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Südstadt

Aus für Büdchen am Eierplätzchen

Donnerstag, 2. Juni 2022 | Text: Judith Levold | Bild: Judith Levold

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Sie wirken geknickt. Melanie und Andreas Kräber haben mit viel Herzblut das „Büdchen am Eierplätzchen“ aufgebaut – nun müssen sie schließen.

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In den letzten Jahren hat sich der Chlodwigplatz stetig verändert: Kleine Lädchen sind großen Ketten gewichen und urige Bäckereien konkurrie…

„Ja, das sind jetzt fast acht Jahre und irgendwie ist das frustrierend, jetzt, wo wir wirtschaftlich gerade in gutes Fahrwasser kommen“, sagt Andreas, der oft selbst im Büdchen steht. Genau wie seine Frau Melanie.

Melanie Kräber, fast immer selbst für ihre Kund*innen am Start (Foto: Judith Levold)

Immer schon Kiosk

Schon immer sei an dieser Stelle, im Haus Nr. 35 an der Ecke zur Teutoburgerstraße ein Kiosk gewesen, erzählt Nachbar Christoph.

Eierplätzchen Büdchen

Christoph, Nachbar und Stammkunde (Foto: Judith Levold)

„Aber immer waren diese Kioske schlecht sortiert und geführt. Erst mit Melanie und Andreas ist das hier ein richtig gutes Büdchen geworden“, findet er. Dem stimmen viele zu, denn die beiden haben einen heruntergewirtschafteten Kiosk übernommen und ganz neu aufgestellt und alles auf die Nachbarschaft abgestimmt.

Auch AWBler kommen gern zur Frühstückspause…(Foto: Judith Levold)

Ob Lehrer*innen der benachbarten Grundschule, AWBler in ihrer Frühstückspause oder die Anwohner*innen der umliegenden Straßen: Hier bekommen sie zu korrektem Preis sämtliche Arten von gutem Kaffee. Und dazu ein frisches Croissant, die neueste Zeitung, eine gemischte Tüte und und und.

Zeitungen, Tabaksorten, Getränke – alles auf die Nachbar*innen abgestimmt (Foto: Judith Levold)

Und ob Zeitungen, Süßigkeiten, Getränke oder speziellen Tabak – „Wir kennen die Nachbar*innen und wissen, was sie kaufen wollen“, sagt Melanie, die noch nicht weiß, was sie jetzt machen will. Zum August hat ihnen die Eigentümerin des Hauses gekündigt. „Fristgerecht und rechtlich ist alles ok“, wie Andreas einwirft. Denn ihr Vertrag habe von Beginn an immer nur jahresweise bestanden und sei einfach bei Nicht-Kündigung automatisch ein Jahr verlängert worden.

Andreas Kräber ist richtig traurig. Genau wie für Melanie ist der Kiosk sein Vollzeit-Ding. (Foto: Judith Levold)

Hoffnung zerschlagen

„Doch zuletzt hatte sie uns noch Hoffnung gemacht, gesagt, dass sie eigentlich keinen Kiosk mehr da haben wolle, aber wir eben so lange weiter machen könnten, wie wir wollen.“

Gute Kaffeemaschine und alles, was man mal eben schnell braucht… (Foto: Judith Levold)

Süße Tüten – bei den Schulkindern besonders beliebt… (Foto: Judith Levold)

Für das Eierplätzchen wird das ein herber Verlust. „Da geht wieder was Soziales den Bach runter, ein Treffpunkt, ein Stück Lebensqualität“, findet Christoph. „Mir wird mein täglicher Kaffe mit Schwätzchen weggenommen“. Und an die Kinder, die nach der Schule ihre kleinen süßen Tüten lieben, wolle er gar nicht denken.

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Die Eigentümerin, die ihnen jetzt mit der Kündigung auch ihre Existenz erstmal wegnimmt, habe argumentiert, da sei zu viel Lärm und Dreck um den Kiosk herum, im Hausflur und überhaupt: Sie wolle keine Laufkundschaft an ihrem Haus. „Dabei kenne ich 90% der Kund*innen“, sagt Melanie, denn es sind Stammkund*innen und eben Nachbar*innen. „Da hat man ja Beziehungen aufgebaut und wirklich hart jeden Tag gearbeitet, alles maßgeschneidert in den winzigen Kiosk eingebaut.“ Und nun? „Erst mal sacken lassen, erstmal ein bisschen frei nehmen, aber bis zum letzten Tag stehen wir ja hier für die Leute.“

Bis zum 17. Juli steht Melanie noch für die Nachbar*innen im Büdchen (Foto: Judith Levold)

Und das ist der 17. Juli: „Danach müssen wir ja noch alles ausräumen und wegschaffen“, erklärt sie und dabei sammeln sich schon Tränen in ihren Augen.

