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Lükes Liebes Leben

Kretschmanns Tanga

Montag, 21. November 2016 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

So. Die Martins-Nummer ist nun auch wieder durch. Die Mäntel geteilt und die Gänse verputzt. Kam der Mann in diesem Jahr zum Segen der Züchter also gerade noch rechtzeitig vor der Vogelgrippe daher. Was mich an dieser volkstümlichen Hotte-Hü-Party mit Heiligem für die lieben Kleinen aber zunehmend irritiert, sind die Weckmänner. Diese Dinger mit den Rosinenaugen, die nach nix schmecken, sich schon nach zwei Tagen zum Einschlagen von Sargnägeln eignen, doch bei Kinderchen noch immer heiß begehrt sind. Aber wer mit Reiswaffeln und Dinkelkeksen hochgepäppelt wurde, weiß so einen Teig-Mann womöglich als Delikatesse zu schätzen. Schön so. Allerdings frage ich mich denn doch, ob es nicht so langsam mal angebracht wäre, den Typen ihre Tonpfeifen abzunehmen. Schließlich haben wir Raucher in den letzten Jahren so einiges an Stigmatisierungen über uns ergehen lassen. Und wir haben es gern getan. Im Interesse der Volksgesundheit. Und nicht zuletzt, um den Nachwuchs eindringlich zu mahnen, von derlei Drogen die Finger zu lassen. Doch dann drücken verantwortungslose Hefeteig-Dealer den Kinderchen rund um Martin diesen Typen mit dem Raucherutensil in die zarten Händchen. Unser Bundesgesundheitsminister hat damit offenbar kein Problem. Auf der Homepage seines Hauses finden sich nur die üblichen Tipps zur Grippe-Impfung, Aufforderungen zur Organspende und allerlei Ratschläge, wie man gesund durch ein langes Leben kommen könnte. Von Warnungen vor Weckmännern keine Spur. So geht das nicht. Also, entweder werden den teigigen Zeitgenossen demächst weniger gefährliche Utensilien wie Kalaschnikows oder Gartengeräte in die Hand gedrückt oder ich verlange, dass jeder Weckmann mit denselben Warnhinweisen und Ekelfotos
bestückt wird wie meine Tabak-Packungen.

Wendlers Sondermüll
Aber es gibt ja auch heitere Nachrichten. Beispielsweise die von den Panzerknackern, die in Berlin einen Geldautomaten sprengen wollten, aber stattdessen einen Kontoauszugs-Drucker in die Luft gejagt haben. Da wird es innerhalb der Gruppe anschließend wohl Gesprächsbedarf gegeben haben. Und dann letzten Montag der Wendler im Altkleider-Container. Irgendwer hat 4500 originalverpackete CDs von Michael Wendler in einer Textil-Sammelbox der Kolpingfamilie Dortmund entsorgt. Wer macht denn sowas? Ein verzweifelter Label-Chef, der die Scheiben zu spät als unverkäuflich erkannt hat und sie einfach nur loswerden wollte? Oder womöglich Mutti, die den ganzen Batzen gekauft hatte, um Junior irgendwie doch noch in die Top-Ten zu bringen? Die Polizei ermittelt. Der Künstler selbst hat inzwischen erklärt, die Promo-CDs seien älteren Datums und bei einem Einbruch von Dieben aus seinem Eigenheim entwendet worden. Aha. Hat er es also nichtmal geschafft, 4500 Silberlinge gratis unters Volk zu bringen. Wie auch immer. Aber unstrittig ist: Wendler-CDs gehören weder in die Altkleider-Sammelbox, noch in die graue oder gelbe Tonne. Wendler-CDs sind eindeutig Sondermüll, der unter Wahrung der höchsten Sicherheits-Standards entsprechend entsorgt gehört.

