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Gesellschaft

Tischlein, deck´ dich – draußen und für alle.

Donnerstag, 14. Juni 2018 | Text: Elke Tonscheidt | Bild: Initiative Offene Gesellschaft e.V.

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Ob Ahrabhi am 16. Juni Kartoffelsalat mitbringt, ist ungewiss. Die seit mehr als vier Jahren im Schmittie lebende Studentin hat aber in jedem Fall eine eigene Tafel angemeldet: So ein Demokratie-Fest kann sie sich nicht entgehen lassen, dafür will sie sich einsetzen. Wie gleich vier andere Organisatoren, die am oder in der Nähe des Sachsenrings den sogenannten Tag der Offenen Gesellschaft feiern. Am Samstag, den 16. Juni – und die dahinter stehende bürgerschaftliche Initiative, die sich Offene Gesellschaft nennt und ohne Parteibindung agiert, erhofft sich, dass „ein ganzes Land auftischt und ein #dafür Zeichen setzt“.

Am liebsten an einem gedeckten Tisch

Ahrabhi Kathirgamalingam ist gerade mal 24 Jahre alt, ihre Eltern stammen aus Sri Lanka. Sie ist sich darüber bewusst, dass eine Demokratie „immerhin davon lebt, dass wir uns austauschen und das tut man doch am liebsten an einem gedeckten Tisch“. Sie hält eine solche Tafel für ein starkes Symbol für friedlichen, angeregten Austausch auf Augenhöhe.

Genau darum geht es am 16. Juni – und das nicht nur in Köln sondern bundesweit: Jede/r kann mitmachen und gemeinsam mit anderen ein Zeichen setzen die Gesellschaft gestalten zu wollen. Es geht um Begegnung im besten Sinne: Auf der Straße, nicht in einer Demo verpackt, sondern beim gemeinsamen Feiern – denn da kommen ja oft die besten Ideen… Einfach Tische und Stühle auf die Straße, in die Garageneinfahrt oder wohin auch immer stellen und Freunde einladen, einfacher geht’s nicht.

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„Das Kölsch ist kalt, der Kaffee heiß und unsere Theke gesellig.“ so beschreibt Wirt Peter „Pitter“ Mathissen sein Lokal. Kaum einen Steinwu…

Jeder bringt was mit, wie zum Picknick

Ahrabhi hat das für das private Studentenwohnheim, das Schmittmann Kolleg, in die Hand genommen. Und das, lacht sie, „obwohl wir am Abend vorher noch unsere Hausparty feiern. Da sind einige bestimmt noch etwas verkatert, aber auch das macht ja nix.“ Sie und ihre Freunde wollen schlicht raus auf den Grünstreifen und andere animieren, es ihnen gleich zu tun: sich „Picknick-mäßig“ hinsetzen, jeder was mitbringen und andere neu oder besser kennen lernen.

Genau das hat die Initiative, die sich 2015 in Berlin gründete, im Sinn, wenn sie sagt: „Vielleicht traut man sich nicht, die Nachbarin zum Balkon-Grillen einzuladen. Aber wenn ich zur Tafel am 16. Juni einlade, habe ich einen Anlass ganz offen zu sagen: Hey, es hat mich eigentlich schon immer interessiert, was Du da drüben so denkst. Das funktioniert.“ Mittlerweile hat die Offene Gesellschaft auch sehr prominente Freunde gefunden, Katja Riemann zum Beispiel, die gerade – übrigens ohne Gage – einen Werbespot #dafür gedreht hat:

Allein mehr als 20 Tafeln nur in Köln

Zurück zu Ahrabhi. Sie freut sich sehr, wenn möglichst viele Kölner dem Aufruf folgten und am 16. Juni dabei wären. Entweder am Schmittie oder auch an einer der vielen anderen Tafeln, die bereits angemeldet sind. Längst ist die Zahl der Tafeln aus 2017 übertroffen, und das sogar deutlich: 2018 gehen, schon jetzt angemeldet, 416 Tafeln an den Start – 20 allein in Köln!
Was Ahrabhi nicht wundert, schließlich lobe der Kölner seine Stadt gerne und mit Herzblut als offen und bunt: „Eine Tafel auszurichten und mit anderen Kölnern in Kontakt zu kommen und sich zu vernetzen – das ist doch eine grandiose Art, um Werte wie Demokratie, Toleranz und schließlich auch Nachbarschaft zu leben.“

Vielleicht entwickelt sich auch was Poetry-Slam mäßig

Also, wer am 16. Juni noch nichts vorhat: Am Schmittie geht es um 17 Uhr los. Open end, sagt Ahrabhi. Eine Musikbox sei sicher da, natürlich was zu essen und sie wünscht sich, dass auch gespielt wird. Twister zum Beispiel oder man könne Kinderschminken anbieten. Vielleicht werde sich auch Poetry-Slam mäßig etwas entwickeln… Wichtig ist der 24jährigen: Jeder kann sich dazu setzen. „Wir sind offen, darüber zu sprechen, wie eine Gesellschaft aussieht, in der wir alle gut leben können“.
Das offizielle Motto der Offenen Gesellschaft lautet ein wenig ironisch: Mit Kartoffelsalat die Welt retten. Wie viele Salate dieser Art am 16. Juni kredenzt werden, ist ungewiss – sicher werden aber wieder Tausende Menschen teilnehmen. 2017 waren mehr als 20.000 bundesweit dabei und #dafür. Wer noch eine eigene Tafel anmelden oder sich erkundigen will, wo es in seiner Nähe schon eine gibt, der kann dies auf der Website der Offenen Gesellschaft tun.

Text: Elke Tonscheidt

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