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Kultur

Farben und Formen

Freitag, 6. Mai 2022 | Text: Nora Koldehoff | Bild: Rozbeh Asmani / Galerie Werner Klein

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Das habe ich schon einmal irgendwo gesehen. Aber wo nochmal? – Die neue Ausstellung von Rozbeh Asmani in der Galerie Werner Klein ist nicht nur interessant und ästhetisch schön, sondern auch ein großes Ratespiel. So werden die Rätsel um die Herkunft der gezeigten Farben und Formen nicht sofort neben den Exponaten, sondern auf einem Informationsblatt aufgelöst.

Colourmarks

Der Künstler, beschäftigt sich seit Jahren mit patentierten Farbmarken, die exklusiv von Konzernen genutzt werden. Er macht auch von Unternehmen geschützte Formen zum Thema. In einigen Fällen ergänzt sich das, in anderen stehen die beiden Themenkomplexe für sich.

Manches erkennt man sofort: Rozbeh Asmani, Nivea-Kreis, 2017, C-Print auf Clearfilm (Foto: Werner Klein)

Manches kann man auf den ersten Blick dem Produkt zuordnen, für das der Schutz gedacht ist. Bei anderen Designs entsteht schnell dieses Gefühl, das man hat, wenn einem ein Wort auf der Zunge zu liegen scheint, auf das man aber einfach nicht kommt.

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Um eine Farbmarke, oder eine Farbkombination patentieren lassen zu können, muss die markierte Fläche in der entsprechenden Farbe und Position gekennzeichnet werden. Die Buchstaben selbst spielen in dem Zusammenhang keine Rolle – Markennamen sind ein ganz eigenes Thema. Daher sind in der Ausstellung, die man auch als „Werkschau bis heute“ bezeichnen könnte, auch nur die reinen Farben und Farbfelder zu sehen, um die es geht.

Objektfindung im Alltag

Anders sieht es bei Bildmarken aus, wie etwa denen, die von den Logos italienischer Wasserflaschen stammen. „Ein hoch politisches Thema“, sagt Asmani. „Gerade wenn es um Wasser geht. Und es fällt auf, dass zum Beispiel in Italien verschiedene Marken mit Bergketten aus den Alpen für ihr Wasser werben, während in Deutschland ja eher Seen oder Flüsse gezeigt werden.“

Ganz neu ist auch die kleine Reihe an Formen hinterer Hosentaschen von Jeansmarken, gestickt auf Papier. Denn auch die Formen der Taschen sind geschützt.

Rozbeh Asmani, Levi’s II, 2022, Faden auf Papier (Foto: Werner Klein)

Nur geschützte Gegenstände werden ausgewählt

Der 39-Jährige arbeitet neben seiner Tätigkeit als Freier Künstler als Professor für Neue Medien und angewandte Grafik innerhalb der Bildenden Kunst am Caspar-David-Friedrich-Institut an der Universität Greifswald.

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„Wenn mir Logos oder Gegenstände oder im Alltag begegnen, die mich interessieren, schaue ich zuerst nach, ob sie geschützt sind“, erzählt er. „Wenn das nicht so ist – was häufiger vorkommt, als man vielleicht denkt – dann passt das Objekt nicht ins Konzept. Das Rot im Coca-Cola-Logo zum Beispiel ist nicht geschützt. Die Form der Glasflasche schon, aber da fand ich dann wieder andere Flaschenformen spannender.“

Rozbeh Asmani, Kinder-Überraschung, 2017, Bronze vernickelt (Foto: Galerie Werner Klein)

 

 

Rozbeh Asmani – Neue Arbeiten
07. Mai – 25. Juni 2022

Galerie Werner Klein
Volksgarten straße 10, 50677 Köln

Bis zum 7. August 2022 zeigt auch die Bundeskunsthalle in Bonn in der Ausstellung „Farbe ist Programm“ zwei Billboards von Asmani, die zweimal wöchentlich während der Öffnungszeiten mit zwei der 72 Colourmarks plakatiert werden.

Text: Nora Koldehoff

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