Weit mehr beschäftigt mich aber seit Tagen der seidene Schlübber von Eva Braun. Das zartrosane Utensil mit Monogramm von Adolfs blonder Kurzzeit-Gattin kam neulich in England für umgerechnet 3250 Euro Unter den Hammer. Erstanden hat´s ein anonymer Bieter von der Insel. Wobei der Handel mit der Leibwäsche von NS-Größen jetzt nix Neues ist. Ein Paar Socken von Hitler und eine Original-Unterhose von Hermann Göring wurden in den letzten Jahren auch schon versteigert. Aber bei Evas Schlüpfer ist mir noch immer nicht klar, ob das Ding jetzt gewaschen war oder nicht. Was ja für die Wertbemessung -je nach Neigung- nicht eben unerheblich wäre. Angeblich soll ihn 1945 ein GI in den Räumlichkeiten des Berchtesgadener Berghofs an sich genommen haben, woraufhin das Stück mehrfach weiterveräußert worden sein soll. Die Leiterin der jüngsten Auktion sprach von „Gebrauchsspuren“, erklärte aber, dass „die Wäsche ansonsten sauber“ sei. Ja, wie denn jetzt? Macht es womöglich Sinn, sich im Sinne einer Kapitalanlage statt Autogrammkarten beizeiten getragene Unterwäsche von Politikern zu sichern? Einen Schinkenbeutel von Helmut Kohl, einen BH von Mutti oder einen Tanga von Winfried Kretschmann? Ein Negligé von Andrea Nahles oder Strapse von Bärbel Höhn? Ich sollte die Damen und Herren vielleicht mal anschreiben.

Früchte-Titten reloaded
Einmal mächtig schlüpf(e)rig unterwegs, kommt mir die Mitteilung in Haus, dass RTL jetzt „Tutti Frutti“ wiederbeleben möchte. Für die mit der Gnade der späten Geburt: Hinter diesem Titel verbarg sich einst ein TV-Show, in der sich nach komplett undurchschaubaren Spielregeln Menschen nackig machten. Zumindest obenrum. Eine Frau und ein Mann aus des Volkes Mitte und eine Riege aus sechs weiblichen, wohlgeformten Models, von denen jedes, symbolisiert durch die Farbe seines Bikinis für eine Obstsorte stand. Und irgendwann im Laufe der Sendung schmissen die Damen des „Cin-Cin-Balletts“ (so hieß die Truppe) ihre Oberteile weg. Das war eigentlich auch im Jahre 1990, als der damalige RTL-Boss Helmut Thoma das italienische Format ins Programm hievte, nach den nackten 70ern nun wirklich kein Knaller mehr, aber dem umtriebigen Sender-Chef war vor allem daran gelegen, seinen noch jungen Kanal mit jeder Art von Trash-TV in die Schlagzeilen zu bringen. Was seltsamerweise auch funktionierte. Nicht zuletzt weil engagierte Feministinnen mit untrüglichem Intellekt in der Sendung tendenziell frauenfeindliche Aspekte entdeckten und dagegen öffentlich zu Felde zogen. Nach drei Jahren war dann aber Schluss mit nackig, weil die Fangemeinde vorwiegend aus alten, weißen Männern bestand. Und die sind für einen kommerziellen Sender nun mal komplett uninteressant, weil die werbetreibende Industrie für dieses schnarchige Quoten-Klientel kein Geld rausrückt.

So ist angekündigte Wiederaufnahme der nackigen Früchtchen auch nicht mehr als ein Retro-Gag, der unter dem Etikett „Kult“ verhökert wird. Zudem will man es zunächst auch nur bei einer einzigen Ausgabe am 30. Dezember belassen. Relativ verschämt beim Mini-Sparten-Ableger RTL Nitro. Moderiert wird die Titten-Sause nicht wie einst von Hugo Egon Balder, der sich dafür den Titel „Hühner-Hugo“ einhandelte, sondern von Jörg Draeger. Draeger, Draeger…? Genau. Der gehörte einst auch zu den Leuchten des frühen Privat-Fernsehens und moderierte bei Sat1 die Zocker-Show „Geh aufs Ganze“. Inzwischen ist der 71 und hat damit ziemlich exakt so viele Lenze auf dem Buckel wie die avisierte Zielgruppe. Alt, männlich, weiß und ohne Abi. Kommt einem bekannt vor? Aber über Trump muss ich nochmal nachdenken.

Text: Reinhard Lüke

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