Text: Judith Levold

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Kommentare

  • Danz,Heinz- Üpeter sagt:

    Ich bin schon als Kind an dem Kiosk gewesen. Auch heute hole ich mir gerne mein Kölsch und Tabak da. So kann man ein Viertel auch langsam kaputt machen. Diese Ausreden nach all den Jahren finde ich echt fragwürdig. Traurig was hier kaputt geht. Könnte Kotzen!

  • Marlene Zoeller-borggreve sagt:

    Ich bin echt geschockt. Das tut mir sehr leid. Das Büdchen von Melanie und Andreas war eine Anlaufstelle für viele. Das ist echt total doof.

  • Andre Kara sagt:

    Oh man.
    Danke an die Vermieterin. 🤦

  • Claudia sagt:

    Ich wohne seit 60 Jahren hier und als Kind hab ich mir schon immer eine Tüte gemischte Süßigkeiten an diesem Kiosk gekauft oder bin mal schnell dahin für Getränke, Chips und Co.
    Ich frage mich wirklich, wieso es „auf einmal“ zu laut und zu dreckig am Kiosk sein soll?
    Ist und war es nie!
    Es wird ordentlich und sehr liebevoll geführt, wie man sehen kann.
    Es scheint eher dass der Vermieter einen „plötzlich Sinneswandel“ hatte und mutwillig, eigennützig eine Entscheidung getroffen hat, warum auch immer.
    Wirklich unverständlich und sowas von schade das dieses Kiosk weg soll wegen Befindlichkeiten eines Einzelnen.

  • Uli sagt:

    Das darf doch nicht wahr sein! So ein tolles Büdchen mit so netten Betreibern!!! 1A Service, 1A Produkte! Dreck oder gar Lärm rund um das Büdchen habe ich nie wahrgenommen! Ich hoffe SEHR, dass sich an der Entscheidung der Eigentümerin/Vermieterin noch was ändert! Das Eierplätzchen ohne dieses Büdchen geht gar nicht!!!

  • Laura Hollmer sagt:

    Dieses Büdchen gibt es schon seit über 20 Jahren. Schon als Kind habe ich mir nach der Schule diverse gemischte Tüten geholt. Meli und Andreas haben vor acht Jahren dieses Büdchen so toll umgestaltet und was ganz besonderes draus gemacht. Das Eierplätzchen wird ohne diesen Kiosk nicht mehr das Gleiche sein. Sehr sehr schade….

  • Nachbarin sagt:

    Oh nein!! Sehr schade. Das Büdchen gehört doch einfach zum Park, zum Eierplätzchen, zur Südstadt, zum Bücherschrank… heul!

  • Exilkölnerin sagt:

    Ich finds völlig unverständlich. Das Eierplätzchen gehört zur Südstadt dazu und hat eine wichtige Funktion als Treffpunkt und zum Eierplätzchen gehört der Kiosk. Oder gehörte muss man wohl sagen. Ich finde es erschreckend wie eine private Vermieterin „weil sie keine Lust darauf hat“ einfach mal so mirnichtsdirnichts eine Existenz vernichtet und den Nachbarn ihren Kiosk nimmt. Wohnraum vergesellschaften!

  • Ana sagt:

    Oh nein, jetzt kommen mir auch die Tränen in die Augen.. Können wir doch noch etwas machen? Unterschrifte sammeln für die Vermieterin?

  • Lars sagt:

    So traurig!
    Wieder geht ein Stück Tradition. 😢

  • Kevin sagt:

    Das bricht mir einfach nur das Herz! Sowas asoziales!

  • Stephan sagt:

    Wirklich traurig!
    Gerade solche öffentlichen Treffpunkte fehlen immer mehr und machen ein Veedel doch erst lebendig. Wer sich als Anwohner hier über Lärm oder Sonstiges beschwert, der sollte sich vielleicht überlegen ob er/sie überhaupt in der „Stadt“ wohnen möchte.

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