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Politik Verkehr

Ein Tunnel für das Rheinufer?

Dienstag, 27. September 2011 | Text: Wassily Nemitz | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Kaum ein Thema bewegte die Südstadt bis vor etwa einem Jahr so stark wie die Frage, in welcher Form die Linie 16 zukünftig die Rheinuferstraße überqueren soll. Seitdem der Stadtrat einen Kompromiss beschlossen hatte, war erst einmal Ruhe eingekehrt – jetzt haben Bürgervereine mit einer Unterschriftenaktion wieder Bewegung in das Thema gebracht.

Worum geht es?

Die Nord-Süd-Stadtbahn wird in insgesamt drei Baustufen gebaut. Die erste Baustufe führt von der Markstraße auf einer Länge von vier Kilometern fast vollständig unterirdisch bis zur Station „Breslauer Platz/Hauptbahnhof“, wo sie in den bestehenden Innenstadttunnel mündet. Einzig die Endstation Markststraße wird oberirdisch errichtet.

Die zweite Baustufe zweigt unterirdisch südlich hinter der neuen Station „Bonner Wall“ ab und führt unterirdisch bis hinter die Alteburger Straße. Zwischen der und dem Rheinufer gelangt die Strecke wieder an die Oberfläche und führt über die Rheinuferstraße zur Bestandstrecke der Linie 16. Nach Inbetriebnahme soll die Linie 16 vom Hauptbahnhof kommend über die neue U-Bahn-Strecke fahren.
Zu einem späteren Zeitpunkt soll eine dritte Baustufe von der Marktstraße zum Verteilerkreis Süd / Arnoldshöhe führen. Die Strecke ist komplett oberirdisch geplant, wann gebaut werden soll, ist unklar.

An der Querungsstelle der zweiten Baustufe mit dem Rheinufer sollte den ursprünglichen Planungen zufolge eine so genannte „BÜSTRA“-Anlage gebaut werden, die Stadtbahnzügen uneingeschränkte Vorfahrt gewährt hätte. Da lange Staus zu befürchten gewesen wären, beschloss der Stadtrat eine Verbreiterung der Rheinuferstraße von vier auf sechs Fahrspuren. Da damit die Abholzung der Lindenallee am Rheinufer verbunden gewesen wäre, wendete sich die neu gegründete Initiative „BI Rheinuferstraße“ massiv gegen den Beschluss.

Was ist Beschlusslage?

Nachdem über fast zwei Jahre verschiedene Lösungsvorschläge diskutiert wurden (u.a. Verlängerung des Stadtbahntunnels, Bau eines Straßentunnels, Bau einer Brücke für die Stadtbahn), beschloss der Stadtrat Ende Juli 2010, eine Ampelanlage ähnlich der bestehenden am Ubierring zu bauen. Dort quert die Linie 16 schon jetzt die Rheinuferstraße. Der Ausbau der Rheinuferstraße wurde gekippt.  
Eine derartige Anlage bindet die Stadtbahnen in den normalen Kreuzungsbetrieb ein, das heißt, die Züge müssen gegebenenfalls etwas warten, bis ihr Signal auf Grün springt.

Noch nicht vollständig geklärt ist jedoch die Frage, ob der volkswirtschaftliche Gesamtnutzen der U-Bahn wegen der durch die Ampelanlage etwas verlängerten Fahrzeit sinkt. Sollte das der Fall sein, könnten Millionenforderungen aus Fördergeldern des Land und des Bundes auf die Stadt zukommen. Nach Angaben des Kölner Baudezernenten Streitberger (CDU) ist eine Genehmigung der Anlage allerdings wahrscheinlich. Sollte das nicht möglich sein, sieht der Stadtratsbeschluss von 2010 doch einen Ausbau der Rheinuferstraße auf sechs Spuren vor.

Darüber hinaus wurde beschlossen, dass der Bau eines Straßentunnels vorbereitet wird. Sollte also zu einem späteren Zeitpunkt beschlossen werden, einen Tunnel zu bauen, wäre dieser deutlich günstiger.

Warum protestieren die Bürgervereine?

