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Lükes Liebes Leben

Komm, Heiliger Geist

Montag, 7. Mai 2018 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Wäre man Christ, käme man ja derzeit aus dem Feiern gar nicht mehr raus. Donnerstag Christi Himmelfahrt und dann schon bald das verlängerte Pfingst-Wochenende. Was da genau gefeiert wird, vermögen wahrscheinlich selbst getaufte Karteileichen kaum zu sagen. Zu Ostern fällt Mitbürgern bei Straßenumfragen ja noch sowas ein wie „Der Tag, an dem Jesus erschossen wurde“. Aber Pfingsten? Trivial gesagt, geht’s da um die Versicherung an die Gläubigen, dass Gottes Sohn nach seinem Ausflug auf die Erde nach Kreuzigung und Auferstehung wieder wohlbehalten auf seinem Heimatplaneten bei Big Daddy gelandet ist und damit auch den sterblichen Christen den Weg zum ewigen Leben geebnet hat. Mission accomplished, sozusagen.

Pfingstochsen bei Aldi

Wirklich erstaunlich finde ich allerdings, dass Industrie und Einzelhandel in mehr als 2000 Jahren zu diesem Fest bislang absolut nichts eingefallen ist. Valentins- und Muttertag gehen super, Halloween-Plunder findet inzwischen auch in deutschen Landen reißenden Absatz und in den letzen Jahren ist es dem Handel sogar gelungen, Oktoberfest-Zubehör selbst im Rheinland in die Filialen von kik und Aldi zu bringen. Aber bei Pfingsten herrscht diesbezüglich komplett tote Hose. Sogar beim Teleshopping. Offenbar nicht monetarisierbar, dieses Fest, wie es im Neusprech heißt. Nun gut, manche Blumenläden rücken die Pfingstrosen in ihren Auslagen kurz vor den Feiertagen etwas weiter nach vorn und setzen die Preise hoch. Aber das war´s auch schon. Sollte die Ödnis mit dem Heiligen Geist zusammenhängen, der sich irgendwie schlecht materialisieren lässt? Aber warum werden keine Schoko-Pfingstochsen angeboten. Die haben zwar mehr mit Almauftrieb denn mit dem Feiertag zu tun, aber beim Osterhasen und seinen Eiern fragt doch auch keine Sau nach dem Bezug zu Tod und Auferstehung. Also, ihr Produktentwickler und Marketing-Strategen, lasst euch gefälligst mal was einfallen. Steckt den Heilgen Geist vor mir aus in Shampoos, Schokoladen, Tütensuppen, Hochprozentiges oder dekorative Leuchtobjekte, aber macht endlich was!

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Voll behindert oder was?

Letztens hatte ich allerdings ein überaus amüsantes Erlebnis in der wunderbaren Warenwelt. Wollte ich zu Saturn, damals noch in der obersten Etage im Kaufhof untergebracht. Vor mir auf der Rolltreppe zwei Teenager, männlich, mit den gängigen Utensilien wie Schlabberhosen, Caps und Oberlippenflaum ausstaffiert und mit der Körperspannung von zwei Tüten Marshmallows. Ihre Unterhaltung bestand vornehmlich aus Fetzen wie „mega krass“ und „echt scharf, eh“. Als wir die Etage unter Saturn erreichten, stellten die beiden fest, dass sie nicht gleich die Anschluss-Rolltreppe nach oben nehmen konnten, sondern erst eine halbe Runde durch die Kaufhof-Sportabteilung drehen mussten. Ungläubiges Staunen. „Eh, was´n das für´n Scheiß?! Was sind das für Spackos? Sind die behindert oder was?“ Auf ihrer erzwungenen Runde fiel der Blick der beiden Durchblicker dann allerdings auf ein Paar ausgestellte Turnschuhe. Die spontan ihr Interesse weckten. („Turnschuhe“ sagt man in dem Alter vermutlich nicht, aber ich nenn´ die farbenfrohen Treter jetzt mal so.) „Eh, kumma, obergeil, die Teile, boah, voll scharf, die Dinger da“, entfuhr es einem von ihnen und sein Kumpel nickte dazu mit halboffenem Mund beifällig und brachte noch ein „aber voll echt“ raus. Beide hielten inne, um das Produkt einer näheren Prüfung zu unterziehen. Ich weiß jetzt nicht, ob sie die megascharfen Teile letztlich erworben haben. Wenn ja, wird den Ober-Checkern aber bis heute nicht dämmern, dass sie damit dem überaus schlichten Marketing-Kalkül von ein paar voll behinderten Spackos aber sowas von auf den Leim gegangen sind. Würde es Sinn machen, ihnen Sinn und Zweck ihrer Ehrenrunde zu erklären, um ihr künftiges Verbraucherverhalten zu optimieren? Eher nicht. Wie ich überhaupt der Ansicht bin, dass man nicht einen grenzenlosen Aufwand treiben sollte, um Konsumenten vor ihrer eigenen Dämlichkeit zu bewahren.

