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Kultur

Ein bisschen (Süd)Stadtgeschichte: das Haus Balchem

Montag, 9. Mai 2011 | Text: Gastbeitrag | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: eine Minute

Er kennt die Südstadt wie seine Westentasche. Nein. Die Südstadt IST seine Westentasche. Jo Firmenich lebt seit 1969 hier und weiß eine Menge über die Geschichte unseres Viertels und Kölns überhaupt. Wir freuen uns deshalb, dass wir den Stadtführer als Gastautor dafür gewinnen konnten, auf  „Meine Südstadt“ in unregelmäßiger Folge Orte und Gebäude vorzustellen, die von historischer Bedeutung sind. Los geht’s heute mit dem Haus Balchem.

 

Geht man über den Chlodwigplatz durch die Severinstorburg, gelangt man auf die Severinstraße und so in das Vringsveedel (Severinsviertel). Auf der linken Seite der Straße sind noch einige Fassaden aus dem Ende des 19. Jahrhunderts erhalten.  Nach hundert Metern fällt eine große Barockfassade ins Auge, die heute die Stadtteilbibliothek beherbergt: das Haus Balchem.

Eine der wenigen Barockfassaden Kölns ist hier liebevoll restauriert worden. Das Haus wurde im zweiten Weltkrieg zerstört, nur die Fassade konnte gerettet werden.

Hier stand im Mittelalter eine große Schmiede. Wie man auf dem „Merkatorplan“ aus dem Jahre 1587 sehen kann, hatte man von hier einen freien Blick über die Weingärten des Severinsstiftes bis zum Rhein. Dieser Blick war ein Anreiz für den Ratsherren und Braumeister Heinrich Deutz, hier ein prächtiges Brauhaus zu bauen. Um den weiten Blick genießen zu können, hat er sich einen schönen Erker über dem Eingang bauen lassen. Solche Erker standen eigentlich nur adeligen Personen zu und waren wegen der Enge der Severinstraße hier nicht zulässig. Aber als Ratsherr konnte man sich so manchen Regelverstoß erlauben…

1676 eröffnete Deutz hier also ein Brauhaus mit der Gaststube „Zum goldenen Bären“, als Treffpunkt für Ratsleute und Zunftmeister. 1697 starb er, und seine Erben führten das Gasthaus unter dem Namen „Deutzer Brauhaus“ weiter bis das Gebäude im 18. Jahrhundert mehrfach den Besitzer wechselte und durch Johann Balchem schließlich in den Besitz der alteingesessenen Brauerfamilie Balchem kam.

Johann Balchem baute im 19. Jahrhundert eine moderne Brauerei in den Hinterhof und nannte das Gasthaus nun „Haus Balchem“. 1943 zerstörten Flugbomben das Haus bis auf die Fassade. Bei der Restaurierung nach dem Krieg wurde die verbrannte Innenausstattung durch erhaltene Stücke aus alten Bürgerhäusern ersetzt, zum Beispiel eine außergewöhnliche Balkendecke und eine Wendeltreppe, die heute zu Deutz‘ geliebtem Erker führt.

Bis 1970 war hier noch das Gasthaus „Zum goldenen Löwen“ untergebracht. Dann ging das denkmalgeschützte Haus in den Besitz der Stadt über und wurde aufwändig restauriert. Nach Abschluß der Bauarbeiten zog in das einstige Gasthaus die städtische Bücherei. Die oberen Geschosse sollten ein Lehrlingswohnheim werden, doch bis heute sind diese Räume ungenutzt. Das ist nicht nur schade um den Raum, sondern hat dazu geführt, dass die Stadt dieses Gebäude aus finanziellen Gründen wieder loswerden will.

 

Jo Firmenich ist Fotokünstler, Stadtführer und Südstädter

Ein Portrait von ihm findet Ihr hier.

Text: Gastbeitrag

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