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Lükes Liebes Leben

Impfen gegen Bratwurst

Montag, 6. September 2021 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Nun sind also alle wieder da. Wenn ich so zwei, drei Wochen außer Landes war, interessiert mich natürlich, was sich zwischenzeitlich in der Südstadt so alles getan hat.

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Sollten womöglich auf der Spielplatz-Brache An der Eiche neue Gerätschaften aufgestellt worden sein? Natürlich nicht. Und der erste Gang über die Severinstraße fällt auch ernüchternd aus. Zumindest im oberen Teil Richtung Innenstadt scheint es noch mehr Leerstände zu geben. Falls ein neuer Betrieb eingezogen ist, handelt es sich in der Regel um ein Friseurgeschäft. Herrschte daran bislang ein Mangel? Eher nicht. Dann also erstmal zu Chiro auf einen Espresso. Am Nebentisch ein nicht mehr ganz junges Paar, das aus dem Urlaub offenbar noch ein wenig Toskana-Feeling in die Südstadt retten wollte. Er im Polo-Hemd mit einem Krokodil drauf, sie im Walle-Kleid mit Strohhut inklusive Flatterbändchen. Man orderte polyglott: „Due Espressi per favore“ und war dann doch ein wenig enttäuscht, als der Mann ihnen wenig später das Verlangte humorlos mit „Zwei Kaffee, bitte sehr“ kredenzte. So ist er halt, der Italiener. In bella Italia bestellen Eingeborene schlicht einen Caffè und bekommen dann das, was bei uns unter Espresso läuft. Aber „due Espressi“ klingt natürlich wesentlich besser als „zwei Kaffee“ und wer weiß schon, ob Italiener in Köln überhaupt so viel Deutsch können.

Italo-Flair im Veedel? „Idiot!, Arschloch!“

Andererseits könnte man der Severinstraße inzwischen auch fast südländisches Flair attestieren. Das Gewusel an Verkehrsteilnehmern aller Art ist in der Altstadt von Neapel kaum weniger chaotisch. Autos, Motorroller, Radfahrer, die in beide Fahrtrichtungen unterwegs sind, Eltern mit überdimensionierten Kindertransportern, E-Scooter und hin und wieder auch noch Rikschafahrer, die ihren Gästen die Südstadt erklären. Dazu kommen noch die Transporter der verschiedensten Paketdienste und all die Zweibeiner, die zumindest den Abschnitt zwischen Karthäuserhof und der Torburg ohnehin längst als Fußgängerzone betrachten. Da kann einem der Mann fast ein wenig leid tun, der am späten Nachmittag regelmäßig mit seinem LKW vorsichtig durch das Treiben ruckelt, um das Warenlager von Alnatura aufzufüllen. Auch Bio-Supermärkte werden nicht per Lastenrad beliefert. Was die Lage bei aller Ähnlichkeit jedoch radikal von entspannten mediterranem Gewusel unterschiedet, ist das Maß an Aggression, das da wie auch immer unterwegs ist. Ob Auto-, und Radfahrer oder Fußgänger, da wähnt sich jeder im Recht und und ist auch unbedingt willens, das lautstark kundzutun. „Penner, Idiot, Volltrottel und Arschloch“ gehören inzwischen wie selbstverständlich zum Sound der Severinstraße.

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Flinke Gorillas

Nicht unbeträchtlich tragen aber auch die neuen Handlungsreisenden von Flink und Gorillas, die wegen des Zeitdrucks ordentlich in die Pedale treten müssen, zur unübersichtlichen Betriebsamkeit bei. Ich hatte ja gehofft, dass dieser Irrsinn mit Lockerung der Maskenpflicht auf der Straße ein Ende hätte. Ist aber nicht so. Ich hab´ da letztens binnen einer knappen halben Stunde rund 30 dieser Lieferanten gezählt. Und so prall gefüllt, wie da manche dieser Rucksäcke waren, sieht es so aus, als ließen sich Leute die gesamten Wocheneinkäufe an die Wohnungstüren bringen. Diese Kunden können doch unmöglich alle bettlägerig oder schwerst gehbehindert sein. Nachdem das Volk nun schon seit Jahren alles erdenkliche Zeugs im Netz ordert, ist ihm nun offenbar auch der örtliche Lebensmittel-Einzelhandel piepegal. Möchten die alle irgendwann in einer Südstadt leben, in der es nur noch Futterkrippen, Friseure und Nagelstudios gibt? Ich verstehe es einfach nicht. Vielleicht erklärt mir ein passionierter Besteller bei Gelegenheit mal seine Sicht der Dinge.

Irgendwie keinen Bock gehabt…

Mindestens so rätselhaft ist mir allerdings, warum noch immer zahlreiche Erwachsene in den Corona-Testzentren ein und ausgehen, weil sie offenbar noch keines der ersten beiden Gs nachweisen können. Okay, es gibt Leute, bei denen trotz Impfung oder Genesung solche Tests Sinn machen, weil sie beruflich mit Kindern oder irgendwelchen Risikogruppen zu tun haben. Aber die lassen sich wohl kaum mittags testen. Ich weiß echt nicht, was diesen notorischen Impfverweigerern so durch die Rübe rauscht. Alles Verschwörungstheoretiker, Quer- und Garnicht-Denker oder grundsätzliche Medizin- und Pharmaskeptiker, die keine fremden Mächte in ihre Körper lassen möchten? Kaum. Denn wenn es zur Spritze noch Bratwurst oder Freibier gibt, strömen die Verweigerer plötzlich in Scharen herbei. Als beim FC anlässlich des ersten Heimspiels eine Impfaktion am Stadion durchgeführt wurde, war da ein männlicher Fan, der auf die Frage eines Reporters unseres Heimatsenders, warum er sich denn in den Monaten zuvor noch keine Spritze abgeholt hätte, kundtat: „Äh… irgendwie keinen Bock gehabt oder so“. Und ich habe definitiv keinen Bock, dass solche Vollpfosten irgendwann unsere Intensivstationen blockieren, ich auch Weihnachten noch in öffentlichen (Innen-)Räumen mit Maske rumzulaufen muss oder Kinos und Theater womöglich wieder geschlossen werden. Von daher bis ich gespannt auf den 11. Oktober, wenn die Tests nicht mehr für umme sind. Impfzwang durch die Hintertür? Von mir aus. Die meisten dieser Einrichtungen werden dann nach einem überaus lukrativem Jahr wohl schließen. Aber vielleicht findet ja die Gastronomie dann endlich wieder Personal.

Text: Reinhard Lüke

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