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Politik

Heimatlos? Das Literaturhaus Köln zieht nun doch nicht in die „Brücke“ am Neumarkt.

Freitag, 21. Juni 2013 | Text: Jörg-Christian Schillmöller | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Der Kölnische Kunstverein, der dort sein Domizil hat, hat sich nach einer Pressemitteilung der Stadt Köln „aus den Vertragsverhandlungen zurückgezogen“. Sprich: Die Räume stehen nicht mehr zur Verfügung. Das bedeutet: Das Literaturhaus muss sich eine neue Bleibe suchen. Denn der jetzige Vermieter – das „Forum für Fotografie“ an der Schönhauser Straße – hatte dem Haus schon gekündigt.

Damit ist ein Projekt vom Tisch, das vor mehr als einem Jahr seinen Anfang nahm. Die Geschichte ist pikant, weil der Kunstverein selbst öffentlich davon gesprochen hatte, dass das Literaturhaus „voraussichtlich im Herbst“ einziehen könne: Nachzulesen ist das in der FAZ vom 27. März 2013. Kunstverein-Vorstandschef Thomas Waldschmidt sagte heute dazu, die Aussage sei in einer gewissen „Euphorie“ geschehen – und aus heutiger Sicht verfrüht gewesen. Warum ist das Projekt also geplatzt? Ist möglicherweise nicht oft und nicht offen genug kommuniziert worden zwischen allen Beteiligten – dem Kunstverein, dem Literaturhaus und der Stadt Köln?

Thomas Waldschmidt erläutert im Telefonat mit „Meine Südstadt“, beim Kunstverein seien vor allem Bedenken wegen der Betriebskosten aufgetaucht. Die seien wegen der Energiepreise von 2003 bis 2013 ohnehin schon um das Zweieinhalbfache gestiegen – und das, obwohl der Theatersaal, den das Literaturhaus bekommen sollte, nur 20 Mal im Jahr genutzt werde. „Das Literaturhaus wollte den Saal aber 135 Mal plus X im Jahr nutzen“, berichtet Waldschmidt. „Und der Zuschuss, den die Stadt uns für die Energiekosten bewilligt hat, der war schon ohne das Literaturhaus aufgebraucht.“

Das Ergebnis: Der Kunstverein sah das Risiko für seine 1.400 Mitglieder stark steigen. Auch deshalb, weil der Theatersaal – sollte das Literaturhaus einziehen – nicht mehr für zusätzliche Einnahmen durch Symposien genutzt werden könne. Und: Man hätte laut Waldschmidt einigen Künstlern im Haus kündigen müssen, weil das Literaturhaus die Räume gebraucht hätte. Gerade mit Blick auf das 175-jährige Jubiläum des Kunstvereins im kommenden Jahr aber sei es wichtig, junge Künstler an die Stadt zu binden.

„Meine Südstadt“ sprach heute Nachmittag auch mit dem Literaturhaus über das geplatzte Vorhaben. Leiterin Bettina Fischer sagte uns auf die Frage, ob sie enttäuscht sei: „Nennen wir es mal konsterniert. Ich bewerte es als erstaunliches Verhalten im Miteinander von Kultureinrichtungen einer Stadt. Schließlich war dem Kunstverein bekannt, dass wir vom ,Forum für Fotografie‘ eine Kündigung erhalten hatten.“ Und noch eins betont sie: „Wir waren als Literaturhaus ja anfangs gar nicht auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Es war der Kunstverein, der auf uns zugegangen ist. Und ich wurde natürlich zuletzt auf unseren Veranstaltungen oft gefragt: Wann zieht ihr um?“

Für das Literaturhaus heißt das jetzt Wohnungssuche – aber ohne Hektik. Bettina Fischer ist froh, dass ihr jetziger Vermieter gesprächsbereit ist: Das Herbstprogramm, das eigentlich schon am Neumarkt in der „Brücke“ stattfinden sollte, kann nun doch noch im „Forum für Fotografie“ laufen.

Ein schaler Beigeschmack bleibt: Hätte man das alles nicht viel früher klären und wissen können? Der Rest ist Juristerei. In der Pressemitteilung des Literaturhauses heißt es klipp und klar: Das Haus behält sich „ausdrücklich rechtliche Schritte gegen den KKV vor“. Denn: Das Literaturhaus geht nach eigener Darstellung davon aus, dass ein Vertrag in seinem wesentlichen Inhalt eben schon zustandegekommen sei. Genau das sieht der Kunstverein nach eigener Darstellung aber anders.

Schade: Die Idee eines Kulturzentrums am Neumarkt mit Kunstverein, Filmclub 813 und Literaturhaus hatte Charme.

Text: Jörg-Christian Schillmöller

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