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Umwelt Verkehr

Klo am Chlodwigplatz: Die Rinne gibt‘s für umme

Freitag, 8. Dezember 2017 | Text: Stefan Rahmann | Bild: Pixabay

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Im kommenden Jahr wird es ein bisschen was Neues geben bei uns im Veedel. Wir befassen uns mit drei Beispielen. Da wäre zunächst mal die geplante öffentliche Toilette in unmittelbarer Nähe zum Chlodwigplatz. „So ein Quatsch“, werden jetzt einige denken. „Haben wir doch längst. Zum Beispiel an der Mauer oben links von der Severinstorburg. Und zwischen den parkenden Autos auf der Alteburger Straße.“ Dem ist entgegen zu halten, dass wir von einer ganzjährigen Container-Lösung sprechen. Die funktioniert auch, wenn die Tage nicht ganz so toll sind wie manchmal.

Stehen wird diese Ganzjahres-Lösung auf dem frei gewordenen Grundstück am Severinswall schräg gegenüber der Pittermännchen-Ausgabe-Stelle vom Früh und 50 Meter entfernt vom Chlodwigplatz. Bei dem öffentlichen Klo-Container handelt es sich laut Vorlage der Verwaltung um eine „2-Raum-City-WC-Anlage mit zusätzlicher Urinalrinne“. Die Bezirksvertretung hat deren Aufstellung mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Linken und bei Enthaltung von GUT beschlossen. Die Linke kritisiert das Vorhaben durchaus anschaulich: „Es besteht die reale Gefahr, dass das WC dort weder gefunden noch angenommen wird. Es droht ein im Wortsinne beschissener Standort im Angstraum.“

Stilles Örtchen dezentral

Ein Klo-Container an zentraler Stelle hätte den Denkmalschutz auf den Plan gerufen, der ja schon das U-Aufzugs-Monument auf dem Chlodwigplatz nicht verhindert hat. Um die Auffindbarkeit des dezentral platzierten stillen Örtchens zu erleichtern, hat die Bezirksvertretung die Vorlage der Verwaltung mit dem Satz ergänzt „Die Zuwegung vom Chlodwigplatz bis zur Anlage ist deutlich sichtbar zu beschildern.“ Der 7 mal 2,80 Meter große Container kostet 44.000 Euro. Die Verwaltung rechnet mit jährlichen Einnahmen in Höhe von 5000 Euro. Die Bauausführung wird „vandalismushemmend“ sein. Der Zugang zu den Toiletten kostet 50 Cent. Die Rinne gibt‘s für umme. Auch an einen Edelstahlbehälter zum Entsorgen gebrauchter Spritzen hat man gedacht. Die Reinigung übernehmen die AWB.

„Blutspuren“ auf der Nord-Süd-Fahrt

Das neue Klo kommt erst noch, der neue Radweg auf der Nord-Süd-Fahrt ist schon da. Mit dem Segen der Oberbürgermeisterin übrigens, die sich das Ganze vor Ort angeschaut hat. Und sah, dass es gut war. Sagte sie jedenfalls. Aber stimmt das auch? Ich starte einen Selbstversuch und fahre mit dem Fahrrad auf der Vorgebirgstraße in Zollstock bis zur Nord-Süd-Bahn Höhe Abfahrt auf den Karl-Berbuer-Platz, Nähe Severinsbrücke. Ich bin auf jede Art von Nahtod-Erfahrung vorbereitet und werde am Anfang nicht enttäuscht. Die Vorgebirgstraße ist nicht der Ort, an dem sich Radfahrer aufhalten sollten.


Schutzstreifen auf der Ulrichgasse.

Auf der zweispurigen Fahrbahn beträgt der Abstand zwischen mir und den Lastkraftwagen, die in Richtung Großmarkt unterwegs sind, in den meisten Fällen weniger als eine Armlänge. Aber Rettung ist nah: Am Vorgebirgstor werde ich sanft von der Straße auf einen separaten Radweg geleitet. Vorbei am Fortuna-Gelände und dem Park -charmant, heute mal ohne Festzelt- radle ich entspannt bis zur Loreleystraße. Jetzt wird es interessant. Es geht zurück auf die Vorgebirgsstraße. Wiederum sanft wird man gelenkt auf einen sogenannten Schutzstreifen. Der trennt Autofahrer und Radfahrer mittels einer gestrichelten Linie und darf auch von Autos befahren werden. Wenn kein Radfahrer da ist. Dort parken, wie auf der Bonner Straße üblich, darf man auf Schutzstreifen nicht.

Freie Fahrt für freie Radler

Ab der Volksgartenstraße wird es wieder interessanter. Der Schutzstreifen wurde nicht verlängert. Stattdessen fährt man mit dem Rad wieder im Autoverkehr. Hin und wieder erinnert ein eher unscheinbares Fahrrad-Signet auf der Fahrbahn die Lkw-Fahrer an die schwächeren Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern. So geht es weiter bis zur Ulrepforte. Und da eröffnet sich dem Pedaleur auf 300 Metern Strecke die ganze Pracht der Kölner Radwegplanung: Eine Spur auf der Ulrichgasse -im Volksmund Nord-Süd-Fahrt- steht ausschließlich dem Radler zur Verfügung. Wenn auf der Spur nicht gerade Autos parken. Aber das kam nur am Anfang vor.

Jetzt heißt es freie Fahrt für freie Radler. Es fährt nur keiner. Vom Chlodwigplatz bis St. Johann Baptist nutzen alle die Severinstraße statt den Umweg über die Nord-Süd-Fahrt. Fazit: Auf den zwei Kilometern von Zollstock bis zur Severinsbrücke ist für Radfahrer von nix über fast nix bis zu ganz schön und super alles dabei. Die Fahrradspur auf der Nord-Süd-Fahrt wird übrigens irgendwann in die Innenstadt verlängert. An den Einmündungen auf der Ulrichgasse ist die Radspur rot markiert. Von „Blutspuren“, die sich quer durch die Stadt zögen, sprechen die, die immer was zu meckern haben.

Anders herum auf dem Kartäuserwall

Eine solche „Blutspur“ findet sich auch an der Ecke Ulrichgasse/Kartäuserwall. Auf letzterem wird sich im nächsten Jahr auch was tun. Zwischen Nord-Süd-Fahrt und Brunostraße wird die Einbahnstraßenrichtung umgekehrt. Verhindern möchten die Experten im Amt für Straßen und Verkehrstechnik die derzeitigen Staus auf der Brunostraße. Durch dieses Schlupfloch gelangen die Autofahrer derzeit aus unserem Viertel auf die Ringe. Über den Kartäuserwall auf die Ulrichgasse wäre dann in Zukunft eine weitere Möglichkeit, die Südstadt auf vier Rädern zu verlassen.

Text: Stefan Rahmann

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