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Südstadt

Lutherkirche: Abriss und Neubauten – Parkplatz und Straße werden Freifläche

Montag, 3. Dezember 2018 | Text: Stefan Rahmann

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Von innen beleuchtete große Sitzmöbel. Lichtbänder, die die Sichtachse vom Chlodwigplatz bis zur Lutherkirche säumen. So könnte die Zukunft aussehen. Aber der Reihe nach: Das kleine Karo ist Pfarrer Mörtters Sache nicht. Er denkt fast immer XXL. Und das ist bei seinem neuesten Vorhaben nicht anders. Er möchte das Gebäude-Ensemble an der Lutherkirche abreißen. Stehen bleiben werden der denkmalgeschützte Turm und die Kirche. Jüngst präsentierten Architektur-Studenten der TH Köln im Gemeindesaal der Lutherkirche Ideen für die Freiraumplanung an der Lutherkirche. Sie hatten sich in einem Seminar mit ihrem Dozenten Jürgen Wulfkühler Gedanken über den Parkplatz neben der Kirche gemacht.

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Denn Mörtter will einen Schritt wagen, der ihm in der Südstadt mit ihrem immensen Parkdruck nicht nur Freunde machen wird. „Die Stellplätze fallen weg. Stattdessen wollen wir dort eine Freifläche anlegen. Die kleine Straße, die zwischen dem Café und dem Weinladen liegt und die parallel zum Parkplatz verläuft, wird für den Autoverkehr gesperrt und der neuen Freifläche zugeschlagen“, beschreibt der Pfarrer eine wichtige Neuerung für das Veedel, das wohl in Zukunft mit einem Dutzend weniger Parkplätzen auskommen muss. Die „Lichtmöbel“ und die Lichtbänder haben Studenten vorgeschlagen. Die Flächen, auf denen die dem Abriss geweihten Häuser stehen, werden neu bebaut.

Lutherkirche

Diese beiden Gebäude sind dem Abriss geweiht. Der Parkplatz wird Freifläche.

In gleicher Höhe, mit einem Staffelgeschoss zusätzlich. In den Gebäuden werden wie bisher Büros der Gemeindeverwaltung und Wohnungen untergebracht. Büroräume können auch von externen Firmen gemietet werden. In den Neubau neben dem Turm soll ein Restaurant einziehen. „Dort wird hochwertige Küche angeboten.“ Mit Außengastronomie. In allen Entwürfen der Studenten waren dafür Tische und Stühle vorgesehen. Wichtig ist den Studenten auch, dass die Fläche öffentlich ist. Man darf sein Feierabendbier mitbringen und ist nicht gezwungen, Geld auszugeben. Gleichzeitig präsentierten die Entwürfe den öffentlichen Raum als im wahrsten Sinne des Wortes offen. Soziale Kontrolle ist spätestens ab dem zweiten Feierabendbier vonnöten. Urban Gardening spielt in den meisten Entwürfen eine Rolle. „Vielleicht könnte man in den Pflanzkisten Kräuter anbauen, die vor Ort in dem Restaurant verarbeitet werden“, schlägt Mörtter vor. Geradezu tollkühn mutet der Vorschlag von zwei Studenten an, die Volksgartenstraße vor der Lutherkirche an für den Autoverkehr in Richtung Bonner Straße zu sperren. „Das würde die Freifläche schlagartig verdoppeln, heißt es in dem Entwurf.

Lutherkirche

Markant ist der neue Haupteingang in den Innenhof in diesem Entwurf.

Voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres soll ein Architektenwettbewerb starten. „Wir wollen nachhaltig-hochwertig bauen.“ Bei vergleichbaren Projekten habe man gespart und beispielsweise Türrahmen aus Kunststoff eingebaut. Das will der Südstadtpfarrer unbedingt vermeiden. „Wir legen großen Wert auf Qualität und Ökologie.“ Gleichzeitig sollen die späteren Mieten angemessen und trotzdem bezahlbar sein.

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Jetzt muss nur noch das Presbyterium zustimmen. Hat die Gemeinde eigentlich Rücklagen, um zu bauen? Hat sie nicht. Mörtter ist trotzdem optimistisch. „Das Elefantenhaus im Kölner Zoo ist auch ausschließlich mit Spenden gebaut worden. Wir hier sind sozusagen ein geistlich-spirituelles Elefantenhaus.“ Das soll, so rechnet der Pfarrer mal wieder in XXL, 1,5 Millionen Euro kosten. Spender werden gesucht.

