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Klebt Euch nicht zu? – Der Kommentar

Freitag, 30. März 2012 | Text: Nora Koldehoff | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Das Prinzip ist weder neu noch sonderlich originell – und trotzdem scheint es auch diesmal wieder gut zu funktionieren: Wenn eine Sache – beispielsweise das Gemeinwesen Stadt Köln – nicht so richtig gut funktioniert und die Kritik an den Verantwortlichen deshalb immer lauter wird, sucht man sich einfach einen gemeinsamen Gegner, den auch die eigenen Kritiker nicht gut finden können, und schon sind die eigenen Versäumnisse und Fehler kein großes Thema mehr. Wie anders wäre die teure Werbekampagne zu erklären, mit denen die nahezu zahlungsunfähige Stadt Köln nun ein angeblich wahnsinnig wichtiges gemeinsames neues Ziel propagiert – als hätte sie wahrlich nicht andere Probleme genug.

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„Aufkleber im öffentlichen Straßenland (Signalanlagen, Verkehrsschilder, Lichtmasten, Ampelmasten, Strom- und Postkästen, Parkscheinautomaten, Abfallbehälter, Hinweistafeln, Stadtbahnen und Busse) nehmen zu“, heißt es alarmistisch in der gemeinsamen Presseerklärung von Stadt Köln, Verkehrsbetrieben, Abfallwirtschaftsbetrieben, Rheinenergie und dem 1. FC Köln. Und schlimmer noch: „ Auf Nachfragen bei den Städten München, Münster, Bremen, Bonn und Berlin wurde über die gleiche Problematik der immer größer werdenden Anzahl an Aufklebern im öffentlichen Straßenland berichtet.“ Ein „millionenschweres Ärgernis“ seien die wilden Klebereien, monatlich müssten rund 3.000 Sticker im Stadtgebiet entfernt werden.

Nun gibt es tatsächlich Fälle, in denen Aufkleber gefährlich werden können. Dann zum Beispiel, wenn sie wichtige Verkehrsschilder oder gar Ampelfelder überdecken, deren Reflektionsfähigkeit mindern oder auf jenen Hinweistafeln sitzen, die der Feuerwehr den Weg zum nächsten Hydranten oder der Rheinenergie die Lage des nächsten Gas-Absperrhahnes weisen. Und von Privateigentum wie Hauswänden, Garagentoren oder Fensterscheiben hat ohnehin jeder seine Finger zu lassen. Sie zu bekleben wäre, wie das alberne Taggen notorischer Reviermarkierer, schlicht Sachbeschädigung.

Wo aber sind ein hässlicher Sicherungskasten, ein Laternenmast oder eine kommerzielle Plakatwand in ihrer Funktion beeinträchtigt wird, wenn auf ihnen Sticker kleben, erschließt sich nicht. „Antifa, Fußballclubs, gewerbliche Aufkleber, Werbung für Discotheken, Internetseiten, Veranstaltungen“ haben die Initiatoren der Anti-Aufkleber-Aktion als Haupttäter ausgemacht. Man könnte die Sache auch positiv sehen – als Ausdruck einer eigenen Kultur von unten zum Beispiel, die sich ihre eigene Ausdrucksform gesucht hat.

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Vor allem aber drängt sich die Frage auf, warum gerade in einer Stadt wie Köln, in der die Fehlplanung des auch noch überflüssigen Milliardenprojektes Nord-Süd-Bahn Menschenleben gekostet, unschätzbare Kulturgüter verschlungen und Unsummen von Steuergeldern gefressen hat, „wilde Aufkleber“ ernsthaft ein derart großes Problem sein sollen, dass allein für die Kampagne dagegen schon wieder mehrere Tausend Euro aufgebracht werden müssen, um die Stadt flächendeckend und kostenpflichtig mit Propagandaplakaten zuzupflastern. „ Die Kosten für die Reinigung oder den Austausch eines Verkehrsschildes (je nach Größe) liegen zwischen 40 und 60 Euro“, heißt es in den Presseunterlagen zur städtischen Kampagne. Was sie selbst kostet, wird nicht bekanntgegeben. Und das in einer Stadt, in der die Kinderspielplätze in einem erbärmlichen Zustand sind und nicht mehr funktionsfähige Geräte abgebaut statt instand gesetzt werden. In der die Schulgebäude in einem so katastrophalen Zustand sind, dass man sich eigentlich viel mehr Aufkleber wünscht, um die Mauerrisse und offen liegenden Stromleitungen wenigstens verdecken zu können. In der Kindergartenplätze nach wie vor in weit geringerer Zahl vorhanden sind, als immer wieder vollmundig versprochen, und Jugendzentren von der Schließung bedroht sind. In der die Museen keine Einkaufsetats mehr haben, eine hervorragende Theaterintendantin die Stadt im Zorn verlässt, in der 90 % der Schulwege laut „Autoclub Europa“ leichte bis gravierende Mängel aufweisen.

Und diese Stadt fordert nun ernsthaft ihre Bürger auf, Wildkleber beim Ordnungsamt zu melden und stellt diese Aufforderung zur Denunziation auch noch unter die – von der stadtkritischen Kulturinitiative „Liebe deine Stadt“ geklauten Motto „Deine Stadt? Deine Liebe?“? Vielleicht sollte man gleich bei den Unterstützern der fragwürdigen Aktion beginnen. Der 1. FC Köln bietet in seinem Fanshop neun verschiedene Aufkleber in Größen bis zu 12 Zentimetern Höhe an und kassiert dafür bis zu 3 Euro 95 pro Stück. Wer zahlt für die Folgen des offenbar tausendfachen Missbrauchs?

Text: Nora Koldehoff

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