Obwohl der Beschluss schon seit etwa einem Jahr steht, fordern jetzt mehrere Bürgervereine aus dem Kölner Süden den Bau eines Straßentunnels. Sie haben dazu etwa 4.000 Unterschriften gesammelt und Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes übergeben.

Dieter Maretzky von der Bürgervereinigung Rodenkirchen, die zusammen mit dem Bürgerverein Bayenthal-Marienburg und dem Allgemeinen Bürgerverein Köln-Zollstock die Aktion durchführt, erklärte gegenüber „Meine Südstadt“: „Wenn dann die Bahn im 5-Minutentakt fährt, wird es pro Stunde 20 Minuten rote Ampeln auf der Rheinuferstraße geben: Der Superstau ist programmiert.“

Die Vereine befürchten, dass es zu kilometerlangen Rückstaus bis in ihre Stadtteile kommen könnte. Karlheinz Steimel, 1.Vorsitzender beim Bürgerverein Zollstock, behauptete im Gespräch mit „Meine Südstadt“, dass es sogar zu Rückstaus bis nach Zollstock kommen könne. 

 

Dieter Maretzky berichtete, dass man einen Einwohnerantrag gestellt habe und sich die Ratsgremien damit beschäftigen müssten. Gemäß §25 der Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen muss ein solcher Einwohnerantrag von 4% der Einwohner, höchstens jedoch 8000 Einwohnern unterzeichnet sein. Da bei diesem Antrag jedoch „nur“ 4500 Unterschriften gesammelt wurden, steht eine Anerkennung in Zweifel.

 

Warum machen die Bürgervereine das Fass „Rheinuferquerung“ jetzt erneut auf, obwohl schon seit langem ein Kompromiss gefunden worden ist? Dieter Maretzky erklärt, die Kompromisslösung bedeute eine doppelte Baustelle – zuerst den Bau der Querung durch die Stadtbahn und später, so denn nötig, der Bau des Tunnels. Dieser führe zu einer „absoluten Behinderung“ des Verkehrs.

Was soll ein Tunnel kosten?

Nach Schätzungen aus dem Jahre 2008 kostet der Bau eines Straßentunnels zwischen 50 und 80 Millionen Euro. In Zeiten knapper Haushaltskassen eine sinnvolle Investition? Maretzky sagte ausweichend: „Die Stadt Köln (das sind wir alle) könnte das gesamte Geld für die Nord-Süd-Bahn komplett für bessere Vorhaben ausgeben.“ Karlheinz Steimel vom Zollstocker Bürgerverein erklärte, ein Tunnel sei wahrscheinlich gar nicht so teuer wie geschätzt.

Wie geht es weiter?

Nachdem sie ihre Unterschriften übergeben haben, warten die Bürgervereine jetzt auf eine Reaktion seitens der Politik. Die habe es bislang nicht gegeben, berichtete Steimel. Weitere Aktionen seien bislang nicht geplant. Dieter Maretzky sagte, Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) habe bei einem Neujahrsempfang einen so genannten „Stresstest“ versprochen. Ein solcher soll die Situation nach der Betriebsaufnahme simulieren und die tatsächlichen Auswirkungen auf den Individualverkehr prüfen. Sollte er sich nicht an dieses Versprechen halten, werde man sich Gedanken über Aktionen machen, so Maretzky weiter.

Die Arbeiten zur Vorbereitung des Tunnels haben unterdessen bereits begonnen, unter anderem wurden wenige Bäume gefällt, und werden weiter fortgesetzt. Das Zeitfenster für einen Tunnel ist also knapp.

Was sagt der Bauherr, die KVB?

Leider nichts. Auch zwei Wochen nach der Anfrage und intensives Nachfragen in der Pressestelle gab es leider keine Antwort. Aussage einer KVB-Mitarbeiterin von gestern: „Momentan gibt es leider niemanden bei uns, der Ihre Fragen beantworten kann.“ Angeblich soll im Laufe der Woche jemand kommen, der es kann. Wir sind gespannt und geben nicht auf…

Text: Wassily Nemitz

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