Idyll mit Herrenmagazin

Reden wir lieber über die wirklich wichtigen Dinge im Leben wie beispielsweise Sex. Bei unserem Ortsheimatsender WDR nimmt die Affäre um unflätige Übergriffe von Alpha-Tieren und unerwünschten Po-Fassungen ja immer bizarrere Züge an. Aber es gibt von der Front der brünstigen Leibesübungen auch durchaus Unschuldig-Positives zu berichten. Wie unlängst unter meinem Badezimmerfenster. Das zeigt in eine öffentliche Grünanlage und unmittelbar unter meinem Ausguck steht ein Busch. Aus dem vernahm ich unlängst entspannte Schnarchgeräusche. Weil mich dann doch irgendwie interessierte, wer sich da am helllichten Tag ein Nickerchen gönnte, habe ich nachgeschaut. Da lag unter meinen Augen ein Mann mittleren Alters, dessen Trikot ihn als Mitglied irgendeiner kroatischen Nationalmannschaft ausgab. Schön und gut. Aber hatte er seine Hose halb heruntergelassen und hielt sein Gemächt sanft umklammert. Aha, klarer Fall von postorgiastischem Tiefschlaf. Ich hab´ das Szenario mal als überaus friedliches Bild für den nahenden Sommer genommen. Schließlich hatte er sich ja für seine Entspannungsübung dezent in ein Gebüsch zurückgezogen und dabei lediglich vergessen, sich auch nach oben abzusichern. Was man ja im Zeitalter umherschwirrender Kameradrohnen immer tun sollte. Das einzig Irritierende an diesem Idyll: Neben dem Schnarcher lag ein PLAYBOY-Heft! Es gibt also wahrhaftig noch Männer, denen die grenzenlos prüden Weichzeichnerfotos von makellosen Frauenkörpern als Wichsvorlage dienen. Hätte ich nicht erwartet. Aber wenn´s funktioniert. Später an diesem Tag habe ich den Kroaten, die Hose wieder da, wo sie hingehört, noch auf der Severinstraße gesehen. Er machte einen recht entspannten und ausgeschlafenen Eindruck.

Text: Reinhard Lüke

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Kommentare

  • MT, Christin seit dem 06.01.1974 sagt:

    Ich war gespannt zu lesen, was hinter dem Teaser dieses Artikels steckt.

    Nun fühle ich mich sehr „belehrt“ und angewidert informiert von einer inzelmeinung. Wenn dieser Artikel sich auf die kritische Marktanalyse beziehen soll, dann wäre der Teaser „Aldi verkauft noch keine Pfingstochsen“ meiner Meinung nach besser gewesen.

    So fühle ich mich als feiernde Christin (die die Festbeschreibung sogar als herablassend und verletzend empfindet) verarscht.
    Lüke – genieß doch die freien Tage wie so viele anderen auch. Verstehen musst Du uns Christen nicht, aber solch einen Aufmacher braucht es meiner Meinung nach nicht.

    Und lieber Lüke, bald kommt auch noch Fronleichnahm. Hast Du den Brückentag für Dich schon gebunkert und erwartest Kruzifix-Spakulatius im Netto? Oder hoffst Du auf einen weiteren Hochglanzmagazinfreund, der Dir was liefert für einen recht substanzlosen und dennoch belehrenden Artikel?

    Schreib bitte das, was Du vermitteln möchtest, nicht so herablassend.

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