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Kultur

„Ruinen des Hasses“ – Solidaritätslesung im Literaturhaus

Mittwoch, 9. März 2022 | Text: Hanna Bolin | Bild: Literaturhaus Köln

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Die aktuelle politische Situation in der Ukraine lässt zurzeit viele Menschen schockiert und machtlos zurück. Neben Mahnwachen, Kundgebungen, Demonstrationen und Sammelaktionen haben sich auch die Literaturszene Köln und das Literaturhaus Köln dazu entschlossen, den eigenen Möglichkeiten entsprechend aktiv zu werden.

#StandWithUkraine

Unter dem Motto #StandWithUkraine wurde gemeinsam eine Solidaritätsveranstaltung für die Bevölkerung in der Ukraine organisiert, bei der Kölner Autor:innen am vergangenen Sonntag Texte von ukrainischen Schriftsteller:innen vortrugen. Diese Veranstaltung konnte sowohl online als auch vor Ort besucht und unterstützt werden. Die Eintrittsgelder, die Spenden, um die gebeten wurde, sowie die Einnahmen durch Verkäufe am Büchertisch werden für Hilfe in der Ukraine gespendet.  Alle Beteiligten, seien es die Organisator:innen sowie die Autor:innen, arbeiteten unentgeltlich.

Die Stimme als Waffe

Die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernahm Henriette Reker, sodass nach einer kurzen Begrüßung durch Bettina Fischer vom Literaturhaus sowie durch Ute Wegmann aus der Literaturszene die kulturpolitische Sprecherin Kölns Brigitta von Bülow die Veranstaltung eröffnete.

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Sie appellierte an die gesellschaftlichen Grundwerte der Demokratie, Menschenwürde und Freiheit des Wortes und unterstrich die Relevanz der Solidaritätswelle, die durch den Angriff Putins auf die Ukraine in Köln ausgelöst wurde: „Krieg und Gewalt können Instrumenten und Stimmen keinerlei Grenzen setzen.“ Auch betonte sie, dass sich die Stadt Köln aktuell auf die Aufnahme von Geflüchteten vorbereite und jeder Mensch, der vor Krieg fliehe, in Köln willkommen sei.

Gehört werden

Der ukrainisch-kanadische Komponist und Pianist Lubomyr Melnyk, der über ein Online-Video auftrat, rahmte seinen musikalischen Beitrag mit den Worten: „This is a tragedy that no music can express“ (übersetzt: Dies ist eine Tragödie, die keine Musik ausdrücken kann). Und auch die ukrainische Illustratorin Anna Sarvira, die vor wenigen Wochen aus der Ukraine nach Deutschland kam und nun nicht zurück kann, betonte, dass es wichtig sei für Ukrainier:innen gehört zu werden. Diesen beiden Gedanken schien der Abend gerecht zu werden. Die Texte, die vorgetragen wurden, hatten nicht den Anspruch, die Situation, wie sie zurzeit in der Urkaine herrscht, im Detail zu erfassen. Vielmehr schienen sie wie Puzzleteile, die die Facetten einer solchen Situation zu erfassen und darzustellen versuchen. Und sie wurden aufmerksam und gespannt gehört.

Einige Texte thematisieren den Zerfall, Krieg, Frieden, die Hoffnung oder das Innehalten. Auch das Vergessen und Verschwinden waren wiederkehrende Gegenstände der vorgetragenen Literatur, aus der an diesem Abend gelesen wurde. Ein Beispiel ist das Gedicht „Das Vergessen“ aus Juri Andruchowtschs Gedichtband „Werwolf Sutra“, vorgetragen von Janko Hanushevsky.

Simone Schabert während der Lesung / Foto: Literaturhaus Köln

Simone Scharbert las sehr eindrucksvoll den Text aus dem Glossar „Ruinen“ von Juri Andruchowytsch und Andrzej Stasiuk aus dem Buch „Mein Europa“ vor. Dieser beschäftigte sich besonders mit dem Zerfall, zunächst von Bauwerken, dann von Ökosystemen und schließlich, losgelöst vom Dinglichen, mit dem Zerfall von Abstraktionen: Ruinen von Brücken, Ruinen von Flüssen, Ruinen der Sprache.

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Auch spielte die Beziehung zwischen der Sowjetunion und Deutschland in mehreren Beiträgen eine Rolle, wie zum Beispiel in der von Günter Wallrafs vorgelesener Geschichte aus dem Buch „Secondhand-Zeit. Leben auf den Trümmern des Sozialismus“ von Swetlana Alexijewitsch oder in Katja Petrowskajas „Vielleicht Esther“, gelesen von Joachim Geil.

Die Themen des Erwartens oder der Suche nach Antworten tauchen mehrfach auf, wie beispielsweise in dem von Gerrit Wustmann in eigener Übersetzung vorgetragene Gedicht „Algometrie. Kiew 2021“ von Iryna Vikyrchak: „Ich schreibe dieses Gedicht nicht mal in der Sprache der Opfer, obwohl ich sollte. Denn sie sind es nicht, die Antworten suchen, und ich bin es nicht, die sie kennt.“

Die Bücher, aus denen gelesen wurde / Foto: Literaturhaus Köln

 

Zum Weiterlesen

Für alle Interessierten, die gern selbst einmal in die Texte schauen wollen, bietet der  Programmverlauf des Abends mit den jeweiligen Beiträgen eine gute Übersicht.

  • Juliana Kálnay: „Das Licht der Frauen“ (Kampa) von Zanna Sloniowska
  • Günter Wallraf: „Secondhand-Zeit. Leben auf den Trümmern des Sozialismus“ (Hanser) von Swetlana Alexijewitsch
  • Christoph Danne: „Die Poststellle“ und „Chinesische Küche“ aus „Geschichte der Kultur zu Anfang des Jahrhunderts“ (Suhrkamp) von Serhij Zhadan
  • Roswitha Haring: „Sie kam aus Mariupol“ (Rowohlt) von Natascha Wodin
  • Gerrit Wustmann: „Aльгометрія. Kiew 2021“ von Iryna Vikyrchak.
  • Simone Scharbert: „Mein Europa“ (Suhrkamp) von Juri Andruchowytsch und Andrzej Stasiuk
  • Peter Rosenthal: „Königreich des Regens“ aus „Gestohlene Luft“ (Kookboooks) von Yevgeniy Breyger
  • Melanie Raabe: „Graue Bienen“ (Diogenes) von Andrej Kurkow
  • Janko Hanushevsky: „Werwolf Sutra“ (Suhrkamp) von Juri Andruchowytsch
  • Joachim Geil: „Vielleicht Esther“ (Suhrkamp) von Katja Petrowskaja
  • Yannic Han Biao Federer: “Blauwal der Erinnerung“ (KiWI) von Tanja Maljartschuk
  • Anke Glasmacher: „Der Kopfhörer“ und „Das Nashorn“ aus „Warum ich nicht im Netz bin“ (Suhrkamp) von Serhij Zhadan
  • Peter Licht: „Eine Formalie in Kiew“ (Hanser Berlin) von Dmitrij Kapitelman
  • Andrea Badey: „Wertep. #RomanProMaydan“ von Olena Sachartschenko

Text: Hanna Bolin

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