Raum für Workshops & Ausstellungen in der kölner Südstadt anmieten

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Bürgerbeteiligung Parkstadt Süd

Exklusiv! Rahmenplan für Parkstadt Süd: Vom Laster vor unsere Füße gefallen

Dienstag, 15. Mai 2018 | Text: Stefan Rahmann | Bild: Ortner & Ortner Baukunst

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Wer meint, in Sachen Planung für die Parkstadt Süd herrsche Tiefschlaf in der Stadtverwaltung, der täuscht sich sehr. Wir haben ihn gefunden, den Rahmenplan, an dem die Verwaltung seit anderthalb Jahren hinter verschlossenen Türen arbeitet. Und öffnen an dieser Stelle die Türen und stellen ihn vor. Und zwar so, wie er gerade verborgen vor der Öffentlichkeit, also quasi noch „geheim“, durch die unendlichen Weiten der Kölner Stadtverwaltung zur sogenannten „Schlusszeichnung“ wandert. Bei dem hier vorgelegten Entwurf handelt es sich um eine Momentaufnahme. Es kann also sein, dass an dem Plan noch Veränderungen vorgenommen werden, bevor er den politischen Gremien und der Öffentlichkeit zur Diskussion vorgelegt wird. Geplant ist die Vorlage laut Stadtverwaltung noch vor der Sommerpause.

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Was ist ein Rahmenplan?

Aber was ist ein Rahmenplan? Laut städtischer Definition enthält der Rahmenplan „konkretisierte Vorgaben zu Nutzungsmischung, öffentlichen Räumen, Verbindungsqualitäten der Parknutzung, zur Bebauung und zur Mobilität im neuen Stadtquartier. Gleichzeitig soll die Rahmenplanung flexibel genug bleiben, um bestimmte Teilbereiche mit besonderen Lösungsansätzen in späteren Phasen noch ausarbeiten zu können“. Der Rahmenplan gibt also schon einigermaßen genau vor, was später bei der Aufstellung von Bebauungsplänen für die Quartiere konkretisiert wird. Er ist die Grundlage für die Bebauungspläne, mit denen dann im nächsten Schritt durch die Politik verbindliches Baurecht geschaffen wird. Ausgearbeitet wurde der Rahmenplan vom Büro Ortner & Ortner Baukunst mit Niederlassungen in Wien, Berlin und Köln in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt.

vier zonen parkstadt süd

Vier Zonen in der Parkstadt Süd.

Bis zu 15 Geschosse

Die Planer haben das Großmarktgelände in vier Zonen aufgeteilt. Jede Zone kann einzeln für sich entwickelt werden. Die Zonen haben auch Namen: „Das Quartier Parkstadt im Westen, das Quartier Marktstadt um die historische Großmarkthalle, das Quartier Entrée mit dem Hochpunktensemble an der Bonner Straße und das Quartier Bildungslandschaft im östlichen Bereich. Dazu kommt noch der Grüngürtel, der aber nicht Teil dieses Rahmenplans ist. Vier Blockreihen mit unterschiedlichen Straßenräumen sollen das Quartier Parkstadt bilden zwischen Großmarkthalle und dem Ende des Großmarktgeländes in Richtung Vorgebirgstraße. An diesem Ende soll ein 15-geschossiges Haus den Abschluss der Parkstadt markieren. Ansonsten werden die Häuser zwischen zwei und acht Geschossen haben. Sie werden vornehmlich zum Wohnen aber auch für Büronutzung zur Verfügung stehen. Die Kante zum Grüngürtel bilden Häuser mit fünf oder acht Geschossen. Im Quartier wird es einen sogenannten Pocketpark geben. Eine Grünfläche im Westentaschenformat also.

Verkehrserschließung Parkstadt Süd

So stellen sich die Planer die Verkehrserschließung vor.

