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Lükes Liebes Leben

Gesegnete Schweine und Kilometersteine

Montag, 4. November 2019 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Allerheiligen einigermaßen gut überstanden? Ist ja nicht einfach zu ertragen so ein Feiertag unter der Woche. Eigentlich ist Freitag, aber man kann nicht einkaufen. Da wird mancher Konsument nervös. Nicht, dass der Kühlschrank leer oder das Klopapier aus wäre. Man hat natürlich vorgesorgt. Falls doch nicht, bietet jedes Büdchen nicht nur in der Südstadt Auswege aus solchen Engpässen. Es geht eher ums Prinzip. Werktag und alle Läden zu. Das gehört sich einfach nicht und verursacht offenbar Leidensdruck. Aber der pfiffige Verbraucher weiß sich zu helfen. Bis Belgien und Holland ist es schließlich nur ein Katzensprung und da haben sie mit Allerheiligen nix am Hut. Und so haben sich am letzten Freitag wieder Kolonnen auf den Weg über die Grenzen gemacht. Vor allem ins niederländische Roermond. Woher ich das weiß? Verkehrsnachrichten. Ab 10 Uhr morgens bis zum späten Nachmittag gab es da stündlich den Hinweis auf Rückstaus auf der Autobahn vor der Abfahrt Roermond. War am 3. Oktober auch schon so. Warum ausgerechnet dort? Das 50 000-Einwohner-Städtchen hat ein riesiges Outlet-Center. Das hat zwar 363 Tage im Jahr geöffnet, aber billig einkaufen an einem Feiertag, an dem es daheim nix gibt, macht das Ganze offenbar zum unwiderstehlichen Event.

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Irre: Nachts im Museum

Mit den Kölner Museumsnächten läuft das, scheint mir, ähnlich. Eigentlich kann man ja außer montags täglich ins Museum. Und Kölner jeden ersten Donnerstag im Monat in die städtischen sogar umsonst. Wovon sie meiner Erfahrung nach aber kaum Gebrauch machen. Aber nachts ins Museum! Das ist natürlich total irre. Ich weiß nicht, wie es letzten Samstag gelaufen ist, aber als ich mir das vor vielen Jahren mal angesehen hab´, war das ein einziges Geschiebe von Menschenmassen, die kaum mehr als einen flüchtigen Blick auf die Exponate zuließen. Und die meisten Besucher schienen an Bildern und Skulpturen auch gar nicht sonderlich interessiert zu sein. Diese Event-Kultur treibt wahrlich skurrile Blüten.

Schöne Kunst von Wolfgang und Tina

Aber es gibt ja auch entspanntere Formen der Kunst-Rezeption. Dem Kölner Stadtanzeiger sei Dank. Unser Ortsheimatblatt feierte letzte Woche 70. Geburtstag. Und zu diesem Anlass hatten die Blattmacher sich überlegt, was mit Kunst zu machen. Natürlich mit einem renommierten kölschen Künstler. Da Gerhard Richter offenbar mal wieder keine Lust auf Heimattümelei hatte, hat man auf den zweitbesten Maler der Region zurückgegriffen: Wolfgang Niedecken. Doch, doch, der hat das mal studiert. Und der Barde hatte auch gleich eine total originelle Idee. Was mit dem Rhein sollte es sein. Worüber die Auftraggeber, so stand zu lesen, vor Begeisterung kaum an sich halten konnten. Herausgekommen ist dabei schließlich eine Collage mit 29 Bildern von Kilometersteinen für die Schifffahrt. Keine Gemälde sondern Fotos. Hat Niedeckens Ehefrau Tina geschossen. Sind auch alle scharf. Da kann man nix sagen. Und der nächste Geniestreich dabei: Die Bilder wurden vom Wasser aus gemacht! Anders wäre es allerdings auch schwierig geworden, selbst mit einem Weitwinkel-Objektiv mehr als die Markierungen selbst ins Bild zu setzen. Die Südstadt ist jedenfalls mit den Tafeln 686 und 678 im Rheinauhafen vertreten. Da freue ich mich. Blöd nur, dass der Dom nicht mit von der Partie ist. Liegt halt wischen zwei Flusskilometern. Mit Verlaub: Das ist doch ein Projekt für die gymnasiale Mittelstufe. In jeden Kunst-Leistungskurs hätten sich Antragssteller dafür allenfalls ein müdes Lächeln eingefangen. Aber passt schon. Die Stadt, der Niedecken, die Kunst und der Stadtanzeiger.

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Handy-Fackelzüge

Jetzt geht es ja auch wieder los mit den Fackelzügen im Vorfeld von St. Martin. Bei mir vor der Tür laufen die allerdings schon seit dem Wechsel zur Winterzeit. Unorganisiert und ohne jeden folkloristischen Background. Kaum ist´s dunkel, ergeht sich vor meinem Fenster, das auf eine eher spärlich beleuchtete Fußgängerzone geht, und auf dem gegenüber liegenden Spielplatz allabendlich eine faszinierende Parade von Lichtern. Hat geradezu etwas Poetisches. Auch wenn sich dahinter nur Menschen verbergen, die auch im Gehen nicht von ihren Handys lassen können. Bisweilen gehen High Tech und kuschelige Romantik seltsame Bündnisse ein.

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Gesegnete Schnitzel

Auch unsere christlichen Mitmenschen sind da nicht frei von Widersprüchen. In der Luther-Kirche konnte man unlängst seine Haustiere segnen lassen. Feine Sache für Herrchen und Frauchen. Den Tieren wird’s halbwegs egal gewesen sein. Oder gab´s da zur Belohnung Leckerchen? Aber was haben sich die Halter von Bello und Mieze davon versprochen? Ein Wiedersehen im Himmelreich? Möglich. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, sollte da in erster Linie unseren pussierlichen tierischen Mitgeschöpfen eine gesegnete Reverenz erwiesen werden. Schön und gut. Aber was ist mit all den erbarmungswürdigen Kreaturen in der Massentierhaltung? Kommt da auch mal ein Pfaffe mit dem Weihwasserkessel durch? Kaum. Schon wegen des Personalmangels. Vielleicht könnte man dann aber doch wenigstens das geweihte Nass in irgendwelche Sprenkleranlagen einfließen lassen, um auch diesen Mitgeschöpfen irgendwie eine Teilhaberschaft am ewigen Leben zu ermöglichen. Ich erinnere mich, dass im Dorf meiner Kindheit einmal im Jahr auch Autos und Traktoren gesegnet wurden. Ich weiß nicht, ob das heutzutage auch noch praktiziert wird. Aber vielleicht sind unsere Kirchen inzwischen ökologisch auch da ja total fortschrittlich unterwegs und segnen nur noch Fahrräder.

Text: Reinhard Lüke

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