Text: Stefan Rahmann

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Kommentare

  • Lesmeister sagt:

    Wer denkt bei all den tollen Plänen an die Anwohner, die schon jetzt oft genug durch Veranstaltungen genervt werden (laute Feiern bis in den frühen Morgen, laute Musik auf dem Weihnachtsmarkt, etc. ). Beschwerden werden ignoriert.

  • Marc Dietz sagt:

    So sehr ich Hans Mörtter in seinem sozialen Engagement schätze, so frage ich mich doch andererseits, ob er nicht seinen wahren Beruf verfehlt hat. Wären seine Bibelkenntnisse jedenfalls so stark wie sein Selbstdarstellungsdrang, wäre ich nicht gezwungen, ihn mir ständig als einen weltrettenden Tangotänzer vorstellen. Die Feststellung, dass er „fast immer XXL denkt“ ist schon nahezu kabarettreif, wenn man man an die verhinderte Spende des bekannten Kölner „Etablissements“ Pascha denkt, die er meines Wissens nur auf Druck der Öffentlichkeit nicht angenommen hat (man könnte fast sagen „Fi**** für die Armen“). Politisch aktiv ist er auch, wenngleich sich seine Ausgeglichenheit und Toleranz hauptsächlich mit allem, was links im Spektrum zu finden ist, zu begnügen scheint.

    Neulich hat er mit einer Truppe leicht verwirrter Schafe auf dem Chlodwigplatz das arabisch-jüdische Verhältnis verbessern wollen („Ja, Frieden ist auch in der Region möglich“), was allerdings leider nicht so richtig geklappt haben scheint. Weder während der Mission, auf der Berichten im Ksta zufolge ein jüdischer Mensch tätlich angegriffen worden ist, noch danach. Oder hat jemand kurz nach dem Termin von jüdisch-arabischen Verbrüderungsszenen im Gazastreifen gehört oder gelesen? Doch wer weiß: vielleicht überlegt die Hamas ja noch ernsthaft, ob sie auf die entschlossene kirchliche Intervention aus Mama-Merkelland die Vernichtung Israels aus ihrer Präambel streichen soll.

    Jetzt jedenfalls die neueste coole Rolle des dampfenen Hans in allen Gassen: als Bauherr ohne Budget. Da gehen die Phantasien offenbar hoch, denn wer nichts hat, kann sich praktisch alles ausdenken. Mich wundert, dass er den Kirchraum nicht dauerhaft in eine Disco oder einen Konzertsaal umwandeln will, knapp davor scheint es ja manchmal zu sein. (Bei Wandlung in eine Moschee wäre allerdings schnell Schluss mit lustig.) Ok, die Anbauten an Turm und Kirche sind nun wahrhaftig keine Pracht und vor allem in die Jahre gekommen, aber ob das für Jesus so wichtig gewesen wäre? Für viele bedürftige Dauergäste der Lutherkirche dürfte zudem eher Tafel denn Restaurant angesagt sein und allein schon deshalb lohnt die Frage an den künftigen Bauherrn, an welche Art von Begegnungsstätte er da eigentlich denkt? Yuppies, aufsteigende BWL-Studenten und wohlhabende Gemeindemitglieder (wenn es die in wahrnehmbarer Zahl noch gibt)?

    XXL sind auch die Widersprüche, wenn von „Qualität, Ökologie und bezahlbaren Mieten“ die Rede ist. Klingt ein wenig wie eine frühere Volkspartei, die die Mietpreisbremse eingeführt hat (welche wiederum genau das Gegenteil bewirkt hat). Aber was soll’s?! Vielleicht ist das Gedächtnis der Gemeindemitglieder später nicht so elefantös wie das geistlich-spirituelle Traumschloss für Dickhäuter.

  • Petra sagt:

    Macht doch auch Sinn, wenn es eh schon Probleme gibt, gleich noch ein paar mehr zu schaffen! Noch weniger Parkplätze, noch mehr Lärm, noch mehr Geld ausgeben, das man noch nicht mal hat…

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