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Kultur

Frau, Film, Festival

Mittwoch, 19. März 2014 | Text: Reinhard Lüke | Bild: Frauenfilm Festival

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Im April findet das Internationale Frauenfilmfestival in Köln statt. Vor allem in der Südstadt.

Vom 8. bis 13. des Monats gastiert das Frauenfilmfestival Köln/Dortmund (IFFF) nicht ausschließlich, aber vor allem in der Südstadt. Im Odeon finden nicht nur die Auftakt- und Abschlussveranstaltungen (inklusiv Preisverleihungen) statt, sondern das Kino im Veedel ist mit knapp zwanzig Filmvorführungen auch wesentlicher Veranstaltungsort des Festivals. Zudem gibt es im Bürgerhaus Stollwerck zwei Workshops und zu guter Letzt ist im Alten Pfandhaus das Festival- und Pressezentrum untergebracht. Insgesamt zeigt das IFFF in Köln 106 Filme von Regisseurinnen aus 37 Ländern. Acht, aus 120 Einreichungen ausgewählte, Produktionen konkurrieren dabei um den mit 10 000 Euro dotierten Debut-Spielfilmpreis, den die Jury, bestehend aus Schauspielerin Julia Hummer, Kim Yutani, Kuratorin des renommierten amerikanischen Sundance Festivals und der türkischen Regisseurin Pelin Esmer, am Schlusstag der IFFF verleihen wird. Ein weiterer Preis (5000 Euro) wird im Nationalen Wettbewerb für Bildgestalterinnen (früher: Kamerafrauen) vergeben.

Hervorgegangen ist das mit Abstand größte deutsche Frauenfilmfestival aus der, 1983 von Kölner Filmstudentinnen mit bescheidenen Mitteln gegründeten, feminale und dem ein paar Jahre später in Dortmund ins Leben gerufenen Festival femme totale. Seit 2006 machen die beiden Filmschauen gemeinsame Sache und werden im jährlichen Wechsel mal in Dortmund, mal in Köln veranstaltet. Das Budget liegt in diesem Jahr bei 550 000 Euro, woran sich die Stadt Köln mit 89 000 Euro beteiligt. Schließlich sei das IFFF, so die neue Kulturamtschefin Barbara Foerster bei der Vorstellung des Programms im Odeon, inzwischen fester Bestandteil der Kölner Kulturszene.

Spannend dürfte im Rahmen des Festivals der diesjährige Länderschwerpunkt Türkei werden. Zehn Spiel und Dokumentarfilme türkischer Regisseurinnen aus den Jahren 2004 bis 2013 werden in Köln zu sehen sein. Zwar spielen die Bürgerproteste des vergangenen Jahres darin noch keine Rolle, dennoch setzen sich viele der Produktionen mit Themen wie Heimat, Identität und Migration auseinander und machen so ein Stück weit die Hintergründe der letztjährigen Demonstrationen deutlich. „Vor zehn Jahren“, so Betty Schiel, Verantwortliche für den Schwerpunkt, „hätten wir so eine Reihe überhaupt nicht machen können, da es kaum türkische Filmemacherinnen gab. Doch auf diesem Gebiet ist in dem Land in der jüngeren Vergangenheit ungeheuer viel passiert.“ Ergänzt wird der Türkei-Schwerpunkt durch zwei Podiumsdiskussionen, ein Werkstattgespräch mit der Schauspielerin und Regisseurin Türkan Soray und die Ausstellung „Tarlabasi – On the Edge of Transformation“, in der mehrere Fotografinnen die Gentrifizierung im gleichnamigen, traditionsreichen Istanbuler Stadtteil dokumentieren. (Die Ausstellung ist während des Festivals im Alten Pfandhaus zu sehen.)

 

 

Jenseits von Wettbewerb und Länderschwerpunkt sind die Produktionen des Festivals querdurch alle Genres (locker) in zwei Reihen zusammengefasst. In der Sektion „Panorama“ hießt das (laut Pressetext): „Let your Light Shine: Beyoncé, Vulva 3.0 und andere Filmentdeckungen – 45 neue, herausfordernde und unterhaltsame Filme aus 28 Ländern.“ Die zweite Reihe dreht sich um die Frage aller Fragen: „Sex haben oder nicht“. Pressetext: „„begehrt! Filmlust queer“ präsentiert 28 Filme, die sich mit dem Begehren und queerem Widerstand beschäftigen.“ Bei fast allen Filmvorstellungen im Rahmen des IFFF werden die Regisseurinnen anwesend sein. Das Festival beginnt am 8. April um 19 Uhr im Odeon mit der Vorführung der mexikanischen Tragikomödie „The Amazing Catfish“.

 

Termine und Infos zu den einzelnen Filmen unter www.frauenfilmfestival.eu

Text: Reinhard Lüke

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