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Sport

Klaus Ulonska war die Fortuna

Sonntag, 15. März 2015 | Text: Stefan Rahmann | Bild: Stefan Rahmann

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Die Stadt trauert um Klaus Ulonska. Der 72-jährige Vorsitzende von Fortuna Köln ist in der Nacht von Freitag auf Samstag an einem schweren Herzinfarkt gestorben. Das Samstagsspiel der Südstädter in der Dritten Liga gegen Borussia Dortmund II wurde trotzdem auf Anordnung des DFB angepfiffen. „Klaus hätte das so gewollt“, hieß es im Südstadion. Sätze, die fallen, wenn man die ganze Tragweite einer Nachricht noch nicht übersehen kann und zunächst mal hilflos in die Rituale des Alltags flüchtet. Klaus Ulonska war die Fortuna. Und ohne ihn wäre die Fortuna nicht.

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Jeder erinnert sich: Nach dem herben wirtschaftlichen wie sportlichen Niedergang ging es nach Ulonskas Amtsantritt 2006 mit der Fortuna stetig bergauf. Er konnte die Insolvenz des Klubs vermeiden, die Schulden begleichen und neue Sponsoren gewinnen. Alles fing damit an, dass eine Abordnung von Fans damals vor Ulonskas Haus gezogen war, um ihn zu bitten, den Vereinsvorsitz zu übernehmen. Er wollte eigentlich nicht. Schließlich hatte seine Frau ein Einsehen und bat die Jungs auf ein Bier herein. Und denen gelang es im Laufe des Abends, Ulonska zu überreden. Für sechs Wochen wollte der das Amt ausüben, bis dass das Schlimmste überstanden war.

Daraus wurden fast neun Jahre, in denen er den Verein komplett neu aufstellte. Auf die Frage, wie der Verein nach der Sanierung dastehe, anwortete Ulonska im Interview mit „Meine Südstadt“: „Wir haben keine Schulden. Darauf sind wir stolz. Alle, die bei uns in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, arbeiten ehrenamtlich. Bei der Fortuna ist viel auf Danke abgestimmt. Ich glaube aber auch, dass ich es auf meine Art schaffe, sehr viele Leute dafür zu begeistern, für die Fortuna etwas zu tun. Schauen Sie doch mal, wenn ich vor dem Anpfiff mit der Ball-Spendenbüchse auftauche. Dann rufe ich ,Guten Tag allerseits. Hurra, hurra, der Ball ist da‘, laufe durch die Reihen und freue mich über zehn Cent genauso wie über 100 Euro. Kindern und den Damen gebe ich zum Dank die Hand.“ Ein Kümmerer im wahrsten Sinne des Wortes. Bis zuletzt hat Ulonska fast jeden Tag in der Geschäftsstelle für den Club gearbeitet, dessen 1. Mannschaft im Sommer in die 3. Liga aufgestiegen ist. Mit dem Aufstieg in den Profifußball erfüllte sich für den Verein und für ihren Vorsitzenden ein Traum.

Der stets gut gelaunte Ulonska war Zeit seines Lebens in vielen Bereichen engagiert. In jungen Jahren war er als Leichtathlet erfolgreich und gewann bei den Europameisterschaften 1962 in Belgrad die Goldmedaille in der 4×100-Meter-Staffel. Später gehörte er zu den Mitbegründern des ASV-Sportfestes. 1973 begeisterte Ulonska die Jecken als Jungfrau Claudia im Kölner Dreigestirn. Wohl wenige wissen, dass er auch Präsident des Kölner Eis-Klubs war, in dem beispielsweise Eistanzen betrieben wird. Für die CDU saß er lange im Stadtrat, und dass er über Parteigrenzen hinaus geachtet war, beweist die Gedenkminute, die am Wochenende beim SPD-Unterbezirksparteitag für ihn eingelegt wurde.

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Im vergangenen Jahr erhielt Ulonska aus der Hand von Innenminister Ralf Jäger das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse in Anerkennung seines Lebenswerkes. Der Vorsitzende war Gesicht und gute Seele der Fortuna, die man sich ohne Ulonska eigentlich nicht vorstellen kann. Er selbst sagte „Meine Südstadt“ im vergangenen Jahr: „Ich bleibe, bis dass ich 75 bin. Dann höre ich auf. Das wird in drei Jahren sein. Noch könnte ich mir für die Fortuna aber nicht vorstellen, dass ich gehen kann.“ Und wenn die Mannschaft in die zweite Liga aufsteigt? „Dann mache ich weiter bis 80.“ Wie es im Verein weiter geht, kann sich im Moment niemand vorstellen. Eins steht jedoch fest: Bei der Fortuna und in dieser Stadt war Klaus Ulonska immer 1. Liga. So bleibt er im Gedächtnis. Für alle Zeit.

Text: Stefan Rahmann

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