20 Meter breite Ringstraße

Deutlich spektakulärer als den Westentaschenpark stellen sich Ortner & Ortner mit ihrem Kölner Büroleiter Christian Heuchel den autofreien Boulevard vor. Er soll inmitten des Quartiers 30 Meter breit und begrünt werden. Irgendwann sollen über diesen Boulevard autonom fahrende Shuttle-Busse die Parkstädter zur zukünftigen S-Bahn-Haltestelle Bonner Wall bringen. Für Autos erschlossen wird das Quartier über eine 20 Meter breite Ringstraße mit lockerem Baumbestand. Mitten im Quartier wird eine Kita entstehen.

See Parkstadt Süd

Blick über den See im Grüngürtel auf die Markthalle und die Parkstadt.

Marktplatz mit Blick auf einen See

Das Quartier Marktstadt um die denkmalgeschützte Großmarkthalle nennen die Planer das “Herz des Quartiers“. Dort sollen eine vierzügige Grundschule, das Mobilitätshaus sowie Büro- und Wohnhäuser entstehen. Auch hier geht es hoch hinaus. An der südwestlichen Ecke der Markthalle soll ein 15-geschossiges Haus entstehen. Ansonsten variieren die Gebäudehöhen in der Marktstadt zwischen der zwei- bis dreigeschossigen Grundschule und bis zu acht Geschossen. Im Norden der Markthalle entsteht ein Marktplatz mit Blick auf einen See, der im Grüngürtel zur Sammlung des Regenwassers der Parkstadt angelegt wird. Für die Markthalle sehen die Planer unterschiedliche Nutzungskonzepte vor. Möglich ist die Unterbringung von Geschäften des täglichen Bedarfs. Gastronomie soll möglich sein, Galerien, eine Tanzschule oder ein Bürgerzentrum. Auch über einen Naschmarkt nach Wiener Vorbild hat man nachgedacht. Einen „Jugendclub“ halten die Planer im Marktamt für möglich. Im Mobilitätshaus sollen auf fünf Etagen Abstellplätze für Car-Sharing-Autos, Fahrräder, E-Bikes und Ladestationen für Elektrofahrzeuge untergebracht werden. Dort werden Fahrräder auch repariert. Für die gesamte Parkstadt gilt, dass man den ruhenden Verkehr unter die Erde in Tiefgaragen bringen möchte. Achten will man auf großzügige Gehwegbreiten, gute Überquerbarkeiten der Straßen, eine gefahrlose Radwegführung sowie Geschwindigkeitsreduzierungen. Eine Buslinie wird die Parkstadt Süd an die Bonner und die Vorgebirgstraße anbinden.

Impression Parkstadt Süd

So oder so ähnlich sieht das irgendwann mal aus.

„Stadteingang“ am Kreisel Bonner/Koblenzer

Das Quartier Entrée der Parkstadt Süd ist geprägt durch drei 15-geschossige „Hochpunkte“. Die sollen gebaut werden auf dem McDonalds-Grundstück am Kreisel Bonner Straße/Koblenzer Straße, gegenüber von dort, wo heute die Firma Balthasar Wertstoffe sammelt, und ein Stück weiter die Bonner Straße runter gegenüber von Marquardt-Küchen. In Richtung Südstadt, so die Planer, entstehe dank der Hochhäuser ein „Stadteingang“. Ansonsten keine Überraschungen: Die meisten Häuser haben wie in den anderen Quartieren auch fünf oder sechs Geschosse mit Ausreißern nach oben und unten mit zwei oder acht Geschossen. Das Quartier Bildungslandschaft entsteht dann auf beiden Seiten der Alteburger Straße. Da, wo heute der NeuLand-Garten liegt, ist eine vierzügige Grundschule geplant. Gegenüber, zwischen Schönhauser Straße und Bahndamm, wollen die Planer eine Gesamtschule mit Sechsfach-Turnhalle ansiedeln. Interessant: Die Alteburger Straße soll an dieser Stelle als Umwelttrasse ausgebaut und nur noch von Fahrrädern und Bussen befahrbar sein. Für Autos ist sie dann gesperrt.

