uhr. Es ist ein seltener Glücksfall, dass dieser Weg so eng mit Schang verbunden ist. Ich habe die Ehre, die Rede zu halten. Schangs Sohn Marco Jülich wird auch ein paar Worte sprechen. Rolly Brings und der Singende Holunder werden Lieder von Schang spielen.

Conny Rademacher: Meine Familie und ich werden anwesend sein. Mit Rolly Brings hat mein Vater sehr viel zusammen gearbeitet. Den Sindgenden Holunder hat mein Vater immer ‘Holunder Singers’ genannt. Ich musste schon dreimal weinen, als ich den Weg entlangging.

Jean-Jülich-Weg-Einweihung
Freitag, 22.11.2013, 15:30 Uhr
Rondell am Stollweckhof, 50678 Köln

Mehr über Jean Jülich in dem Artikel von Stephan Martin Meyer: “Ein Vorbild mit menschlichen Kratzern”
 

Text: Aslı Güleryüz

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