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Gesellschaft

Pfandring-Test 2.0 am Chlodwigplatz

Donnerstag, 4. Oktober 2018 | Text: Jeannette Fentroß | Bild: Jeanette Fentroß

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Am Chlodwigplatz läuft seit einigen Wochen der Test des neuen BowWow-Pfandrings von Paul Ketz. Nachdem im Jahr 2015 ein Test der Stadt Köln den Erfolg seiner Erfindung zumindest in seiner Heimatstadt abrupt beendete, startete meinesuedstadt.de den Relaunch und dokumentiert regelmäßig die Nutzung des Pfandprojektes des Kölner Designers. Der Ring hängt am Pfahl eines Hinweisschildes.

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Wochenbeginn, am Nachmittag, kurz vor 18 Uhr: Ein Flaschensammler mit vollen Plastiktüten in einem Einkaufswagen schlurft heran. Er kontrolliert mit einem kurzen Seitenblick den Pfandring am Chlodwigplatz. Leider ist ihm ein Kollege dieses Mal zuvorgekommen: der Pfandring ist leer. Der Mann dreht eine Rund um den Platz und blickt ein zweites Mal zum pinkfarbenen Pfandring. Noch ist nichts drin, er muss später wiederkommen. Eine ältere Frau mit Dackel bleibt vor dem roten Pfahl stehen. Während ihr Hund an den großen Baum pinkelt, liest sie das Plakat zur Testaktion. Auf dem Fahrrad kommt ein junger Mann angefahren und hält an. Auch er schaut sich interessiert den Pfandring und das Plakat an. Der Test funktioniert, Aufmerksamkeit ist da! Wir befragen anderen Passanten nach ihren Meinungen und Einschätzungen zu der Aktion.

Wir fragen die Leute

Ist euch der Pfandring aufgefallen? Kennt ihr das Produkt und die Idee dahinter? „Ich finde diese Idee einfach klasse, davon müsste es viel mehr geben!“ Die Touristin aus Österreich ist begeistert. „Das gab es doch schonmal an den Mülleimern, oder? Da sind die Pfandringe aber besser platziert, da man die leeren Flaschen eher dort entsorgt, wenn man diese nicht selbst zurückbringen will“, erzählt der Mann aus der Südstadt. Ein Jugendlicher gibt gleichsam zu bedenken, die „Dinger wären auffälliger an Mülleimern platziert“. „Wirklich aufgefallen ist mir der Ring hier noch nicht“, antwortet eine Anwohnerin.

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Mit dem Einsatz von Pfandringen wird der Mehrweg-Kreislauf unterstützt sowie Müll und Glasbruch im öffentlichen Raum vermieden. Was haltet ihr von dem Ansatz? „Das ist sinnvoll. Wir sollten alle mehr auf unsere Umwelt achten!“ entgegnet die Frau aus Österreich. „Ich finde das ist eine gute Sache, warum setzt sich das nicht bei uns in Köln durch?“, so der Südstädter. Und der junge Kölner stimmt zu: „Na klar ist die Idee gut! Besser wären aber Aufstellorte, wo die Flaschen tatsächlich entsorgt werden, zum Beispiel an oder neben Abfallbehältern.“ „Wenn dadurch weniger Flaschen kaputt gehen und nicht mehr überall Scherben herumliegen, dass wäre schon ein Fortschritt“, stellt die Chlodwigplatz-Nachbarin fest.

Ein wichtiges Argument für den Pfandring ist auch der soziale Aspekt. Menschen die Pfandflaschen sammeln, um so einen Teil ihres Lebensunterhaltes zu sichern, müssen nicht mehr im Müll danach suchen. Wo lasst ihr eure Getränkedosen oder Pfandflaschen? „Ab sofort immer in diesen Ringen, hoffentlich gibt es bald mehr davon“, erklärt die Dame aus dem Alpenland. Der Mann aus dem Viertel weiß, „im Müll wühlen ist keine schöne Sache. Mit Pfandringen wird es doch angenehmer für die Flaschensammler“. „Wenn es gut zugängliche Pfandringe überall in der Stadt gibt, stelle ich mein Pfand-Leergut selbstverständlich rein. Allerdings suche ich nicht erst nach den Ringen. Wenn keiner sofort zu finden ist, stelle ich die Flasche wie auch sonst immer daneben – neben den Mülleimer“, so der junge Schüler. „Obdachlose sitzen hier ständig rum, Pfandflaschen bringen die aber selbst zurück – ist ja wie bares Geld für diese Menschen. Wenn’s hilft, stelle ich da auch ab und zu mal etwas rein“, so die Anwohnerin weiter.

Positive Wahrnehmung

Unser Fazit des Pfandring-Tests am Chlodwigplatz: die Abstellmöglichkeit für Pfandflaschen und Getränkedosen wird von den Menschen in der Südstadt positiv wahrgenommen. Mehr Pfandringe würden die Aufmerksamkeit für das Projekt natürlich erhöhen. Daher verlängern wir die Testphase des Pfandrings und versuchen die Aktion auch auf weitere Plätzen in der Südstadt zu erweitern. Außerdem sind Gespräche der Meine-Südstadt-Redaktion mit städtischen Vertretern und den AWB geplant. Am Chlodwigplatz hat eine Bierflasche am Abend ihren Weg in den Pfandring gefunden. Noch bevor wir ein Foto aufnehmen können, hat ein Obdachloser die Flasche schnell wieder herausgenommen – unsere Fragen möchte er aber nicht beantworten. Es stimmt also: der Pfandring ist meistens leer, weil er perfekt genutzt wird. Kurze Zeit später laufen zwei junge Männer vorbei, wieder steht schon eine leere Bierflasche im Pfandring. Einer der beiden greift in seinen Rucksack und holt eine Plastikpfandflasche heraus. Sofort stellt er diese dazu und geht grinsend weiter. Daumen hoch – weiter so!

Text: Jeannette Fentroß

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