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Auch Gemeinschaftsgärten sind möglich

Generell gilt: Einkaufsmöglichkeiten soll es in der Parkstadt Süd vor allem im Bereich Bonner Straße/Sechtemer Straße geben. Westlich der Großmarkthalle sind kleinere Ladenlokale wie Bäckereien und Kioske gewünscht. Ansonsten ist im Quartier Parkstadt kein Einzelhandel vorgesehen. Die gewünschte Belebung der Erdgeschosse sollen dort Gastronomie und Dienstleister übernehmen. Dass die Parkstadt Süd sehr dicht bebaut wird, räumen die Planer ein. Das sei ökonomischen Anforderungen geschuldet. Aber auch dem sparsamen Umgang mit Grund und Boden. Die Wärmeversorgung des neuen Veedels soll über bestehende Fernwärmeanschlüsse gewährleistet sein. Viele Dachflächen werden Photovoltaik-Anlagen tragen. Zahlreiche Dächer sollen begrünt werden. In den Innenhöfen der Blockbauten werden Bäume gepflanzt. Auch Gemeinschaftsgärten können angeboten werden. Und die Regel, dass 30 Prozent aller Wohnungen öffentlich gefördert gebaut werden sollen, wird in der Parkstadt Süd umgesetzt. Wer alles, aber auch wirklich alles wissen möchte, schaut sich den vorläufigen Rahmenplan in Gänze an. Ihr findet ihn hier.

Text: Stefan Rahmann

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Kommentare

  • Paul Neuhaus sagt:

    „Exklusiv“ ist natürlich ein großes Wort. Vor allem, wenn sich das Dokument seit Ende April ganz regulär aus dem Ratsinformationssystem herunterladen lässt:
    https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=74794

  • Hallo Paul, wir waren das Medium, das den Rahmenplan im Netz als erstes entdeckt und darüber geschrieben hat. Das nennen wir exklusiv. Jedenfalls war das, was wir berichtet haben, ziemlich neu für die Mitbewerber aus den lokalen Verlagshäusern und dem öffentlichen Rundfunk. Die haben einen Tag später ihre Leser und Hörer informiert. Dann nicht mehr ganz so exklusiv. Wie bist Du denn auf den Rahmenplan im Netz gestoßen? Hast Du den schon vor unserer Veröffentlichung gesehen? Am 26. April hat die Stadtverwaltung den Plan wohl versehentlich online gestellt und kurz danach aus dem Ratsinformationssystem wieder gelöscht. Hat nicht ganz geklappt, Google sei Dank. Hast Du auch über Google „Integrierte Planung Parkstadt Süd“ gesucht? Wir freuen uns übrigens sehr, wenn Leser mit uns in Kontakt treten. Dafür machen wir es ja. Es grüßt Dich freundlich, Stefan

  • Paul Neuhaus sagt:

    Hallo Stefan, unter „exklusiv“ verstehe ich „Wir sind die einzigen!“, was du beschreibst klingt für mich aber eher nach „Wir waren die ersten!“. Kleiner, aber für mich feiner Unterschied. 😉 In der öffentlichen Wahrnehmung habt ihr wohl tatsächlich einen Coup gelandet. Da hab ich auch gar nix gegen. 😉

    Ich habe die Vorlagen des Ratsinformationssystem in meinem Feedreader abonniert und sehe daher dort jede Vorlage direkt nach Veröffentlichung und kann mir so die Vorlagen, die mich interessieren, anschauen.
    Dort erschien am 27.04. die in meinem ersten Kommentar verlinkte Vorlage, die das Dokument des Integrierten Plan als Anlage hat. Das habe ich mir dann entsprechend sofort gespeichert.

    Die Vorlage ist unter dem Link auch nach wie vor aufrufbar (direkt und auch über Google), also nicht wirklich gelöscht. Sie taucht allerdings tatsächlich nicht auf den Tagesordnungen der laut Begleitdokument vorgesehen Gremien (BV1 und BV3) auf. Insofern wurde da evtl. tatsächlich versucht etwas wieder rückgängig zu machen. Diese mangelnde Transparenz im Zusammenhang mit Beteiligungsverfahren (wenn Informationen verfügbar sind gehören sie auch veröffentlicht) ist im Übrigen ein Problem für sich.

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