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Lükes Liebes Leben

Bläserquartett in der Seilbahn

Montag, 18. Februar 2019 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Die Vorboten des närrischen Treibens mehren sich in diesen Tagen auch in der Südstadt unübersehbar. Zunehmend sieht man in Bahnen und Bussen Kostümierte, die zu irgendwelchen Sitzungen unterwegs sind. Am Wochenende auch gern schon nachmittags. Da sitzen dann Lappenclown und Piratin im ÖPNV neben Menschen im Alltagsornat, die auf dem Weg nach irgendwo sind und von den Jecken an ihrer Seite kaum Notiz nehmen. Dass die verkleideten Narren jetzt mehr Lebensfreude als ihre Nebenleute ausstrahlen, lässt sich schwerlich behaupten. Man hat halt im Sommer Karten für die XY-Sitzung im Sartory oder sonstwo erworben, also geht man dahin, schunkelt und klatscht sein Pensum weg, fährt anschließend wieder heim und gut is. Ich mag diese selbstverständliche, vorkarnevalistische Parallelgesellschaft im öffentlichen Raum.

Kollektives Vorglühen

Regelmäßig aus der Rolle fallen dabei jedoch die Zeitgenossen, die derzeit aus dem Umland zu Sitzungen anreisen. Letzten Samstag luden am Rheinufer zwei Busse aus dem Landkreis Höxter Menschen mittleren Alters mit Minimalverkleidung aus, denen man offenbar erzählt hatte, in ganz Köln sei auf den Straßen auch schon Wochen vor Weiberfastnacht Party angesagt. Und das ganztägig. Entsprechend hatten die Damen und Herren vom Lande während der Fahrt scheint´s schon ordentlich gebechert, Piccolöchen und Kleine Feiglinge kreisen lassen und machten sich jetzt grölend auf den Weg Richtung Altstadt.

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Aber auch für manche Profi-Narren gehört das Vorglühen scheinbar zum Programm. Lässt sich jeden Nachmittag vor dem Brauhaus auf der Severinstraße beobachten. So gegen 17 Uhr sammeln sich da rote Funken (Ob´s die Roten Funken sind, weiß ich nicht.), um schon mal ein paar Kölsch zu zischen, bevor sie ihre Tour durch die Säle antreten. Da der Funke im vollen Ornat offenbar kein großer Bahn- und Busfahrer ist, lässt er sich von seiner Gattin anliefern. Das läuft dann nachmittags vorm Brauhaus ab wie morgens vor Grundschulen. SUV mit Frau am Steuer fährt vor und vom Beifahrersitz rollt sich statt des Kindes ein Funke, der dann dem Kofferraum des Wagens keinen Ranzen sondern Holzgewehr und Hut entnimmt. Besser gelaunt als Schüler vor der ersten Stunde sehen sie auch nicht aus. Dabei hat die Frau ihnen beim Rauslassen doch sicher noch „Viel Spaß!“ nachgerufen.

Amtlich angeordnete Sandstürme

Nur um meiner Protokollantenpflicht nachzukommen: Mein Bläserquartett war schon wieder da. Warum? Keine Ahnung. Schließlich hatten die Männer in Grün zwar vier Anläufe gebraucht, um den Spielplatz an der Eiche vom Laub zu befreien, aber am Ende war das Ergebnis doch durchaus zufriedenstellend ausgefallen. Diesmal jagten die Männer mit ihren lärmenden Pustern einzelne Blätter, die sich im Gebüsch oder im Zaun versteckt hatten. In erster Linie entfachte das Quartett auf dem Platz jedoch gehörige Sandstürme. Nach gut zwei Stunden ließen die Jungs endlich von ihrem sinnfreien Treiben ab, schaufelten ungefähr 187 Blätter auf die Ladefläche ihres Autos und fuhren davon.

Seilbahn? Besser nicht

Ich finde, die Idee mit der Seilbahn für Köln als Alternative im ÖPNV hat ja irgendwie Charme. Von Porz bis Longerich mit der Gondel schweben und dabei im Zickzack-Kurs mehrfach den Rhein überqueren – nette Vorstellung und dazu womöglich verkehrstechnisch auch noch sinnvoll. Und allemal besser als noch weitere Gebäude in U-Bahnschächten zu versenken. Okay, das Postkarten-Panorama mit Dom und Altstadt bekäme womöglich ein paar Kratzer, aber in Wuppertal wird ja schließlich auch ständig ein Verkehrsmittel fotografiert. Was mich allerdings skeptisch stimmt, ist das Gefährt, das da nun seit knapp zwei Jahren unbeweglich über der Zoobrücke baumelt. Ich meine, das Relikt von der Bundesgartenschau 1957 befährt eine Strecke von gerade mal 935 Metern. Wenn sie denn in diesem Sommer wieder fährt. Sicher ist das offenbar noch immer nicht. Wenn sie dieses technisch doch überschaubar komplexe Vehikel über einen solchen Zeitraum nicht wieder in Gang bekommen, mag ich mir gar nicht ausdenken, wie lange es dauern würde, bis die neue Super-Seilbahn nach einem Defekt wieder ins Rollen käme.

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Lutscher für alle

Und wer sollte die überhaupt betreiben? Am Ende die KVB? Super Idee. Die haben aber jetzt gar keine Zeit für solche Projekte. Denn unsere Verkehrsbetriebe arbeiten, so stand zu lesen, eifrig an einem neuen Konzept. Nicht für den Nahverkehr sondern für den fahrscheinlosen Tag, den es auch in diesem Jahr wieder geben soll. Der im vergangenen Jahr am 3. Juni soll irgendwie nicht so doll gelaufen sein. Vermutlich hat er nicht zu einem sonderlich erhöhtem Fahrgastaufkommen im Rest des Jahres geführt. Was haben die sich denn vorgestellt? Wir lassen die Leute einmal für umme mit Bus und Bahn durch die Stadt schaukeln und danach sind alle derart begeistert, dass sie sich sofort eine Monatskarte kaufen? Man könnte ja stattdessen mal über Fahrpreise nachdenken oder warum ein Viererticket neuerdings exakt so viel kostet wie vier einzelne Fahrscheine. Aber nein, jetzt hat das Marketingkonzept für den fahrscheinlosen Tag 2019 absolute Priorität. Wann dieser Freudentag sein wird, ist noch nicht raus. Muss ja erst das Konzept fertig werden. Vielleicht gibt’s dann an diesem Tag für jeden Fahrgast auch noch einen Lutscher. Gratis!

Text: Reinhard Lüke

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