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Gesellschaft

„Die sozial deklassierten jungen Verlierer rüsten auf“

Mittwoch, 1. Dezember 2010 | Text: Doro Hohengarten | Bild: KFN

Geschätzte Lesezeit: eine Minute

Kaum eine Institution in Deutschland beschäftigt sich so ausführlich mit der Erforschung von Jugendgewalt wie das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen KFN. Jährlich führen die Wissenschaftler in verschiedenen Bundesländern Schülerbefragungen und Studien zur Gewaltentwicklung unter Jugendlichen durch. Wir fragten den Vorsitzenden des Instituts, Professor Christian Pfeiffer, im Telefoninterview, ob und wenn ja wie das Angebot eines Geschäftes wie pw Outdoor, Defense & More die Entwicklung von Gewalt fördern kann.

 

Professor Pfeiffer, welchen wissenschaftlichen Zusammenhang gibt es zwischen dem Gebrauch von Spielzeugwaffen wie Softair-Pistolen und tatsächlicher Gewalt?

In Jugendgruppen, in denen verstärkt Gewalt auftritt, haben wir es häufig mit einer Macho-Kultur zu tun. Gediegene Machos bedienen sich gerne solcher Waffen. Wer sich mit einer Softair-Pistole oder einem Messer ausstatten kann, der steigert die Attraktivität innerhalb der Gruppe. Man will es haben, man will Show-Power zeigen. Solche Nutzer von Softair-Waffen sind bereits auf dem Trip in Richtung Gewalt.

Sind Softair-Waffen für solche Jugendliche der erste Schritt zur richtigen Waffe?

Auf jeden Fall unterstützen sie ebenso wie echte Waffen die Macho-Kultur der Gruppe. Die reine Verfügbarkeit von Softair-Waffen stellt an sich allerdings noch keine Gefahr dar, das muss man ganz klar sagen.  Erst bei realen Waffen werden Konflikte gefährlich.

Was ist mit Kindern und Jugendlichen, die Softair-Waffen kaufen und benutzen, aber nicht zu solchen Gruppen gehören?

Es besteht nach unseren Erkenntnissen keine Gefahr, wenn man kein Problemkind ist und nicht zu einer Gruppe mit Macho-Kultur gehört. Das Angebot und der Gebrauch von z.B. Softair-Waffen ist niemals ein Allein-Auslöser, sondern nur ein Verstärkungsfaktor in der Gewaltentwicklung. Hauptfaktoren sind andere wie etwa: Gewalt in der Familie, Drogen/Alkohol, eine miserablen Bildung, soziale Isolation und fehlende Erfolgserlebnisse.

In unmittelbarer Umgebung des betreffenden Geschäftes befindet sich einer der sozialen Brennpunkte unseres Stadtteils. Er ist zwar klein, aber trotzdem macht die Nähe vielen Bürgern Angst.

Ich denke, der Standort wurde bewusst gewählt. Die sozial deklassierten jungen Verlierer rüsten auf, damit lässt sich Geld verdienen. Sie sind begierig nach entsprechenden Waffen und Waffen-Imitaten. Wer arm an Leben ist, möchte reich an Waffen sein – das ist eine alte, aber immer noch gültige Erkenntnis.

Ein Bürgerinitiative will sich nun für die Schließung des Geschäftes stark machen. Macht das Sinn?

Rechtlich wird es da keine Handhabe geben. Eine andere Möglichkeit als zivilen Widerstand gibt es nicht, ein solches Geschäft in die Diskussion zu bringen. Etwas zu unternehmen ist aber auf jeden Fall begrüßenswert – wenn man dabei den Vermieter überzeugen kann, ist der Widerstand vielleicht sogar erfolgreich.
 

 

Weitere Informationen zum Thema:

Schülerbefragungen des KFN

Studien zur Gewaltentwicklung des KFN

 

Weitere Artikel zum Thema:

Aufstand gegen die Waffenfront

Mehr Bildung gleich weniger Gewalt

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Nicht gerade zum Schießen…

Text: Doro Hohengarten

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